Prof. Eberhard Jochem erhält B.A.U.M. Umweltpreis Wissenschaft 2014
Am 29.September wird in Hamburg der Umweltpreis 2014 verliehen.
Sein besonderer Verdienst der vergangenen Jahre ist die Entwicklung eines speziellen Instrumentes zur Verminderung der Energiekosten von Wirtschaftsunternehmen: die sogenannten Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke. Deren Ziel ist es, die jeweils zehn bis 15 teilnehmenden Unternehmen einer Region bei der Umsetzung von profitablen Energieeffizienz-Maßnahmen zu unterstützen. Grundlage ist ein standardisiertes Netzwerk-Management über eine Laufzeit von drei bis vier Jahren. Es baut auf einer professionellen energetischen Bewertung jedes teilnehmenden Betriebes auf und sieht regelmäßige moderierte Netzwerktreffen mit intensivem Erfahrungsaustausch und Fachvorträgen zu energieeffizienten Investitionsmöglichkeiten und organisatorischen Maßnahmen vor. Mit einem jährlichen Monitoring werden die Ziele überprüft und dokumentiert.
In Deutschland gibt es inzwischen etwa 60 derartige Netzwerke mit mehr als 700 teilnehmenden Unternehmen. Im Durchschnitt realisieren diese Unternehmen mit gut zwei Prozent pro Jahr doppelt soviel Energieeffizienz wie der Durchschnitt der Industrie. Die teilnehmenden Betriebe reduzieren nach vier bis fünf Jahren ihre Energiekosten um etwa 180 Millionen Euro. Die durchschnittliche Rentabilität der hierfür ergriffenen Maßnahmen liegt bei 30% interner Verzinsung.
1991 veröffentlichte Jochem erstmalig die theoretischen Potentiale der Energieeffizienz für ein Industrieland anhand der damals zumindest im Labor bekannten Technologien. Diese Analyse vertiefte er 2004 mit einem großen Forscherteam in der Schweiz. Das Ergebnis: die heutigen Energiedienstleistungen könnten mit einem Fünftel der heute benötigten Primärenergie im Laufe von etwa 60 Jahren realisiert werden, d.h. bis etwa 2070. Schwerpunkt seiner Forschung ist heute die Energieeffizienz in Industrie und Wirtschaft unter technischen, ökonomischen und energiepolitischen Aspekten sowie ihre gesamtwirtschaftlichen und ökologischen Folgewirkungen.
Professor Jochem bei Ankündigung der Preisverleihung: „Die bessere Nutzung von Energie und Material ist die rentabelste Option, um in einer Volkwirtschaft ein nachhaltiges Energiesystem zu etablieren. Wirtschaft, Politik und Medien vernachlässigen diesen Aspekt aus verschiedenen Gründen. Es fehlt vielfach der Blick für das Ganze und der Wille zu einem Gemeinschaftswerk der Verantwortlichen und der Mächtigen."
Professor Eberhard Jochem, Jahrgang 1942, ist heute Senior Executive im Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Zum Fraunhofer ISI kam der Verfahrenstechniker und Ökonom 1973 als wissenschaftlicher Mitarbeiter, nachdem er zuvor an der RWTH Aachen, an der Ludwig-Maximilians-Universität und der TU München sowie an der Harvard University Boston tätig gewesen war. Zwischen 1983 und 1999 nahm er die Aufgabe des stellvertretenden Institutsleiters des Fraunhofer ISI wahr. Von 1999 und 2008 war Jochem ordentlicher Professor für Nationalökonomie und Energiewirtschaft an der ETH Zürich, wo er das Centre for Energy Policy and Economics (CEPE) gründete. Bereits 1991 hatte Jochem gemeinsam mit Kollegen das Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES) als Spin-off des Fraunhofer ISI gegründet. Heute ist er dort wissenschaftlicher Leiter.
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Voneinander lernen – das ist einer der wichtigsten Punkte innerhalb der lernenden Energieeffizienz-Netzwerke LEEN.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat in den vergangenen vier Jahren im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) 30 Pilot-Netzwerke nach dem LEEN-Standard gefördert.
Informationen Projekt „LEEN 100“:
Prof. Dr. Harald Bradke
Projektleiter
Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung
Breslauerstr. 48
76139 Karlsruhe
Tel.: 0721 / 6809-168
E-Mail: Harald.Bradke(at)isi.fraunhofer.de
Verbund und Projektpartner:
Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer-ISI)
Stiftung für Ressourceneffizienz und Klimaschutz (STREKS)
Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES)
Ulla Herbst
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Datum: 11.09.2014 - 12:44 Uhr
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