Neue OZ: Nachricht zuÜbergriffe auf Moscheen
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gestiegen
78 Attacken zwischen 2012 und 2014 - Zentralrat der Muslime sieht
anti-muslimische Ressentiments
Osnabrück. Die Zahl der Übergriffe auf Moscheen in Deutschland ist
in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das berichtet die "Neue
Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) unter Berufung auf eine Antwort der
Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im
Bundestag. Demnach wurden zwischen 2001 und 2011 im Schnitt 22
Übergriffe pro Jahr gezählt, 2012 und 2013 stieg die Zahl auf 35
beziehungsweise 36 im Jahr. Von Anfang 2012 bis März 2014 wurden 78
Attacken registriert, davon 13 in Niedersachsen.
Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek,
ist dies ein Zeichen für die Zunahme anti-muslimischer Ressentiments.
Im Gespräch mit der der "Neuen Osnabrücker Zeitung" forderte er "die
Einrichtung von eigenständigen und spezialisierten Fachabteilungen in
den Verwaltungen der Länder, um anti-muslimische rassistische
Tatbestände erfassen und beobachten zu können". Mazyek verwies auf
Nordrhein-Westfalen, wo diese separate Erfassung durch einen
Landtagsbeschluss künftig gegeben sei. Sein Appell richtete sich an
die Bundesregierung und die Innenministerkonferenz der Länder, diesen
Beschluss für alle Bundesländer verbindlich festzulegen. "Diese
Differenzierung wird von uns seit Jahren gefordert", sagte er.
Auch die innenpolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion,
Ulla Jelpe, sprach sich dafür aus, islamfeindliche Straftaten
statistisch genau zu erfassen, "wie dies etwa bei Straftaten von
Nazis schon der Fall ist". Im Gespräch mit der "Neuen OZ" zeigte sie
sich besorgt über die gestiegene Zahl der Übergriffe auf Moscheen:
"Hier ist ein gefährlicher Mix aus Rassismus und Sozialdarwinismus am
Gären, der sich zunehmend in Gewalt gegen Muslime äußert." In weiten
Teilen der Gesellschaft sei es "leider normal geworden, Muslime zu
Sündenböcken für eine ganze Reihe politischer und sozialer Missstände
zu machen".
Der aktuellen "Mitte"-Studie der Universität Leipzig zufolge hat
die Islamfeindschaft in Deutschland zuletzt deutlich zugenommen.
"Jeder dritte Deutsche findet, Muslimen sollte Zuwanderung nach
Deutschland untersagt werden", schreiben die Autoren.
Islamfeindschaft sei "das neue Gewand des Rassismus".
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Datum: 29.07.2014 - 05:00 Uhr
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