Mangelnde Sicherheit in Söhlingen - Gasförderanlage nicht überwacht
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Recherchen des NDR Politikmagazins "Panorama 3" eine Sicherheitspanne
gegeben. Die Anlage war bereits durch einen möglichen Säure-Unfall in
die Schlagzeilen geraten. Jetzt war bei Dreharbeiten Mitte April das
Eingangstor nicht verschlossen. Mitarbeiter der Betreiberfirma "Exxon
Mobil" befanden sich zu dieser Zeit nicht auf dem Gelände, so dass
die Gasförderanlage nicht überwacht war.
Schon Anfang April hatte "Panorama 3" über eine nicht
abgeschlossene Tür an einem Kavernenplatz im niedersächsischen Etzel
berichtet. Die Tiefbohrverordnung schreibt die notwendigen Maßnahmen
vor: Es müsse sichergestellt werden, dass Unbefugte das Gelände nicht
betreten können, wenn sich auf diesen Plätzen keine Arbeiter
befinden. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies hatte
sich anlässlich dieser Sicherheitspanne empört gezeigt. Aus der
Verordnung gehe hervor, dass diese Plätze gesichert werden müssten.
Der Verstoß werde geahndet, so der Minister. In einer Pressemeldung
teilte das Wirtschaftsministerium anschließend mit, dass dem
Kavernenunternehmen, der IVG Caverns, ein Ordnungsgeld von bis zu
25.000 Euro drohe.
Nur drei Tage nach dieser Berichterstattung fiel einem NDR Team
das nicht gesicherte Tor in Söhlingen auf. Hier fördert "Exxon Mobil"
Erdgas. Auch in diesem Fall befand sich kein Mitarbeiter auf dem
umzäunten Gelände und trotzdem ließ sich ein zirka sechs Meter langes
Schiebetor öffnen.
Die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesamt für Bergbau,
Energie und Geologie, teilte mit, dass ein
Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden sei. Dem
verantwortlichen Mitarbeiter drohe auch in diesem Fall ein Bußgeld
von bis zu 25.000 Euro. "Für mich ist es überraschend, dass solch
elementaren Vorschriften einer behördlichen Kontrolle bedürfen",
sagte Rochus Rieche von Landesamt. Es bestehe die Gefahr, dass
Unbefugte in der Lage seien, Armaturen zu öffnen, aus denen sofort
Gas oder Öl ausströmen könnte. "Das sollte so nicht sein." Die
Behörde reagierte auf diesen erneuten Vorfall außerdem mit einem
Rundschreiben. Darin werden die Erdöl- und Erdgasfirmen aufgefordert,
ihre Betriebsplätze ordnungsgemäß zu sichern.
Auf dem Betriebsplatz Söhlingen Z5 werden nach Informationen von
"Panorama 3" auch quecksilberhaltige Abfälle in blauen Tonnen
aufbewahrt. Tonnen mit diesem Inhalt offen auf den Betriebsplätzen
stehen zu lassen, hält die Aufsichtsbehörde für nicht geeignet.
Quecksilber müsse wie ein giftiger Stoff aufbewahrt werden, also
unter einem Dach mit einem besonderen Zaun. "Exxon Mobil" teilte dem
NDR mit, es handele sich um verschmutzte Handschuhe und Putzlappen,
an denen gegebenenfalls vereinzelt Spuren von Quecksilber haften
können. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie will diesen
Angaben nachgehen und herausfinden, wie auf den Betriebsplätzen
insgesamt mit Quecksilber haltigen Abfällen umgegangen wird.
Zu dem nicht ordnungsgemäß gesicherten Tor teilte "Exxon Mobil"
schriftlich mit: "Das Tor wurde (...) von uns verschlossen. Es ist
daher anzunehmen, dass das Tor widerrechtlich von unbekannten Dritten
geöffnet wurde." Während der Dreharbeiten wurde die Polizei über das
nicht gesicherte Tor informiert. Was der Energiekonzern unter dem
Verschließen eines Tores zu verstehen scheint, zeigte sich, als ein
Mitarbeiter von "Exxon Mobil" das Tor unter der Aufsicht der Polizei
wieder verschloss: Er steckte lediglich einen Bolzen in eine
Vorrichtung; dieser Bolzen lässt sich jedoch leicht von außerhalb der
Anlage stehenden Passanten entfernen. Der anwesende Polizist forderte
den Mitarbeiter deshalb dazu auf, das Tor zusätzlichen mit einer
Kette und einem Vorhängeschloss zu sichern.
Weitere Informationen zum Thema am Dienstag, 6. Mai, um 19.30 Uhr
in der Sendung "Hallo Niedersachsen" im NDR Fernsehen sowie auf
www.ndr.de/panorama3.
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Datum: 06.05.2014 - 14:57 Uhr
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