Schwäbische Zeitung: Israels falsches Maß
ID: 1087582
Recht auf Selbstverteidigung. Besonders dann, wenn unser Partner im
Nahen Osten unverhältnismäßig reagiert, so wie jetzt im Gazakrieg.
Natürlich hat Israel ein Recht auf Selbstverteidigung. Leider
schweigen die meisten deutschen Politiker zur Wahl der Mittel, mit
denen gegen die Bewohner des Gazastreifens vorgegangen wird. Das ist
ungeschickt, um es vorsichtig zu sagen.
Von Joschka Fischer, einem großen Freund Israels, stammt der Satz,
dass Freunde, die einander nicht kritisierten, keine seien.
Deutschland versteht sich, historisch wie kulturell, als Partner
Israels. Diesen zu kritisieren, seine Aktionen zu hinterfragen, hat
nichts mit dem tumben Antisemitismus zu tun, der sich dieser Tage in
Deutschland und Frankreich Bahn bricht.
Über 500 Palästinenser, viele von ihnen Frauen und Kinder, sind in
den vergangenen Tagen bei israelischen Luftangriffen und während des
Häuserkampfes zu Tode gekommen. Natürlich bauen die Strategen der
Hamas ihre Raketenrampen kaltblütig in die Nähe von Schulen und in
dicht besiedeltes Gebiet. Natürlich ist jeder palästinensische Tote
ein Propagandaerfolg für die Hamas, die sich als einzig verlässliche
soziale und militärische Kraft präsentiert.
Wenn aber Kinder und WM-Zuschauer am Strand von Gaza getötet
werden, stimmt etwas nicht in der israelischen Strategie. Für Israel
sollte es darum gehen, die Raketen zu zerstören und die Tunnel zu
unterbrechen. Das rechtfertigt keine Angriffe auf Krankenhäuser oder
den Tod gesamter Familien.
Es wiederholt sich, was schon bei früheren Auseinandersetzungen im
Gazastreifen und in der Westbank geschah: Auf terroristische Angriffe
wird mit präzisen Schlägen geantwortet, aber auch mit brachialer
Gewalt.
In der deutschen Politik wird dagegen weiter das
Selbstverteidigungsrecht Israels unterstrichen. Dabei haben Politik
wie Medien der Menschlichkeit Wort und Gestalt zu geben, nicht die
Tötung von Zivilisten schönzureden.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 22.07.2014 - 19:39 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1087582
Anzahl Zeichen: 2390
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 279 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Israels falsches Maß"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Mitteldeutsche Zeitung: zu Investitionsstandort Sachsen-Anhalt ...
Ausländische Investoren haben vergangenes Jahr hier mehr als 1 500 Arbeitsplätze geschaffen - im Bundesvergleich ist das Platz zwei für Sachsen-Anhalt. Eine gute Nachricht, mehr davon! Leider kommt gleich im zweiten Absatz die Euphorie-Bremse: Eine gute Platzierung in einer Studie macht Sachs
Mitteldeutsche Zeitung: zu antiisraelischen Demonstrationen ...
Man mag die Wut und den Hass verstehen können, mit denen Palästinenser auf Israel schauen. Wenn einem das Haus zerbombt, Familie und Freunde umgebracht werden, ist es geradezu übermenschlich, diese Gefühle nicht zu entwickeln. Aber wir wissen auch, dass Wut und Hass zerstörerische Gefühle
Aachener Zeitung: Deutsche Staatsräson / Woran sich die Linkspartei orientieren müsste / Kommentar von Peter Pappert ...
Auf deutschen Straßen hat sich in den vergangenen Tagen Antisemitismus ausgetobt, wie man es nicht für möglich gehalten hätte. Im Internet ist das leider Alltag - widerwärtig und menschenverachtend. Aber der Rassismus ist hemmungsloser und aggressiver geworden. Dass dagegen eine breite Front
Westdeutsche Zeitung: Entschlossen gegen Antisemitismus = von Olaf Steinacker ...
Am Sonntag brüllten die Demonstranten in Düsseldorf "Israel Kindermörder" - in die Luft reckten sie bei dem polizeibewehrten Umzug durch die Innenstadt neben Flaggen der Palästinenser auch zahlreiche Deutschlandfähnchen. In Berlin musste am selben Tag ein israelisches Ehepaar vor




