Gesucht: Azubis fürs Land

Gesucht: Azubis fürs Land

ID: 1090443
(ots) - Am 1. August beginnt das neue Ausbildungsjahr. Doch
Jahr für Jahr bleiben mehr Stellen unbesetzt. Vor allem ländliche
Regionen müssen - früher oder später - mit einem Fachkräftemangel
rechnen. Die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und die
Deutsche Bank haben Projekte ausgezeichnet, die Lösungswege für die
Zukunft aufzeigen.

In den kommenden Tagen starten Tausende Jugendliche in ihre
Ausbildung. Viele Stellen werden jedoch unbesetzt bleiben, viele
Schulabgänger vergeblich nach dem passenden Ausbildungsplatz suchen.
Bereits 2013 wurden nur 530.715 neue Ausbildungsverträge
abgeschlossen - so wenig wie nie zuvor. Das geht aus dem aktuellen
Berufsbildungsbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB)
hervor. Darüber hinaus stieg die Zahl der glücklosen
Ausbildungssuchenden um zehn Prozent auf 83.564. Gleichzeitig konnten
33.534 Azubi-Stellen nicht vergeben werden. Das sind fast doppelt so
viele wie noch vor fünf Jahren (2009: 17.255).

Viele Schulabgänger vom Land in die Stadt

Die Gründe für diese Situation bei der Ausbildungsplatzsuche seien
vielfältig, sagt Dr. Ulrich Neubauer, Referatsleiter "Entwicklung
ländlicher Räume" im Bundesministerium für Ernährung und
Landwirtschaft sowie Mitglied im Fachbeirat des Wettbewerbs
"Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen". "In erster Linie ist es der
demografische Wandel, der in vielen Regionen und Branchen Probleme
bereitet. In ländlichen Regionen kommt hinzu, dass junge Menschen
ihre Heimatregion verlassen und in die Ballungsräume abwandern."

Sinkende Schülerzahlen werden künftig den Nachwuchsmangel für
Unternehmen auf dem Land noch verstärken. Laut Statistischem
Bundesamt wird es bis 2020 voraussichtlich zwölf Prozent weniger 6-
bis 15-Jährige als 2009 geben. Neubauer: "Um diesem Trend begegnen zu


können, müssen ländliche Räume attraktiv sein für junge Familien.
Auch die Unternehmen auf dem Lande sollten sich auf diesen Wettbewerb
um Fachkräfte noch besser einstellen, um der Jugend Perspektiven vor
Ort zu bieten." Wie sich viele ländliche Kommunen und Unternehmen
bereits erfolgreich um künftige Fachkräfte bemühen, zeigen die
"Ausgezeichneten Orte 2014". Drei ausgewählte Siegerprojekte:

Karrierefibel als Ausbildungsbörse fürs Land

Nach dem Schulabschluss zieht es viele junge Menschen vom Land in
die Großstadt. Der Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück steuert
dagegen: In einer Karrierefibel erfahren Schüler des Landkreises,
welche Berufspotenziale ihre Heimat bietet. Über 60 Betriebe aus der
Region stellen sich darin vor. Die Fibel wird an Schulen verteilt,
die Internetseite informiert über Ferienjobs, Praktika und
Ausbildungsplätze.

Regionales Netzwerk erleichtert den Berufseinstieg

Arbeitsplätze sind rar in den strukturschwachen Räumen entlang der
Unterweser, gut ausgebildete junge Menschen wandern ab. Im Netzwerk
Schule, Wirtschaft und Wissenschaft ziehen Unternehmen, Schulen,
Kommunen und wissenschaftliche Einrichtungen an einem Strang, um
Schülern und Uniabsolventen den Berufseinstieg zu erleichtern. Mit
Schnuppertagen, Infomessen oder Stellenvermittlung bindet das
Netzwerk junge Fachkräfte an die Region.

Förderprogramm macht fit fürs Berufsleben

Statt über mangelnde Ausbildungsreife zu klagen, engagiert sich
Phoenix Contact aus dem lippischen Blomberg im Projekt "Aubikom". In
das Förderprogramm nehmen das Elektronik-Unternehmen und die örtliche
Hauptschule jährlich 15 Zehntklässler auf, die dem Einstellungstest
für Ausbildungsplätze nicht gewachsen sind. Lehrer frischen nicht nur
Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Physik auf, sondern vermitteln
auch Sozialkompetenz und machen die Jugendlichen fit fürs
Berufsleben.

Ländliche Räume neu gedacht

Unter dem Jahresthema "Innovationen querfeldein - ländliche Räume
neu gedacht" kürten die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und
die Deutsche Bank am 1. Juli die 100 besten Projekte, die zur
Gestaltung ländlicher Regionen beitragen. Mehr zu den
"Ausgezeichneten Orten 2014" liefert die Webseite der Initiative
http://land-der-ideen.de und das Themenportal zum Wettbewerb:
http://innovationen-querfeldein.de.

Service-Box: Die Top-Berufe auf dem Land (1)
1. Gärtner/in: 14.217 Auszubildende im Jahr 2012 im 1., 2. und 3.
Jahr (11.439 männlich, 2.778 weiblich)
2. Landwirt/in: 8.496 (7.548/948)
3. Forstwirt/in: 1.779 (1.704/78)
4. Pferdewirt/in: 1.776 (261/1.515)

Zu den ländlichen Ausbildungsberufen gehört auch der des
Landwirts. Ein ausführliches Portrait des Berufsbildes und weitere
Informationen finden Sie unter http://innovationen-querfeldein.de/mit
-dem-tablet-das-feld-bestellen/.

(1) http://berichte.bmelv-statistik.de/BIB-0102012-2012.pdf



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Datum: 30.07.2014 - 10:55 Uhr
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