Schwäbische Zeitung: Arbeit ist nicht alles - Kommentar
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wissen die Unternehmer. Die Unternehmer wissen auch, woher ihr
Wohlstand kommt. Sie verdanken ihn dem europäischen Binnenmarkt, dem
Aufschwung in den Schwellenländern und nicht zuletzt den stabilen
Rahmenbedingungen in Deutschland. Wenn sie diese Rahmenbedingungen
kritisieren, dann ist das nicht nur Kritik auf hohem Niveau. Sie
verlangen von Staat und Gesellschaft auch das, was sie oft genug den
Gewerkschaften vorwerfen: Ein Rundum-Sorglos-Paket. Von der Wiege bis
zur Bahre soll der Bürger vor allem Arbeitnehmer sein: billig,
Vollzeit verfügbar und passgenau ausgebildet. Sie verkennen dabei,
dass es nicht zuvorderst die Aufgabe der Schulen ist,
Ganztagsbetreuung und Fachkräfteausbildung bereitzustellen, damit der
Strom der Ingenieure nie versiegen möge. Die Schulen sollen mündige
Bürger hervorbringen, die die Demokratie zum Überleben braucht. Auch
das Ehrenamt ist nicht dazu da, Arbeitnehmer von der Arbeit
abzulenken, oder dem Staat seine Aufgabenerfüllung zu erleichtern. Es
ist ein Bedürfnis der Menschen, sozial zu sein. Soziale
Marktwirtschaft bedeutet auch, diesen menschlichen Bedürfnissen Raum
zu geben - und sei es durch die Möglichkeit zu fünf Tagen
Bildungsfreistellung im Jahr.
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Datum: 04.06.2014 - 20:30 Uhr
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