Wahl zum Sport-Stipendiat des Jahres - Hockey-Europameister Linus Butt im Interview / Deutsche Bank und Sporthilfe suchen Gewinner / Top 5 inöffentlicher Online-Abstimmung unter www.sportstipendiat.de
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Hockey-Nationalmannschaft Europameister. Der Turniersieg ist für den
27-jährigen Verteidiger besonders bedeutsam, da bei diesem Turnier
gleich zwei verletzungsbedingte Ausfälle in der Abwehr kompensiert
werden mussten. Außerdem gewann Butt mit der deutschen Mannschaft die
World Hockey League, was die Qualifikation für die WM 2014 bedeutete,
für die er auch nominiert wurde. Er studiert Humanmedizin in Köln.
2014 hat er seine schriftliche Examensprüfung mit der Note 1
abgeschlossen. Trotz der zeitlichen Belastung durch Trainingsalltag
und Bundesliga sowie Trainingslager und Turniere mit der
Nationalmannschaft hat er es geschafft, nur ein Semester über der
Regelstudienzeit zu studieren.
Du hast in diesem Frühjahr Deine Examensprüfung nicht nur mit der
Note eins abgeschlossen, sondern gehörst mit der erreichten Punktzahl
auch zu den besten zwei Prozent Deines Jahrgangs - bundesweit. Wie
bringst Du sportliche und akademische Top-Leistungen unter einen Hut?
Das letzte Studienjahr war in der Tat extrem anstrengend. Von
Oktober an habe ich etwa sechs Monate lang ein bis zwei
Trainingseinheiten und selten weniger als 10 Stunden Lernen pro Tag
miteinander in Einklang bringen müssen. Dazu kamen Bundesligaspiele
an den Wochenenden, ein zweiwöchiges Turnier mit der
Nationalmannschaft in Indien und mehrere Trainingslager mit der
Nationalmannschaft, darunter 13 Tage Südafrika.
Hattest Du überlegt, wegen des Examens eine Hockey-Pause
einzulegen?
Letztes Jahr im August habe ich in der Tat lange mit mir gehadert,
ob ich das Wagnis eingehen sollte, die Großprojekte Examen und
Weltmeisterschaft gleichzeitig anzugehen. Denn der Examenstermin im
Frühjahr und die WM-Vorbereitung ab Januar kollidierten miteinander.
Die Alternative wäre gewesen, das Examen erst nach der WM im Herbst
2014 zu schreiben. Nach vielen Gesprächen mit meiner Freundin und
meinen engsten Freunden habe ich mich dazu entschieden, die
Doppelbelastung auf mich zu nehmen. Im Nachhinein bin ich unglaublich
froh darüber, dass ich mich das getraut habe. Nicht nur, weil ich
jetzt weiß, dass beides geklappt hat, sondern vor allem, weil ich der
festen Überzeugung bin, dass sich beide Projekte gegenseitig positiv
beeinflusst haben. Beim Lernen hat es mir sehr geholfen, dass ich im
Training, in Spielen oder bei Lehrgängen mit der Mannschaft den Kopf
freibekommen konnte und nicht dauernd an den Lernstoff denken musste.
Andersherum hat mir das disziplinierte Lernen immens dabei geholfen,
auch im Training die notwendige Disziplin und Strukturiertheit
aufzubringen. Dieser Augenblick im August war daher für mich der
besondere Moment im vergangenen Jahr und hat mir gezeigt, dass sich
das Konzept "Duale Karriere" auszahlen kann.
Für die im Mai ausgetragene WM wurdest Du nominiert, der
Turnierverlauf war jedoch nicht so erfolgreich wie bei den Kollegen
aus dem Fußball.
Es war eine ziemliche Enttäuschung. Wir hatten uns viel mehr
vorgenommen, als wir dann letztendlich zeigen konnten. Der sechste
Platz war das schlechteste Ergebnis in der Geschichte des Deutschen
Hockey-Bundes. Das lag meines Erachtens an der nicht einfachen
Vorbereitung. Wir hatten Verletzungsausfälle und wenige
Vorbereitungsspiele. Zu Beginn des Turniers waren wir definitiv noch
nicht bei 100 Prozent, das hat sich dann im Turnierverlauf
durchgezogen.
