Streubomben Monitor 2014: Größte Zahl der Opfer in Syrien
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weltweit, von dem ein Streubombeneinsatz bekannt wurde. 2014 kamen
noch bisher ungeklärte Einsätze in der Ukraine und im Südsudan dazu.
Dies berichtet der Streubomben Monitor 2014, der heute in Washington
DC vorgestellt wird. Der Monitor ist der jährliche Bericht über die
weltweite Einhaltung der Oslo-Konvention, die ihren Vertragsstaaten
Einsatz, Produktion, Lagerung und Export von Streubomben verbietet.
Noch nie hat der Monitor in einem Berichtszeitraum eine so hohe Zahl
von Opfern für ein Land aufführen müssen wie 2013 für Syrien: Über
1.000 Menschen wurden dort durch Streubombeneinsätze oder Blindgänger
dieser Waffen verletzt oder getötet. Diese grausame Bilanz
überschattet die sonst positiven Errungenschaften in der Umsetzung
der Oslo-Konvention: Über 80 % der von Vertragsstaaten gelagerten
Streu- und Submunition konnten bis Ende 2013 vernichtet werden, und
einige hochbelastete Staaten wie der Irak und der Tschad
ratifizierten die Konvention.
Weltweit wurden im vergangenen Jahr 1.038 Opfer von Streubomben
bekannt, davon 1.001 in Syrien. Die überwiegende Mehrzahl der von
Streubomben getöteten oder verletzten Menschen waren Zivilisten. So
wurden bei einem syrischen Angriff am 1. März 2013 Streubomben auf
eine Wohnsiedlung abgefeuert, während Kinder draußen in den Gärten
spielten. Mindestens 19 Menschen starben und 60 wurden verletzt. "Die
erschreckend hohe Zahl ziviler Opfer entsteht, da Streubomben
entgegen dem humanitären Völkerrecht in dicht besiedelten Gebieten
eingesetzt wurden", erklärt Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin
von Handicap International Deutschland. "Schon durch ihre
Streuwirkung fordern diese Waffen bei der Anwendung fast immer zivile
Opfer. Darüber hinaus stellen sie aufgrund der vielen Blindgänger
noch über Jahre eine tödliche Bedrohung dar." Handicap International
unterstützt die Opfer des Syrienkonfliktes in den Nachbarländern
Libanon und Jordanien sowie in Syrien selbst.
Der Einsatz in Syrien, dessen Regierung den Vertrag über ein
Streubombenverbot nicht unterzeichnet hat, überschattet die sonst
eher positive Bilanz zur Einhaltung der Oslo-Konvention: Über 24
Millionen Submunitionen für Streubomben aus den Lagern der
Vertragsstaaten wurden 2013 zerstört, u.a. in Deutschland,
Frankreich, Italien und Japan. Neue Staaten, die durch Streubomben
belastet sind, darunter der Tschad und der Irak, ratifizierten die
Oslo-Konvention 2013. Die meisten der weltweiten noch lebenden Opfer
von Streubomben sind nun in Vertragsstaaten zuhause, die vertragliche
Anforderungen z.B. zur Opferhilfe einhalten müssen.
Der Streubomben Monitor erscheint einige Tage vor dem fünften
Treffen der Vertragsstaaten zur Konvention über das Verbot von
Streumunition, das vom 2. bis zum 5.September 2014 in San José (Costa
Rica) stattfinden wird. Eine Delegation von Handicap International
wird an diesem Treffen teilnehmen.
Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts finden Sie hier:
http://ots.de/KklXQ
Pressekontakt:
Information:
Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit
0176/99 28 41 35, www.handicap-international.de, www.streubomben.de
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Datum: 27.08.2014 - 16:00 Uhr
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