BIG Namibia: Auszahlung für weiteres Jahr gesichert
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doch jetzt ist alles wieder möglich!" freut sich Rudolphine Eigowas,
als sie am 9. Mai hört, dass zusätzliche Gelder für die Fortsetzung
des bedingungslosen Grundeinkommens für das Dorf in Namibia zur
Verfügung stehen. "Wir hatten die Hoffnung verloren und wurden
ärgerlich, doch jetzt wird sich wieder einiges ändern".
Seit Juli 2013 konnte das bereits nach Ende des Pilotprojekts auf
80 namibische Dollar (rund 6EUR) gekürzte Grundeinkommen nicht mehr
an die Dorfbewohner ausgezahlt werden, da die Gelder dafür fehlten.
Nun sprang die in Italien beheimatete Waldenserkirche mit ihrem Otto
per Mille Funds ein und die Evangelisch-Lutherische Kirche von
Namibia ELCRN konnte als lokaler Träger des Projekts die Fortsetzung
der Auszahlung für ein weiteres Jahr verkünden - und zwar in der
ursprünglichen Höhe von 100 N$.
So konnten heute die rund 950 bereits für das Pilotprojekt
registrierten Einwohnerinnen und Einwohner des Dorfes ihr BIG auf der
lokalen Zweigstelle der Post abholen.
"Bereits um sieben Uhr standen die Menschen Schlange, obwohl die
Post erst um acht Uhr öffnet", berichtet Rudolphine Eigowas Christian
Sandner von der Evangelischen Kirche im Rheinland und Ute Hedrich von
der MÖWE in Westfahlen, die gemeinsam mit Simone Knapp von der
Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA als VertreterInnen
der deutschen Partnerorganisationen vor Ort sind. Begleitet werden
sie von Wilfried Diergaardt von der ELCRN, der gleichzeitig die
Koordination der BIG-Koalition in Namibia innehat.
Die positiven Erfahrungen des Pilotprojekts, das zwischen 2008 und
2009 in Otjivero durchgeführt worden ist, sowie die Erfahrungen aus
dem Nothilfeprogramm des Lutherischen Weltbundes für die
Überschwemmungsopfer in der Kavango-Region, das ebenfalls in Form von
100 N$ anstatt in Form von Hilfsgütern ausgezahlt wird, zeigen
deutlich, welchen Unterschied es macht, wenn Menschen selbstbestimmt
ihre Wahl treffen können, wie sie ihre Lebensumstände verbessern. Die
Hoffnungen liegen nun erneut darauf, dass diese Beispiele einen
politischen Wandel im Blick auf die Einführung eines bedingungslosen
und universellen Grundeinkommens für Namibias BürgerInnen
herbeiführen.
"Durch die Mittel der Waldenserkirche haben wir nun ein weiteres
Jahr, in dem wir mit verstärkter Advocacyarbeit in Namibia und Europa
dafür Sorge tragen müssen, dass dieser Politikwandel im Wahljahr 2014
tatsächlich geschieht", betont Simone Knapp von der KASA. "Wir müssen
sicherstellen, dass die BIG-Koalition und das Sekretariat ebenfalls
genügend Ressourcen zur Verfügung haben, um die Lobbyarbeit zu
intensivieren. Dazu können auch die Spenden aus Europa dienen." Für
viele im Dorf kommt der Tag der Auszahlung gerade recht: "Eltern von
Kindern auf weiterführenden Schulen außerhalb Otjiveros waren heute
die ersten, die in der Schlange standen und ihr BIG abgeholt haben",
berichtet Frida Nembwaya." Denn heute beginnt das Trimester und viele
Eltern hatten weder das Schulgeld noch die Kosten für Internat und
den Transport dorthin zusammen."
Hintergrundinformation:
Rudolphine Eigowas steht mit ihrer Hoffnung auf Besserung nicht
alleine in Otjivero. Die Klinik hat eine Liste angelegt, in der alle
Patienten festgehalten werden, die kein Geld für die kleine
Behandlungsgebühr hatten, diese aber begleichen wollen, sobald das
Grundeinkommen wieder ausbezahlt wird.
Besonders Läden, die kurz nach Einführung des BIG gegründet
wurden, haben unter dem Zahlungsstopp gelitten: Der Umsatz von Sella
Nuses zum Beispiel ist von 5000 N$ auf derzeit 1400 N$ gesunken.
Viele kommen jetzt und fragen nach Kredit, doch den kann Sella nicht
gewähren, denn sie braucht die Einnahmen, um ihre Vorräte
einzukaufen. Läden wie der von Sella sind auf das Geld angewiesen,
das im Dorf zirkuliert.
Doch es gibt auch andere Beispiele, die zeigen, dass die
Einführung des BIG durchaus nachhaltige Effekte auf das Einkommen der
Dorfbewohner hatte. Uno Molelekeng lebte schon bei der Registrierung
in Otjivero - heute hat der junge Mann einen Job als Berater für
TB-Patienten an der lokalen Klinik. Als er gegen Mittag sein BIG
abholt, hält er stolz seine kleine Tochter im Arm. "Das ist ihr Geld,
das ich da abhole, das kann ich für sie zurücklegen!" Und er ist
nicht der einzige, der im Laufe des Pilotprojektes eine Arbeitsstelle
gefunden hat.
Zurzeit wird eine Erhebung ausgewertet, deren Resultate einen
Einblick in die vergangenen Monate ohne das Grundeinkommen
ermöglichen sollen.
Pressekontakt:
Simone Knapp, Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika, email:
simone.knapp@woek.de, 00264-(0)814600841 (Mobil Namibia)
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Datum: 14.05.2014 - 18:33 Uhr
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