Südwest Presse: Kommentar zu ISRAEL
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selbstverständlich auch für Israel. Die hunderte Raketen, die seit
Wochen vom Gazastreifen aus auf das Land abgeschossen werden, sind
eine Bedrohung, auch wenn die wenigsten Geschosse großen Schaden
anrichten. Noch. Denn die Hamas im Gazastreifen hat aufgerüstet und
inzwischen Waffen mit bedrohlicher Reichweite im Repertoire.
"Befreundete" Staaten und Scheichtümer haben geliefert. Sie spielen
ihre gefährlichen Politik-Trümpfe über die radikalislamische
Rumpfregierung aus. Verbunden ist die Hamas mit ihnen unter anderem
über ein System aus tausenden Tunneln. Dieses hat Israel jetzt im
Visier. Mit einer - wie sie sagt - begrenzten Bodenoffensive hofft
die Regierung Netanjahu auf einen ultimativen Schlag, der Israel für
lange Zeit vom Dauerbeschuss befreit. Das ist eine Strategie, die
ausschließlich an den Auswirkungen ansetzt, die Ursachen der Gewalt
aber ausblendet. Sie ist nicht nur brandgefährlich, sie wird nie und
nimmer zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage in Nahost führen. Im
Gegenteil: Mit der steigenden Zahl der Toten im Gazastreifen wächst
die tödliche Wut auf palästinensischer Seite. Die jetzige Offensive
könnte nicht nur Nährboden für eine neue Intifada in unmittelbarer
Nachbarschaft sein, sie heizt in einem viel größeren Rahmen den Zorn
muslimischer Staaten auf den Dauerfeind Israel und die mit ihm
verbündeten Länder an. Mit seinen Panzern mag Israel Tunnel treffen,
Sicherheit in einem umfassenden Sinn gewinnt es damit nicht. Diese
kann nur die Politik mit einem fairen Ausgleich erreichen. Doch dazu
sind beide Kontrahenten nicht bereit.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 18.07.2014 - 19:40 Uhr
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