Fragile Gesundheitssysteme durch Ebola vor dem Kollaps
ID: 1106222
in Westafrika medizinisch unterversorgt
Angesichts des drohenden Zusammenbruchs des liberianischen
Gesundheitssystem durch die Ebola-Epidemie weist die
Kinderhilfsorganisation World Vision auf die gefährliche Überlastung
weiterer Staaten hin. In den betroffenen Ländern seien Krankenhäuser
und Gesundheitsstationen zunehmend nicht mehr in der Lage, die
gesundheitliche Grundversorgung für die Bevölkerung zu leisten.
Dringend seien Investitionen notwendig, um die geschwächten Systeme
vor dem Zusammenbruch zu bewahren.
Die liberianische Regierung hatte gestern eingeräumt, dass die
Gesundheitseinrichtungen des Landes der Ebola-Epidemie nicht mehr
gewachsen seien. Jüngste Berichte aus Sierra Leone und Liberia
zeugen davon, dass Ebola die ohnehin schlecht ausgestatteten
Krankenhäuser und Gesundheitsstationen an ihre Grenzen gebracht hat.
In der Folge ist medizinische Hilfe für viele Menschen nicht mehr
verfügbar. Aus Angst sich anzustecken, verzichten immer mehr
Schwangere darauf, medizinische Hilfe aufzusuchen. Viele bringen ihre
Babys vermehrt ohne Hebammen zuhause zur Welt. Gibt es
Komplikationen, kann ihnen nicht fachgerecht geholfen werden, die
Zahl der tödlich verlaufenden Geburten steigt.
Andere Krankheiten als Ebola werden immer weniger behandelt, weil
die Kapazitäten fehlen - Opfer sind vor allem Kinder. "Hunderte von
Kindern bleiben im Moment unterversorgt und sterben - vor allem an
eigentlich leicht behandelbaren Krankheiten wie Malaria, Typhus und
Lungenentzündung", berichtet die Kinderärztin Sara Hommel, die
derzeit in Freetown, Sierra Leones Hauptstadt, arbeitet. Als Patin
unterstützt sie die Arbeit von World Vision.
World Vision fordert die deutsche Bundesregierung und die
Regierungen der betroffenen Länder angesichts dieser Entwicklungen
dringend dazu auf, die Gesundheitssysteme massiv zu stärken. "Es
erstaunt wenig, dass die Ebola-Epidemie ganze Gesundheitssysteme ins
Schwanken gebracht hat. In vielen Ländern wird schon seit Jahren
massiv an der gesundheitlichen Grundversorgung gespart, vor allem in
den ländlichen Gebieten muss man von einer chronischen
Unterversorgung sprechen. Dabei hatten sich schon 2001 alle
afrikanischen Staaten verpflichtet, mindestens 15 Prozent ihres
Staatshaushaltes in die Gesundheitsversorgung zu investieren. Heute
haben gerade einmal sieben Länder dieses Versprechen umgesetzt", sagt
Marwin Meier, Gesundheitsexperte bei World Vision Deutschland.
"Auch Deutschland bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm, was die
Gesundheitsfinanzierung armer Länder angeht. Die
Weltgesundheitsorganisation empfiehlt den Geberländern seit nunmehr
einem Jahrzehnt, 0,1 Prozent des Bruttonationaleinkommens in die
internationale Gesundheit zu investieren. Deutschland müsste seine
Beiträge aber verdreifachen, um diesen Wert zu erreichen."
In manchen armen Ländern leisten nicht-staatliche Akteure wie
Kirchen oder Hilfsorganisationen bis zu 40 Prozent der
gesundheitlichen Gesundheitsversorgung. Gesundheitssysteme könnten so
nicht nachhaltig betrieben werden, so World Vision. Die
Kernverantwortung eines Staates für Gesundheitsversorgung seiner
Bürger liege bei der Regierung.
World Vision unterstützt in Sierra Leone seit Ausbruch der
Epidemie die Aufklärung der Bevölkerung. Dies geschieht in enger
Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen,
Führungspersönlichkeiten und den Gesundheitsbehörden. World
Vision-Mitarbeiter informieren die Bevölkerung in ländlichen Gebieten
über Vorbeugungsmaßnahmen. Sie versuchen, Vorurteile gegenüber
Erkrankten, Überlebenden und ihren Angehörigen abzubauen. Sie sind
auch an der Konzeption von Medienkampagnen rund um Ebola beteiligt.
Auf Märkten veranstalten sie zusammen mit Straßentheatergruppen
Ebola-Informationsevents. Gemeinsam mit Gesundheitsexperten werden
Hörspiele, Radiodiskussionen und Hörersendungen produziert, die
landesweit ausgestrahlt werden. Auch in Senegal hat World Vision mit
Informationsmaßnahmen für insgesamt 400.000 Personen begonnen.
Mit langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit auch im
Gesundheitssektor ist World Vision bereits seit 1996 in Sierra Leone
aktiv. Derzeit ruhen Teile der Maßnahmen aufgrund des
Ebola-Ausbruchs.
Nach Angaben der WHO haben sich seit März in den drei am
schwersten betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone fast
4.300 Menschen mit Ebola angesteckt. Nahezu 2.300 von ihnen starben.
Für den Kampf gegen Ebola bittet World Vision dringend um Spenden:
World Vision
Konto: 8800 Evangelische Kreditgenossenschaft (BLZ 520 604 10)
Stichwort: Ebola
INTERVIEWMÖGLICHKEIT
Marwin Meier, Gesundheitsexperte bei World Vision, und Kerstin
Koch, Projektreferentin für die Region Westafrika bei World Vision,
stehen für Interviews zur Verfügung.
INFOS IM INTERNET
World Visions Engagement gegen Ebola: http://www.worldvision.de/sp
enden-katastrophenhilfe-ebola-in-westafrika.php?mysid=r05qhhm92dqftii
r58tl5r149jo6d17c Kampagne für mehr Kindergesundheit:
www.gesunde-kinder-weltweit.de
World Vision finden Sie auch auf Facebook, Twitter, Xing und
Youtube,http://www.worldvision.de/
HINTERGRUND
World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit
den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit,
humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im
Finanzjahr 2013 wurden 318 Projekte in 47 Ländern durchgeführt. World
Vision Deutschland ist mit weiteren World Vision-Werken in fast 100
Ländern vernetzt. World Vision unterhält offizielle
Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem
Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit
dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen.
World Vision Deutschland ist Mitglied der Bündnisse "Aktion
Deutschland Hilft" und Gemeinsam für Afrika. www.worldvision.de
Pressekontakt:
World Vision-Pressestelle, Tel.: 06172-763-151, -153, -155, -2870
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