Medikamente gegen Sodbrennen: Einnahme "bei Bedarf" nicht immer richtig

Medikamente gegen Sodbrennen: Einnahme "bei Bedarf" nicht immer richtig

ID: 1088947
(ots) - Rezeptfreie Medikamente gegen Sodbrennen oder
saures Aufstoßen sollten je nach Arzneistoff zu unterschiedlichen
Zeiten eingenommen werden. Eine Einnahme "bei Bedarf", also bei
akuten Beschwerden, ist nicht immer richtig. "Patienten sollten sich
vor jeder Selbstmedikation in der Apotheke beraten lassen. Das gilt
besonders für die Einnahmezeitpunkte", sagt Gabriele Overwiening,
Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer.
"Ohne ärztlichen Rat sollten rezeptfreie Medikamente gegen
Magenbeschwerden nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden."

Zur Gruppe der Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören u.a. die
Arzneistoffe Omeprazol und Pantoprazol. Ihre Wirkung entfalten sie,
indem sie die Säurebildung in den Zellen der Magenwand unterdrücken.
Diese Medikamente werden in der Regel einmal täglich vor dem
Frühstück eingenommen. Ihre säurehemmende Wirkung hält einen Tag an.
Eine Einnahme "bei Bedarf" ist nicht sinnvoll.

Rezeptfreie Medikamente aus der Gruppe der H2-Rezeptor-Blocker
verhindern ebenfalls die Bildung von Säure in der Magenwand. Zu
dieser Gruppe gehören u.a. die Arzneistoffe Ranitidin und Famotidin.
Diese Medikamente werden morgens und abends unabhängig von den
Mahlzeiten eingenommen. Auch sie sollten nicht nach Bedarf angewendet
werden.

Bei Bedarf eingenommen werden hingegen die Antazida. Diese
Medikamente hemmen nicht die Säureproduktion in der Magenwand,
sondern binden bzw. neutralisieren bereits gebildete Säure im
Mageninneren. Ihre Wirkung setzt schnell ein, hält aber nur wenige
Stunden lang an. Der Speisebrei bindet selbst ebenfalls Säure, daher
ist eine Einnahme zwischen den Mahlzeiten empfehlenswert. Nachts
bildet der Magen viel Säure, daher ist eine zusätzliche Einnahme vor
dem Schlafengehen vorteilhaft. Um Wechselwirkungen zu vermeiden,


sollte andere Medikamente frühestens zwei Stunden nach einem
Antazidum eingenommen werden.

Diese Pressemitteilung und weitere Informationen stehen unter
www.abda.de



Pressekontakt:
Dr. Ursula Sellerberg, MSc,
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel. 030 40004-134
E-Mail: u.sellerberg@abda.aponet.de

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