Digitale Sendetechnik stellt Bedrohung für osteuropäische Medien dar

Digitale Sendetechnik stellt Bedrohung für osteuropäische Medien dar

ID: 1064990
(ots) - Audiovisuelle Medien in Osteuropa
und der ehemaligen Sowjetunion werden Einbußen hinnehmen müssen, wenn
der für das Jahr 2015 angesetzte Übergang zur digitalen Ausstrahlung
stattfindet. Die digitale Sendetechnik bietet zwar neue Kanäle, doch
die Art und Weise, wie einige Regierungen den Übergang
implementieren, wird möglicherweise dazu führen, dass weniger Sender
als bisher in der Lage sein werden, ihr Publikum zu erreichen. Das
wiederum könnte ein restriktiveres Nachrichtenumfeld schaffen. Zu
diesen Ergebnissen kommt der von IREX veröffentlichte Media
Sustainability Index (MSI) 2014 für Europa & Eurasien. Den
vollständigen Wortlaut des Berichts können Sie unter www.irex.org/msi
[http://www.irex.org/msi] finden.

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Viele Verbraucher sind bisher nicht über den Übergang zur
Digitaltechnik informiert worden. Es ist wahrscheinlich, dass manche
Bevölkerungsgruppen weder klare Instruktionen erhalten werden noch
Zuschüsse für Set-Top Boxen oder Receiver, durch welche ihnen den
Zugang zu den frei empfangbaren Fernsehstationen ermöglicht werden
würde.

Der Bericht stützt sich hauptsächlich auf Angaben von
Medienschaffenden aus den Ländern selbst. Die aus der Ukraine
geäußerten Frustrationen beim Übergang in die Digitaltechnik mögen
hier als Beispiel dienen. "Die unfaire Verteilung der
Sendefrequenzen," so einer der Studienteilnehmer, "hat zu einer
Situation geführt, in der regionalen Radio- und Fernsehsendern, die
schon seit 10 oder 20 Jahren bestehen, eine digitale Lizenz verwehrt
wurde. Wenn das Land im Jahr 2015 auf Digitalfernsehen umgestellt
wird, verlieren diese Stationen die Möglichkeit, ihre Zuschauer zu
erreichen."

In anderen Fällen werden regierungsnahe Konglomerate oder der


Staat selber eine kontrollierende Monopolstellung über die
Multiplexverfahren für digitale Signale haben.

Der MSI erfasst die Medienvielfalt und -freiheit eines Landes
anhand einer Fünf-Punkte-Skala, die unter anderem gesetzliches
Umfeld, journalistische Qualität und Managementpraktiken im
Medienbereich prüft.

Während des vergangenen Jahres fanden bedeutende Umwälzungen in
der Ukraine statt und die Medien sahen sich andauerndem Druck
ausgesetzt. Der Punktestand auf der Skala fiel nur leicht, aber dies
ist immer noch Teil eines seit sieben Jahren andauernden
Negativtrends. Der MSI Bericht des kommenden Jahres wird untersuchen,
ob den Medien in der Ukraine unter der neuen Regierung und
Eigentümer-Oligarchie ein Neuaufschwung gestattet sein wird oder
nicht.

Anderorts, in der Republik Georgien, wo politische Entwicklungen
zu einer Verringerung des Drucks auf die Medien geführt haben, fand
die augenfälligste Wende zum Besseren statt. Bulgarien jedoch bleibt
weiterhin auf seinem Abwärtstrend. Dies wird noch verschärft durch
ein von der Europäischen Kommission in Frage gestelltes Konzept zum
Übergang in die digital Ausstrahlungstechnik sowie eine Konzentration
von Eigentumsverhältnissen in den Medien, welche kritischen Stimmen
erstickt hat.

Der MSI Europa und Eurasien umfasst 21 Länder und finanziert sich
aus Mitteln der U.S. Agency for International Development. Der MSI
gilt als zuverlässiger Maßstab der globalen Medienkultur und versorgt
Geber, Fürsprecher aus dem Mediensektor, lokale Medienschaffende und
Akademiker seit über einem Jahrzehnt mit inhaltsreichen Daten.

Jennifer Nevin, Senior Communications Manager, IREX,
+1-202-942-9114, de.newsaktuell.mb.nitf.xml.Virtloc@36ea61d7de.newsak
tuell.mb.nitf.xml.Virtloc@55bd866b, www.irex.org
[http://www.irex.org/]

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