Mitarbeiter der Asklepios Klinik Altona schreiben mehr als hundert Gefährdungsanzeigen
ID: 1100060
warnen, dass sie nicht mehr für die Patientensicherheit in der
zentralen Notaufnahme garantieren können. Das geht aus internen
Gefährdungsanzeigen hervor, die dem NDR Politikmagazin "Panorama 3"
vorliegen. Die Belegschaft beklagt in den Anzeigen eine regelmäßige
Überlastung in der Notaufnahme.
Seit März haben Ärzte und Pflegepersonal fast 200
Gefährdungsanzeigen an die Leitung der Klinik geschrieben. "Panorama
3" konnte die Dokumente einsehen. Die Mitarbeiter beklagen darin,
dass zum Beispiel Patienten mit schwerer Erkrankung länger als sechs
Stunden auf eine Behandlung warten mussten. Sogar Patienten mit
lebensbedrohlichen Krankheitsbildern hätten den Dokumenten zufolge
nicht umgehend behandelt werden können, sondern mussten bis zu zwei
Stunden warten. Die Warnung ist eindeutig: "Die Patientensicherheit
ist nicht gegeben."
Asklepios räumt auf Nachfrage des NDR ein, dass es einige
Überlastungsanzeigen der Belegschaft gegeben habe. Die Zahl nannte
die Klinik nicht. Die Gefährdungsanzeigen seien, so die
Klinikleitung, jedoch stets Anlass, Abläufe und Strukturen zu
hinterfragen und nach Verbesserungsoptionen zu suchen.
Gegenüber dem NDR schilderten Mitarbeiter, dass bereits seit
Monaten regelmäßig Ärzte und Pfleger in der Notaufnahme fehlen
würden. Selten sei ein Team in den Schichten komplett. In den
Gefährdungsanzeigen finden sich Einträge wie: "Akute Notfälle
gleichzeitig hier. Aufgrund der chronischen Unterbesetzung in den
Nächten mussten Patienten mit Hebungsinfarkten, akuten Abdomen und
Sepsis deutlich länger warten." Oder: "Alle Zentrale-Notaufnahme
Boxen voll, auf Fluren liegen Patienten. Eine medizinische
Verantwortung ist somit komplett abzulehnen."
Asklepios verweist auf Nachfrage darauf, dass der Stellenplan
erfüllt sei und Ausfälle mit Honorarärzten kompensiert würden.
Kurzfristige Ausfälle kämen gelegentlich vor. Nach Kenntnis der
Klinikleitung war die Patientensicherheit durchgehend gewährleistet.
Asklepios in Altona hat seine Notaufnahme vor fünf Jahren
modernisiert und neu strukturiert, um die Wartezeit auf ein Minimum
zu verringern. Nach eigenen Angaben hat sich das Patientenaufkommen
in den vergangenen Jahren erhöht. Mittlerweile versorgt die Klinik in
der Notaufnahme 50.000 Patienten pro Jahr.
In den Gefährdungsanzeigen greifen die Mitarbeiter die
Klinikleitung auch direkt an. Dort heißt es: "Aufgrund der
geforderten Schnelligkeit (...) sind Behandlungsfehler nicht
auszuschließen und müssen dem Organisationsverschulden des
Arbeitgebers zugerechnet werden."
"Panorama 3": Dienstag, 26. August, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen
Informationen zur Sendung finden Sie auch unter www.panorama.de
Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel.: 040/4156-2304
http://www.ndr.de
https://twitter.com/ndr
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 26.08.2014 - 18:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1100060
Anzahl Zeichen: 3313
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hamburg
Kategorie:
Arbeit
Diese Pressemitteilung wurde bisher 237 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Mitarbeiter der Asklepios Klinik Altona schreiben mehr als hundert Gefährdungsanzeigen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NDR Norddeutscher Rundfunk (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Achim Neumann ist 22, als in Berlin die Mauer gebaut wird. Er fühlt sich eingesperrt in der DDR – und erlebt er immer häufiger, wie heftig die Regierung Andersdenkende schikaniert. Noch im selben Jahr flieht aus der DDR. Um auch seine Freundin in den Westen zu holen, schließt er sich einer Grup
NDR Recherche löst internationale Ermittlungsoperation “Medusa” aus ...
Zwei Investigativ-Journalistinnen des NDR haben mit ihren jahrelangen Recherchen eine internationale Ermittlungsoperation gegen ein weltweit organisiertes Vergewaltiger-Netzwerk ausgelöst. Britische und deutsche Ermittlerinnen und Ermittler leiten die Operation unter dem Namen “Medusa”. Bundesk
Christine Dawood bei „DAS! Rote Sofa“: Erstes deutsches TV-Interview nach der „Titan“-Tragödie ...
Drei Jahre nach der Tragödie um das Tauchboot „Titan“ spricht Christine Dawood erstmals in einem deutschen Medium über den Verlust ihres Ehemanns Shahzada Dawood und ihres Sohnes Suleman. Die beiden Männer starben bei einem Tauchgang zum Wrack der „Titanic“. Die gebürtige Rosenheimerin i
Weitere Mitteilungen von NDR Norddeutscher Rundfunk
Ohoven: Mehr berufliche Mobilität gegen Jugendarbeitslosigkeit in Europa ...
Zu der heute veröffentlichten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim über die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union erklärt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft e. V. (BVMW) und des europäischen Mittelstan
ifaa: Unternehmen brauchen betriebsspezifische Lösungen anstelle einer Anti-Stress-Verordnung (FOTO) ...
Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa) betont die Notwendigkeit für Unternehmen, individuelle Lösungen zum angemessenen Umgang mit stressbezogenen Belastungen zu finden. "Jedes Unternehmen hat andere Rahmenbedingungen. Was für ein Großunternehmen möglich ist, k
Studie der Robert Bosch Stiftung zur Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa: Wirtschaftsforscher warnen im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit vor schlecht konzipierten Maßnahmen ...
Sperrfrist: 26.08.2014 15:30 Bitte beachten Sie, dass diese Meldung erst nach Ablauf der Sperrfrist zur Veröffentlichung freigegeben ist. - Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung Dr. Ingrid Hamm übergibt Studie zur Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa an Bundeswir
1000 neue Mitarbeiter gesucht - Kundenservicedienstleister buw expandiert ...
Neue Kunden und erfolgreiche Projekterweiterungen bescheren Deutschlands größtem inhabergeführten Callcenterbetreiber buw aus Osnabrück den größten Boom der vergangenen Jahre. Zu sofort benötigt das Unternehmen über sämtliche Inlandsstandorte hinweg mehr als 1000 weitere Kolleginnen und




