Windkraft will Stütze der dezentralen Energiewende bleiben
ID: 1065447
EEG-Novelle Thema beim 2. Stammtisch des windcomm schleswig-holstein e. V.
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer, die als politischer Gast zur Veranstaltung eingeladen war, setzt sich dafür ein, vor Inkrafttreten der EEG-Reform noch einige Punkte am Gesetzestext zu verändern, zum Beispiel hinsichtlich der angekündigten Einführung von Ausschreibungsmodellen. Nach dem Regierungsentwurf sollen für alle Erneuerbare Energien bereits ab 2017 Ausschreibungen angewandt werden, obwohl der Koalitionsvertrag hierfür restriktivere Vorgaben vorsieht. Die bisherigen internationalen Erfahrungen bei Ausschreibungen sind katastrophal - sowohl bei Kosten als auch Ausbaumengen haben die meisten Ausschreibungsmodelle versagt. "Beim jetzigen Erfahrungsstand kann man keine politische Festlegung für Ausschreibungen vornehmen. Dies muss sich auch im endgültigen Gesetzestext wiederspiegeln.", erklärte Dr. Scheer.
Der zweite Gast des Branchentreffens, Tobias Goldschmidt von der Stabsstelle Energie im schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR), zeigte sich zuversichtlich, dass die Stichtagsregelung im laufenden Verfahren auf den 31.12.2014 verschoben wird, nachdem auch der Bundesrat sich einer entsprechenden Initiative Schleswig-Holsteins angeschlossen hatte. Goldschmidt erklärte weiter: "Der Strompreisbremsen-Aktionismus des letzten Jahres war teuer, denn er hat die Marktteilnehmer verunsichert. Das muss ein Ende haben, damit endlich wieder Investitionsentscheidungen fallen. Die Landesregierung begrüßt, dass an den Grundfesten des EEG nun nicht wie ursprünglich befürchtet gerüttelt wird." Goldschmidt ging ebenfalls auf die geplanten Ausschreibungsmodelle im EEG-Entwurf ein. "Mehr Marktorientierung ist in Ordnung, doch unabhängig vom Ausgang der Pilotphase schon heute das Ende fester Einspeisetarife zu proklamieren, ist falsch", betonte der MELUR-Vertreter. "Ausschreibungen müssen erstmal unter Beweis stellen, dass sie das effizientere und bürgerenergiefreundlichere Instrument sind. Auch wenn bisher vieles daran zweifeln lässt, sollten sich Energiewende-Politiker und die Erneuerbaren-Branche nun kreativ mit einem möglichen Ausschreibungsdesign auseinandersetzen."
Renate Duggen überreichte den politischen Gästen die Handlungsempfehlungen für eine Reform des EEG, die windcomm zusammen mit Akteuren der Windindustrie und der Fachverwaltung in einem Workshop des "Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein" ausgearbeitet hatte.
Auf die Windkraftnutzung auf See ging Sascha Wiesner, Regional Manager des Offshore-Unternehmens A2SEA Deutschland GmbH, bei einer Präsentation seiner Firma ein. "Wenn bis 2030 das Ausbauziel für Offshore-Windkraft von 25 auf 15 Gigawatt reduziert wird, werden das die Häfen und die Zulieferer zu spüren bekommen", sagte er und sprach sich für einen Ausbaupfad von 25 Gigawatt in den nächsten 16 Jahren aus.
Bei einem Rundgang über das Hafengelände konnten sich die Stammtisch-Teilnehmer ein Bild von der Infrastruktur machen. Kai Lass von der Betreibergesellschaft Rendsburg Port GmbH berichtete: "Der Umschlag von Windkraftanlagen-Komponenten macht 80 Prozent unseres Umsatzes aus." Er wies auf das Forschungs- und Entwicklungszentrum des Windkraftanlagenherstellers Senvion und eine Fertigungshalle des Turmsegmente-Herstellers Max Bögl hin. Die Firma Max Bögl hat zu Jahresbeginn in Osterrönfeld Richtfest gefeiert und will hier rund 200 Arbeitsplätze schaffen.
