TU Berlin: Sommermärchen und Hitzestress
Modernste Klima-Messstation auf dem Dach der TU Berlin vermisst die urbane Atmosphäre
"In Berlin haben wir im Mittel über zehn Jahre von 2001 bis 2010 pro Jahr 23 Tage mit Hitzestress festgestellt, die im Durchschnitt während vier sommerlicher Hitzeepisoden auftreten", erklärt Prof. Dr. Dieter Scherer, Sprecher der DFG-Forschergruppe, die mit vollem Namen "Urban Climate and Heat Stress in mid-latitude cities in view of climate change" (UCaHS) heißt.
"Einen Trend zu höheren Lufttemperaturen gab es in Berlin in diesem Zeitraum nicht. Die Todesfälle, rund 1600 pro Jahr, treten jeden Sommer auf, nicht nur in den Extremsommern." Der städtische Raum sei dabei höchstwahrscheinlich stärker betroffen als der ländliche. Die städtischen "Wärmeinseln", die auch in der Nacht Temperaturen aufweisen, die um bis zu zehn Grad höher liegen als im Umland, seien seit Jahren bekannt. Besonders betroffen sind ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die oft auch noch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Sie können nicht aus ihren überhitzten Wohnungen in der Stadt, die auch nachts nicht abkühlen, fliehen.
Die neue Energiebilanz-Messstation auf dem Dach des TU-Hauptgebäudes misst simultan Kohlendioxid- und Wasserdampfdichte, Lufttemperatur, Luftdruck und das dreidimensional Windfeld. Sie dient der experimentellen Untersuchung des städtischen Energiehaushalts. "Wir können damit eine Bilanz aus allen Energieaustauschprozessen zwischen der dreidimensionalen Stadtoberfläche und der urbanen Atmosphäre ziehen", erklärt TU-Klimatologe Dr. Fred Meier, der das Projekt zusammen mit seiner Kollegin Dr. Ute Fehrenbach an der TU Berlin koordiniert. "Diese Energieaustauschprozesse haben eine große Bedeutung für das Stadtklima. Zum Beispiel ist die wesentlich größere Wärmespeicherkapazität der Stadt eine zentrale Ursache der nächtlichen urbanen Wärmeinsel." Mit der Inbetriebnahme dieser berlinweit einmaligen Messstation stehen den Wissenschaftlern nun auch Daten für die Evaluierung neuartiger Stadtklimamodelle zu Verfügung.
In der DFG-Gruppe erforschen Klimatologen, Stadtgeografen, Hydrologen, Mediziner, Architekten, Stadtplaner und Sozialwissenschaftler die Auswirkungen des zukünftigen Klimawandels. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Forschern der Humboldt-Universität zu Berlin, des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der Charite Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin durchgeführt.
3.288 Zeichen
Information:
Dieter Scherer, Ute Fehrenbach, Tobia Lakes, Steffen Lauf, Fred Meier, Christian Schuster 2013: Quantification of heat-stress related mortality hazard, vulnerability and risk in Berlin, Germany. DIE ERDE 144 (3-4), 238-259
Publikation im Internet: www.die-erde.org/index.php/die-erde/article/view/49
www.klima.tu-berlin.de , www.ucahs.org
Fotomaterial zum Download
www.tu-berlin.de/?id=150115
Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Stefanie Terp, Pressesprecherin TU Berlin, Tel.: 030/314-23922, stefanie.terp@tu-berlin.de
Dr. Fred Meier, TU Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Klimatologie, Tel.: 030 / 314-71496, E-Mail: Fred.Meier@tu-berlin.de
Prof. Dr. Dieter Scherer, TU Berlin, Institut für Ökologie, Fachgebiet Klima-tologie, Tel.: 030 / 314-73195, E-Mail: Dieter.Scherer@tu-berlin.de
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
The internationally renowned Technische Universität Berlin is located in Germany"s capital city at the heart of Europe. Our academic activities are focused on achieving sharply-defined goals: building a distinctive profile for our university, ensuring exceptional performance in research and teaching, providing our graduates with excellent qualifications and a modern approach to university administration. The TU Berlin strives to promote the dissemination of knowledge and to facilitate technological progress through adherence to the core principles of excellence and quality. Strong regional, national and international networking with partners in science and industry are an important aspect in these endeavors.
TU Berlin,
Dr. Fred Meier
Rothenburgstraße 12
12165 Berlin
Fritz.Meier(at)tu-berlin.de
030/314-71496
http://www.tu-berlin.de
Datum: 30.07.2014 - 12:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1090547
Anzahl Zeichen: 4416
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Stefanie Terp
Stadt:
Berlin
Telefon: 030/314-23922
Kategorie:
Forschung und Entwicklung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 691 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"TU Berlin: Sommermärchen und Hitzestress"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
TU Berlin, Stabsstelle Presse,Öffentlichkeitsarbeit und Alumni (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Das Experiment: 25 gesunde Probanden wurden mit einem Magnetresonanztomografen getestet. In dem Gerät bekam jede Versuchsperson 14 Filme gezeigt, die zweimal eingespielt wurden: einmal in 2D und einmal in 3D. Die Reihenfolge der 40 Sekunden langen Filme war zufällig und bei jedem Probanden anders.
TU Berlin: Antisemitismus im Internet ...
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert in den nächsten drei Jahren ein Forschungsprojekt zum Thema "Antisemitismus im Internet" an der TU Berlin. Unter der Leitung der Antisemitismusforscherin Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, die an der TU Berlin das Fachgebiet Allgemeine L
TU Berlin: "Alter, gehst du Bus?" ...
"Ich schlag" dich krankenhausreif" kann verkürzt werden auf "Isch mach disch urban". Oder anstatt zu fragen "Gehen wir in das Spaßbad?" lässt sich die Sache auf "Gehen wir Spaßbad?" zusammenschrumpfen. Noch werden solche grammatikalischen Konstruktion
Weitere Mitteilungen von TU Berlin, Stabsstelle Presse,Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Maßgeschneiderte Oberflächeninspektion ...
Die Qualitätskontrolle von Bauteiloberflächen ist eine komplexe Angelegenheit. Forscher haben ein hochpräzises, modulares Inspektionssystem entwickelt, das sich kundenspezifisch anpassen und in den Produktionsprozess integrieren lässt. Bevor ein Werkstück die Produktionshalle verlässt
Angenehmes Raumklima durch poröse Gläser ...
Die richtige Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen das Wohnklima entscheidend. Künftig schaffen in Putze eingearbeitete poröse Gläser ein Wohlfühlklima in Räumen. Sie regulieren die Feuchtigkeit besonders gut und beugen Schimmel vor. Kaum etwas beunruhigt Mieter und Eigentümer
Stammzellen aus Nabelschnurblut um das 5 Millionenfache vermehrt: Chancen für Mehrfachanwendungen steigen ...
Den Experten, die sich seit Jahren mit Techniken zur Vermehrung von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut beschäftigen, ist offensichtlich ein Durchbruch geglückt. Eine Arbeitsgruppe der State Ohio University in Columbus, USA veröffentlichte Anfang Juli im Wissenschaftsjournal BIOMATERIALS
Selbstmotivationsfähigkeiten und gezieltes Führungswissen vermittelt das PowerManagement Seminar ...
Nicht jeder Arbeitstag ist gleich. Mal klappt alles super, mal könnte man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und schreiend davonlaufen. Um solchen Durchhängern die Stirn zu bieten haben die Unternehmerlotsen von PowerManagement das Seminar "Führen wie ein Admiral in der Gebäudereini




