Südwest Presse: KOMMENTAR zu ISRAEL
ID: 1088617
Ausgabe vom 25.07.2014 Die Menschen, die dieser Tage mit einfachen
aber oftmals hasserfüllten Parolen gegen die Kämpfe in Nahost auf die
Straße gehen, können sicher sein: In diesem Krieg haben beide Seiten
Blut an den Händen. Die Hamas, die sich in Wohngebieten verschanzt
und aus dem in Kauf genommenen Tod Unschuldiger politisches Kapital
schlagen will. Und Israel, das mit seinen Angriffen auf dichtest
besiedeltes Terrain mit vielen zivilen Opfern kalkulieren muss.
Flugblätter mit Warnhinweisen, die kurz vor einem Angriff abgeworfen
werden, sind nicht mehr als ein Feigenblatt. Sie sollen der brutalen
Kriegswirklichkeit einen humanistischen Anstrich geben - und
möglicherweise Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen an der
palästinensischen Bevölkerungen vorbeugen. Der
UN-Menschenrechtsausschuss prüft schon mal. Zum Einlenken bewegen
wird das die Kontrahenten nicht. Das schafft nur Druck von außen, der
Israel sicher härter trifft. Das Land hat mehr zu verlieren, auch
durch ein Flugverbot ausländischer Linien. Einbrüche im Tourismus
spürt das Land. Die USA haben ihr Verbot nun zurückgezogen. Mit einer
Entspannung auf dem Boden hat der Schritt nichts zu tun. Tel Aviv
wird von der Hamas beschossen. Wer kann garantieren, dass jede Rakete
rechtzeitig abgefangen wird? Ein Irrtum in diesem Punkt würde das
Leben hunderter Zivilisten kosten. Der Preis ist zu hoch. Auch für
eine politische Freundschaft.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 24.07.2014 - 18:41 Uhr
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