Bist Du trotzdem weiter motiviert?
Absolut. Diese WM kann es ja jetzt nicht gewesen sein. Ich will
wieder beweisen, dass wir es auch anders können. Aktuell kuriere ich
aber erstmal einen Erguss in der Hüfte aus, den ich schon zwei Jahre
mit mir herumschleppe. Momentan mache ich deshalb nur Krafttraining
und fahre Fahrrad - abends nach Dienstschluss, denn ich mache gerade
mein Praktisches Jahr im Krankenhaus, parallel schreibe ich meine
Doktorarbeit. Das heißt, langweilig ist mir nicht gerade, für mich
ist das aber trotzdem eine komische Situation. Denn bisher war ich in
meiner zehnjährigen Bundesligazeit ganz selten verletzt, so dass ich
sonst maximal zwei Wochen Turnierpause hatte, jetzt sind es schon
vier Wochen. Ich fürchte, ich bin momentan etwas unausgeglichen. Ich
freue mich deshalb, wenn ich wieder ins Mannschaftstraining
einsteigen kann und auf den Bundesliga-Beginn Anfang September.
Und Ende des Jahres steht für die Nationalmannschaft mit der
Champions Trophy in Indien dann ein weiterer Höhepunkt an.
Mein Praktisches Jahr habe ich noch vor der WM im Mai begonnen,
das geht 48 Wochen lang. In dieser Zeit stehen mir genau 30 Fehltage
zu, für die WM habe ich davon schon fast die Hälfte aufgebraucht.
Deshalb werde ich die Champions Trophy leider nicht mitspielen
können. Mein Fokus liegt auf der World League nächstes Jahr in
Argentinien, da geht es dann um die Quali für die Olympischen Spiele
in Rio. Das soll mein nächster sportlicher Höhepunkt werden, auch die
EM im nächsten Jahr will ich mitspielen.
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Im Mai 2012 hat die Deutsche Bank im Rahmen der Sporthilfe-Förderung
das "Deutsche Bank Sport-Stipendium" ins Leben gerufen, durch das die
Förderung für studierende Spitzenathleten auf 300 Euro im Monat
verdoppelt werden konnte. Aktuell profitieren rund 300
Sporthilfe-geförderte Athleten vom Programm, das mit dem dritten
Semester einsetzt und mit einem Zeitbonus über die Regelstudienzeit
hinaus gewährt wird. Die besonderen Leistungen der studierenden
Athleten sollen mit der Wahl zum Sport-Stipendiaten des Jahres
zusätzlich herausgestellt und gewürdigt werden - dieses Jahr zum
zweiten Mal. Preisträger 2013 war Hockey-Olympiasieger und
Medizinstudent Martin Häner. Der Preisträger erhält in den folgenden
drei Semestern von der Deutschen Bank den doppelten Stipendiumsbetrag
von 600 Euro pro Monat.
Diese Sporthilfe-Athleten stehen zur Wahl: Malaika Mihambo, Anna
Schaffelhuber, Laura Vargas Koch, Linus Butt und Ingolf Keba. Jeder
Interessierte kann an dieser Wahl bis 22. August teilnehmen:
www.sportstipendiat.de. Unter allen Teilnehmern des Online-Votings
wird ein Kurz-Aufenthalt in Berlin für zwei Personen verlost -
inklusive zwei Übernachtungen, der Teilnahme an der feierlichen
Preisverleihung des Sport-Stipendiaten 2014 am 11. September und
einer privaten Führung mit Blick hinter die Kulissen des Berliner
Olympiastadions.
Kontakt:
Stiftung Deutsche Sporthilfe
Jörg Hahn
Otto Fleck-Schneise 8
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069-67803 - 500
Fax: 069-67803 - 599
E-Mail: joerg.hahn@sporthilfe.de
Internet: www.sporthilfe.de
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Datum: 24.07.2014 - 11:00 Uhr
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