Warnsignale rechtzeitig erkennen
Unternehmen geraten selten von einem Tag auf den anderen in eine wirtschaftliche Schieflage. Um eine drohende Krise abzuwenden, sollten deswegen schon die ersten Anzeichen ernst genommen werden.
Um die Liquiditätslücke zu überbrücken, werden bei Lieferanten Zahlungsziele ausgereizt statt Skonti genutzt, und die Kreditlinie bei der Hausbank wird immer mehr in Anspruch genommen. Natürlich nur „vorübergehend“, denn noch denkt man, dass es schon wieder besser wird. „Meist ist das ein Trugschluss“, sagt Professor Dr. Tobias Schulze, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter bei Ecovis. „Auf alle Fälle sollte man die Entwicklung im Auge behalten. Wenn sich diese kurzfristigen Verbindlichkeiten nicht bald wieder normalisieren oder gar weiter steigen, ist das ein ernstes Warnzeichen.“
Alarmsignale
Höchste Zeit, etwas zu unternehmen, ist es, wenn Mahnschreiben kommen oder Löhne und Gehälter nicht mehr pünktlich gezahlt werden können. Die Alarmglocken sollten auch schrillen, wenn die Hausbank plötzlich zusätzliche Unterlagen anfordert – weil sie bei der Kontoanalyse entdeckt hat, dass die Zahlungseingänge zurückgehen oder die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.
„Dann besteht die Gefahr, dass die Bank die Zügel anzieht und sagt: Wir können nur weiter Kredit gewähren, wenn das Unternehmen von einer Beratungsfirma ein Restrukturierungskonzept nach dem Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IdW) erstellen lässt und darin die Sanierungsfähigkeit bestätigt wird“, erklärt Tobias Schulze. Die Kosten für ein solches Gutachten können schnell 30.000 bis 50.000 Euro erreichen – eine zusätzliche Liquiditätsbelastung. „Vor allem aber ist der Unternehmer ab dem Moment, in dem die Bank eingreift, nicht mehr alleiniger Herr im eigenen Haus.“
So weit sollte man es nicht kommen lassen – erst recht nicht bis zur Insolvenz. Die im März 2013 in Kraft getretene Reform des Insolvenzrechts hat trotz einiger Verbesserungen die Sanierung mittelständischer Unternehmen kaum erleichtert, wie Insolvenzverwalter Schulze im Newsletter „ECOVIS turnaround“ nachweist. „Eine große Schwäche ist“, so Schulze, „dass das gesetzliche Sanierungsverfahren immer noch an einen Insolvenzantrag geknüpft ist, dem ein gesellschaftlicher Makel anhaftet.“
Damit es gar nicht erst zu einer Krise kommt, sollten Unternehmer „auf jede Art von negativer Veränderung achten und frühzeitig nach deren internen Ursachen forschen“, rät Steffen Wartenberg. „Was läuft im Unternehmen schief? Was machen Wettbewerber besser?“ Je früher man reagiert, desto mehr Zeit und Handlungsspielraum bleibt, um wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei der Ursachenanalyse und Problemlösung sollte der Unternehmer auch sachkundige Externe einbeziehen. Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Ecovis ist ein Beratungsunternehmen für den Mittelstand und zählt in Deutschland zu den Top 10 der Branche. In den mehr als 130 Büros in Deutschland sowie den über 60 internationalen Partnerkanzleien arbeiten etwa 4.500 Mitarbeiter. Ecovis betreut und berät Familienunternehmen und inhabergeführte Betriebe ebenso wie Freiberufler und Privatpersonen. Um das wirtschaftliche Handeln seiner Mandanten nachhaltig zu sichern und zu fördern, bündelt Ecovis die nationale und internationale Fach- und Branchenexpertise aller Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Unternehmensberater. Jede Ecovis-Kanzlei kann auf diesen Wissenspool zurückgreifen. Die ECOVIS Akademie ist zudem Garant für eine fundierte Ausbildung sowie eine kontinuierliche und aktuelle Weiterbildung. Damit ist umfassend gewährleistet, dass die Mandanten vor Ort persönlich gut beraten werden.
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Datum: 08.07.2014 - 09:31 Uhr
Sprache: Deutsch
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Meldungsart: Finanzinformation
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Freigabedatum: 11.07.2014
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