Roland Berger-Studie zur Stahlbranche: Neuer Ansatz für eine alte Industrie

Roland Berger-Studie zur Stahlbranche: Neuer Ansatz für eine alte Industrie

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(ots) -

- Globale Überkapazität und billige Importe sorgen für
Profitabilitätslücke in der Stahlindustrie
- Stahlhersteller reagieren meist mit Kostensenkungsprogrammen
- Um die Produktion komplett auszulasten, treffen Stahlkonzerne
oft unprofitable Vertriebsentscheidungen
- Entscheidungen berücksichtigen oft nicht die aktuellen
Gegebenheiten und Marktpreise
- Stahlkonzerne sollten ihre Entscheidungsprozesse überdenken und
den Fokus auf den Vertrieb legen

Die weltweite Stahlindustrie leidet seit Jahren an Überkapazität.
Waren 2007 weltweit noch knapp 1,6 Milliarden Tonnen Stahl verfügbar,
so waren es 2013 schon über 2 Milliarden Tonnen. Doch die weltweite
Nachfrage nahm im gleichen Zeitraum nur leicht zu - die Schere
zwischen Kapazität und Nachfrage gerät so immer stärker auseinander.
Preisverfall, ein hoher Margendruck und das wachsende Preisgefälle
zwischen Stahl aus westlichen Ländern und günstigerem Importstahl
spitzen die angespannte Lage in der Industrie zu.

Auf diese Marktentwicklung reagieren Unternehmen immer nach dem
gleichen Muster: Mit Werksschließungen, Entlassungen oder Verkäufen
von Vermögensteilen versuchen sie schnelle Kostensenkungen zu
erzielen. Doch damit können die aktuellen Marktherausforderungen
nicht langfristig bewältigt werden. In der neuen Studie "Challenging
Conventional Wisdom in Steel" untersucht Roland Berger Strategy
Consultants einen neuen Ansatz, um die drängenden Probleme der
Stahlindustrie effizienter zu lösen.

"Überkapazitäten und Billigimporte stellen die größten Bedrohungen
für die Stahlindustrie dar - und diese Lage wird sich in der nahen
Zukunft nicht merklich verändern", erläutert Thomas Wendt, Partner
von Roland Berger in Nordamerika. "Heute ist es günstiger, eine Tonne


Stahl um die halbe Welt zu transportieren, als sie ein paar Hundert
Kilometer auf der Schiene oder Straße zu verschieben. Stahlkonzerne
sollten daher nicht nur auf die Kosten achten, sondern vielmehr an
ihren Umsätzen arbeiten."

Reiner Fokus auf Finanzkennzahlen liefert ein verzerrtes Bild

Viele Stahlkonzerne treffen ihre Entscheidungen ausschließlich
auf Basis von Kennzahlen aus der Gewinn- und Verlustrechnung. Die
gängige Diagnose: Individuelle Verträge sind profitabel, aber die
Fixkosten bleiben zu hoch. Bei der Analyse vernachlässigen
Stahlproduzenten die aktuellen Marktentwicklungen und die
Wettbewerbslage und reagieren auf die sinkende Profitabilität nur mit
Kosteneinsparungen mit dem Ziel, ihre Absatzmengen zu erhöhen. Dabei
werden die Marktpreise weiter gesenkt, um dieses Volumen zu
realisieren; Durchschnittspreise fallen oft tiefer als angenommen.
Die Folgen: Der Margendruck nimmt zu und die Profitabilität sinkt.
Eine gefährliche Abwärtsspirale, die Stahlhersteller mit gezielten
Strategien abwenden sollten.

Der einseitige Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung als Basis
für Unternehmensentscheidungen birgt große Risiken: "Die Gewinn- und
Verlustrechnung liefert meist ein verzerrtes Bild der Realität",
erklärt Isaac Chan, Co-Autor der Studie. "Wenn sie als einzige
Grundlage für die Geschäftsstrategie des Unternehmens dient, wird der
Erfolg langfristig ausbleiben." Denn die Kennzahlen der Gewinn- und
Verlustrechnung basieren auf historischen Daten und spiegeln weder
die am Markt erzielbaren Preise noch die aktuellen Kosten wider.

Zusätzliche Dienstleistungen bieten echtes Wertpotenzial

Der Fokus auf weiche Faktoren wie eine angepasste Lagerhaltung,
individuelle Zahlungsbedingungen sowie auf enge Kundenbeziehungen
stellen in der Branche einen echten Mehrwert und eine Geschäftschance
dar ."Viele Stahlproduzenten glauben, dass sie ihre Preise senken
müssen, um mit den günstigeren Wettbewerbern besser Schritt halten zu
können. Doch da irren sie sich", warnt Roland Berger-Experte Kunal
Shah. "Um sich vom Wettbewerb abzuheben, sollten sie ihren Kunden
vielmehr einen Mehrwert durch zusätzliche Services bieten."

Um nachhaltig profitabel wachsen zu können, sollten sich
Stahlkonzerne daher zunächst ein klares Bild der Lage verschaffen.
Dabei müssen interne Verkaufsentscheidungsprozesse genauso
berücksichtigt werden wie externe Marktbedingungen. Denn nur mit
einem umfassenden Verständnis für alle wichtigen Aspekte sind
Führungskräfte in der Lage, zwischen kurzfristigen Aufwärtstrends am
Markt und nachhaltigem Erfolg zu unterscheiden. Ohne dieses
Verständnis bleibt ein erhebliches Potential ungenutzt, um die
Profitabilität der Stahlindustrie langfristig zu steigern.

Die Studie können Sie herunterladen unter:
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Pressekontakt:
Claudia Russo
Roland Berger Strategy Consultants
Tel.: +49 89 9230-8190
E-Mail: claudia.russo@rolandberger.com
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Datum: 29.08.2014 - 15:07 Uhr
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