Mitglieder im windcomm schleswig-holstein e. V. sind 85 Windkraft-Unternehmen aus Norddeutschland. Den zweiten Stammtisch organisierte das Branchencluster zusammen mit dem Eigentümer RENDSBURG PORT AUTHORITY, dem Betreiber Rendsburg Port GmbH und dem Unternehmen A2SEA Deutschland GmbH. Der nächste Stammtisch des windcomm e. V. findet im vierten Quartal 2014 statt und wird unter www.windcomm.de angekündigt. Dort gibt es auch einen Hinweis auf die Offshore-Fachveranstaltung OBMC, die windcomm organisiert. Sie findet am 3. Juli 2014 ebenfalls in Rendsburg statt.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 28.05.2014 - 09:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1065447
Anzahl Zeichen: 5013
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Husum/Rendsburg
Kategorie:
Energie & Umwelt
Diese Pressemitteilung wurde bisher 258 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Windkraft will Stütze der dezentralen Energiewende bleiben"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
windcomm schleswig-holstein - Wirtschaftsförderung Nordfriesland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Schwierigkeiten, neue Windkraft-Projekte durchzusetzen, hängen nicht nur mit dem Widerstand einzelner Bürger, sondern auch mit den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) - Stichwort Ausbaudeckel und Ausschreibungen - sowie Unklarheiten über die zukünftige Gebietskulisse für
Offshore in Schleswig-Holstein: Kostendruck gefährdet Mittelständler ...
Rettung aus der Luft und schneller Transport von Technikern und Ersatzteilen, selbst bei Windstärken, die einen Einsatz von Schiffen nicht mehr zulassen - Hubschrauber sind ein wichtiger Teil der Rettungs- und Versorgungskette für Windparks auf See geworden. In den letzten Jahren entstanden Helik
2.500 Megawatt plus Repowering braucht der Klimaschutz ...
?Wir können die Klimaschutzziele nur mit Windkraft-Zubau erreichen. Deshalb wollen wir, dass es deutschlandweit beim Zubau von 2.500 Megawatt plus Repowering pro Jahr bleibt, den wir beim EEG 2014 ausgehandelt haben", fasste Dr. Ingrid Nestle die Ziele der Landesregierung für die nächsten V
Weitere Mitteilungen von windcomm schleswig-holstein - Wirtschaftsförderung Nordfriesland
Samil Power auf der Intersolar Europe 2014 - Wechselrichter von 1 bis 30kW. Einfach an alles gedacht! ...
Solare Stringwechselrichter von 1 bis 30kW und die dazu gehörigen Accessoires: Samil Power präsentiert sich auf der diesjährigen Intersolar 2014 mit einem erneuerten und komplementierten Produktportfolio, bei dem an alles gedacht wurde. Die Messebesucher finden den 160qm großen Samil Power Me
Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gegen steigende Stromkosten? ...
Um die Stromrechnung zu senken, kann einfach den Strombieter wechseln. Besser noch ist es in eine Photovoltaik-Anlage zu investieren um erzeugten Strom für den Eigenbedarf zu nutzen. Kein anderer Bereich der Lebenshaltung hat sich in jüngster Zeit so rasant verteuert wie die Kosten für Strom. Za
Hauptversammlung der SMA Solar Technology AG erteilt Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit Entlastung ...
Die Aktionäre der SMA Solar Technology AG (SMA/FWB: S92) haben Vorstand und Aufsichtsrat auf der heutigen Hauptversammlung 2014 in Kassel mit einer großen Mehrheit von über 99 Prozent für das Geschäftsjahr 2013 Entlastung erteilt. Die übrigen Tagesordnungspunkte erhielten ebenfalls die mehrhe
HKI: Heizen mit Biomasse - Holz deckt rund acht Prozent des privaten Wärmebedarfs ...
Frankfurt am Main. - Feste Biomasse in Form von Holz macht heute knapp 80 Prozent der erneuerbaren Energien aus, die in Deutschland zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden. Holz wird dabei überwiegend von den Privathaushalten genutzt und deckt rund acht Prozent des Wärmebedarfs insgesamt. Darauf mac




