Deutsche AIDS-Hilfe zur Welt-Aids-Konferenz: Diskriminierungsfreie Prävention und Versorgung jetzt!
ID: 1084479
in den meisten Ländern keine angemessene Prävention und
Gesundheitsversorgung.
Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) teilt die Einschätzung der WHO, dass
hier dringender Handlungsbedarf besteht, und stellt dieses Thema bei
der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne ins Zentrum ihrer Aktivitäten.
Auch in Deutschland gibt es in diesem Bereich noch Defizite.
Ausgrenzung macht Prävention unmöglich
Zu den genannten Gruppen mit besonders hohem HIV-Risiko zählen vor
allem Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben,
Drogenkonsumenten, Menschen in Haft, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter
sowie Menschen mit Trans*-Identität, die in vielen Ländern schwerer
Diskriminierung ausgesetzt sind. Das gilt zum Beispiel in Osteuropa
und Zentralasien, wo die Infektionszahlen zurzeit steigen.
Dazu sagt DAH-Vorstandsmitglied Carsten Schatz:
"Eine wirksame Prävention und Gesundheitsversorgung wird durch
Ausgrenzung und Strafverfolgung unmöglich gemacht. Diskriminierung
ist ein Motor der Epidemie und kostet viele Menschen Leben oder
Gesundheit. Das Erfolgsrezept ist einfach: Wer die Menschenrechte
achtet, hat auch Erfolg in der Prävention. Aus unserer 30-jährigen
Arbeit wissen wir, welche Maßnahmen wirken. In Melbourne möchten wir
anderen Ländern ein Beispiel geben und sie motivieren neue Wege zu
beschreiten. Nur so lassen sich die Erfolge in den internationalen
Bestrebungen gegen HIV und Aids fortsetzen. Dringend notwendig ist
außerdem eine noch bessere Versorgung mit HIV-Medikamenten."
Weltweit brauchen mehr als sechs Millionen Menschen dringend eine
HIV-Therapie, haben aber keinen Zugang zu den lebensrettenden
Medikamenten. Zu einer so genannten Postexpositionsprophylaxe, die
eine Infektion nach einem Risiko noch verhindern kann, haben weltweit
nur relativ wenige Menschen Zugang.
Maßnahmen für die am stärksten Bedrohten
Wie die am stärksten betroffenen Gruppen versorgt werden können,
verdeutlicht die Deutsche AIDS-Hilfe in Melbourne anhand ihrer
"Wussten Sie eigentlich?"-Kampagne mit Lebensgeschichten von Menschen
aus allen genannten Zielgruppen. Die Kampagnenwebsite ist anlässlich
der Welt-Aids-Konferenz jetzt auch auf Englisch verfügbar.
Zu einer angemessenen Versorgung gehören neben Informationen in
der Sprache der Zielgruppe und Material (wie zum Beispiel Spritzen
für den Drogenkonsum) zum Beispiel diskriminierungsfreie Beratungs-
und Testangebote.
Verwurzelung der Prävention in der Selbsthilfe
Schatz weiter: "Das Erfolgsgeheimnis der deutschen HIV-Prävention
für die am stärksten betroffenen Gruppen ist die Verwurzelung in der
Selbsthilfe und das klare Bekenntnis gegen Diskriminierung.
HIV-Prävention muss die Lebensweisen ihrer Zielgruppen respektieren
und ihnen anbieten, was sie brauchen, um sich zu schützen. Dieses
Vorgehen hat ermöglicht, dass die Zahl der Neuinfektionen in
Deutschland im internationalen Vergleich niedrig ist."
Die Deutsche AIDS-Hilfe wird für diese Prävention vom
Bundesgesundheitsministerium gefördert. Mit der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung, die diese Förderung umsetzt, besteht eine
erfolgreiche Arbeitsteilung.
Missstände auch in Deutschland
Doch auch in Deutschland gibt es noch erhebliche Defizite:
Drogenkonsumräume, die nachweislich Leben retten, gibt es nur in
sechs Bundesländern. Spritzenvergabe für Drogenkonsumenten in
Haftanstalten wird - mit Ausnahme einer einzigen Haftanstalt -
überhaupt nicht angeboten. Zugleich beobachten wir mit großer Sorge
einen Trend zu stärkerer Repression gegen Sexarbeiterinnen und
Sexarbeiter in Europa.
