Informatik-Unterricht soll Standard werden

Informatik-Unterricht soll Standard werden

ID: 1094984

Drei Viertel der Bundesbürger fordern Pflichtfach Informatik



(PresseBox) - Informatik sollte verpflichtendes Unterrichtsfach an allen weiterführenden Schulen werden. Diese Forderung unterstützen mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Bundesbürger. Dabei befürwortet rund jeder Fünfte (19 Prozent) die Einführung des Unterrichtsfachs auch dann, wenn sie zu Lasten bereits bestehender Fächer erfolgt. 59 Prozent wünschen sich ein zusätzliches Unterrichtsfach. Eltern mit schulpflichtigen Kindern legen besonderen Wert auf Informatik-Unterricht: 85 Prozent wünschen sich ein verpflichtendes Fach, weitere 14 Prozent halten freiwillige Angebote für ausreichend. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Aktuell ist Informatik nur in Bayern, Sachsen und mit Einschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern Pflichtfach. "Das sind deutliche Forderungen der Eltern - Kultus- und Bildungspolitiker dürfen sich davor nicht verschließen. Informatik sollte endlich bundesweit standardmäßig ab Sekundarstufe I unterrichtet werden", sagt BITKOM-Vizepräsident Achim Berg. "Ein weiterer wichtiger Schritt ist bereits ab der Grundschule die Vermittlung von Medienkompetenz fächerübergreifend im Lehrplan zu verankern."
Nur jeder sechste Bundesbürger (17 Prozent) wäre der Umfrage zufolge auch mit einem freiwilligen Unterrichtsfach Informatik zufrieden. Eine verschwindend geringe Minderheit von 3 Prozent ist der Meinung, auf Informatik-Unterricht könne in der Schule ganz verzichtet werden. Die größte Zustimmung zu einem Pflichtfach Informatik gibt es bei den 30- bis 49-Jährigen. Hier wünschen sich 82 Prozent der Befragten das Pflichtfach. Doch auch bei den über 65-Jährigen, die am skeptischsten sind, stimmen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Einführung zu.
Auch unter Lehrern gibt es eine deutliche Mehrheit für ein Pflichtfach Informatik. Rund drei Viertel (73 Prozent) der Lehrer unterstützen die Forderung, wie eine Umfrage im Auftrag des BITKOM zum Jahresbeginn ergeben hat.


Hinweis zur Methodik: Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des BITKOM 1006 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt, darunter 308 mit schulpflichtigen Kindern. Die Befragung ist repräsentativ.

BITKOM vertritt mehr als 2.200 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.400 Direktmitglieder. Sie erzielen mit 700.000 Beschäftigten jährlich Inlandsumsätze von 140 Milliarden Euro und stehen für Exporte von weiteren 50 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen 1.000 Mittelständler, mehr als 200 Start-ups und nahezu alle Global Player. Sie bieten Software, IT-Services, Telekommunikations- oder Internetdienste an, stellen Hardware oder Consumer Electronics her, sind im Bereich der digitalen Medien oder der Netzwirtschaft tätig oder in anderer Weise Teil der digitalen Wirtschaft. Mehr als drei Viertel der Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Deutschland, jeweils knapp 10 Prozent kommen aus sonstigen Ländern der EU und den USA, 5 Prozent aus anderen Regionen. BITKOM setzt sich insbesondere für eine innovative Wirtschaftspolitik, eine Modernisierung des Bildungssystems und eine zukunftsorientierte Netzpolitik ein.

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Datum: 12.08.2014 - 09:41 Uhr
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