Die DAH in Melbourne
Die Deutsche AIDS-Hilfe ist in Melbourne mit einer neunköpfigen
Delegation vertreten, zu der auch Menschen mit HIV beziehungsweise
aus den oben genannten Gruppen zählen.
Pressemitteilung mit digitaler Pressemappe: http://ots.de/VYYY3
Kampagne "Wussten Sie eigentlich?":
http://wusstensie.aidshilfe.de/
Englische Version "Did you know?": www.didyouknow.tips
Pressemitteilung der WHO: http://ots.de/XI1Pj
www.aidshilfe.de
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Wilhelmstraße 138
10963 Berlin
Tel. 030 - 69 00 87 16
ab 18.7. mobil in Melbourne erreichbar: +49 171 274 95 11
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 15.07.2014 - 12:18 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1084479
Anzahl Zeichen: 4936
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Soziales
Diese Pressemitteilung wurde bisher 227 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutsche AIDS-Hilfe zur Welt-Aids-Konferenz: Diskriminierungsfreie Prävention und Versorgung jetzt!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche AIDS-Hilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Gemeinsame Pressemitteilung von Aktionsbündnis gegen AIDS, AIDS Action Europe und Deutsche Aidshilfe Resolution der Staatengemeinschaft bleibt hinter Erwartungen zurück: Erneut ist keine Einigung auf eine ambitionierte Strategie mit konkreten Finanzierungszusagen möglich. Vom 8.-10. Juni 202
Deutsche Aidshilfe zu 40 Jahren Aids: Mit HIV kann man heute gut leben, Aids lässt sich verhindern / Versorgungslücken schließen, Stigma und Diskriminierung überwinden! ...
40 Jahre Aids: Am 5. Juni 2021 jährt sich die erste wissenschaftliche Erwähnung des Krankheitsbildes zum 40. Mal. Die US-amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) berichteten von fünf homosexuellen Männern, die an einer ungewöhnlichen Form von Lungenentzündung erkrankt waren. Ein gute
LGBTIQ*-Orten droht der Lockdown-Knockout ...
Deutsche Aidshilfe zum heutigen IDAHOBIT: Queere Menschen mitdenken und stärken, Schutzräume schützen und erhalten. Nötig sind Finanzhilfen und Beteiligung. LGBTIQ* sind von der Covid19-Pandemie in besonderer Weise belastet. Zum einen wurden ihre Lebensweisen in Corona-Verordnungen oft nicht b
Weitere Mitteilungen von Deutsche AIDS-Hilfe e.V.
IKEA legt nationalen Nachhaltigkeitsbericht vor ...
Ob Mittagstisch für Kinder, Lampensanierung für einen Kindergarten, Akut-Hilfe für Flutopfer, Insektenhotels und Nistkästen als aktiver Beitrag zum Umweltschutz - die Ideen und Initiativen, mit denen sich die 48 deutschen IKEA Einrichtungshäuser direkt vor Ort sozial engagieren und für Nach
Neue Strukturen und Vorstände bei der Stiftung Menschen für Menschen - Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe ...
- Organisation modernisiert Struktur und Ablaufprozesse - Neue Vorstände berufen Die von Karlheinz Böhm vor über 30 Jahren gegründete Hilfsorganisation Menschen für Menschen stellt sich für die Zukunft auf und strukturiert Organisation und Arbeitsprozesse in Deutschland und Äthi
Alkohol Hauptgrund für "Idiotentest" / 90 Prozent der Teilnehmer an der medizinisch-psychologischen Untersuchung sind Männer ...
Meistens ordnet die Führerscheinbehörde sie an: die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU). Der Volksmund hat den unfreundlichen Begriff "Idiotentest" dafür erfunden. Im Jahr 2012 nahmen rund 94000 Personen daran teil, 90 Prozent davon waren Männer, berichtet die "Apotheke
Großes Finale der "Recykling Rejs" in Brandenburg - PlasticsEurope vereint Sport und Umweltschutz bei der Kanu-Rennsport-EM ...
Die "Recykling Rejs" des polnischen Umweltaktivisten Dominik Dobrowolski endete jetzt bei der Kanu-Rennsport-Europameisterschaft in Brandenburg an der Havel. Unterstützt von PlasticsEurope war Dobrowolski in 16 Tagen rund 1.000 Kilometer mit dem Kanu über Weichsel, Oder und Havel von




