Deutsche Umwelthilfe fordert Kfz-Werkstätten und Teilehandel auf, Verwendung problematischer Katalysatoren zu stoppen
ID: 1108103
Katalysatoren mit dem Blauen Engel oder Originalteile gehandelt bzw.
verbaut werden - DUH kündigt verdeckte Tests in Werkstätten an -
Verkauf bzw. Einbau zweifelhafter Produkte wird verfolgt und
Ergebnisse veröffentlicht
Pro Jahr werden in Deutschland ca. 400.000 Austauschkatalysatoren
verkauft, etwa die Hälfte davon auf dem freien Teilemarkt. Viele
davon mindern jedoch die Schadstoffemissionen nicht ausreichend oder
dauerhaft. Seit Juni 2013 gibt es auf Initiative der Deutschen
Umwelthilfe e. V. (DUH) das Umweltzeichen Blauer Engel für
umweltfreundliche und dauerhaft emissionsmindernde
Austauschkatalysatoren. Die DUH fordert Kfz-Werkstätten und den
Teilehandel auf, ab dem 1. Oktober nur noch emissionsmindernde
Originalteile oder "Blauer-Engel-Kats" zu verbauen. Diese sind
mittlerweile für 90 Prozent der Fahrzeuge verfügbar, werden jedoch
derzeit in unzureichendem Maße verbaut, wie eine DUH-Umfrage unter 25
Teilehändlern vermuten lässt.
"Eine von uns durchgeführte Umfrage unter Teilehändlern in
Deutschland deutet darauf hin, dass im freien Teilehandel nach wie
vor überwiegend Austauschkatalysatoren verkauft werden, die die
Emissionen aus Pkw und leichten Nutzfahrzeugen nur unzureichend
mindern", stellt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, fest.
"Nachdem die Verfügbarkeit von hochwertigen Austauschkatalysatoren
mit dem Blauen Engel sichergestellt ist, werden wir den Verbau
zweifelhafter Systeme nicht länger hinnehmen. Wir erwarten vom
Kfz-Teilehandel und den Werkstätten, dass sie zukünftig nur noch
Austauschkatalysatoren mit dem Blauen Engel oder die
Originalersatzteile der Fahrzeughersteller verkaufen und verbauen.
Betriebe, die weiterhin zweifelhafte oder gar nicht zugelassene Teile
verwenden, werden wir öffentlich benennen", kündigt Resch an.
Im Februar dieses Jahres überreichten DUH, Umweltbundesamt (UBA)
und die Vergabestelle des Umweltzeichens RAL gGmbH den ersten beiden
Zeichennehmern, HJS Emission Technology und LRT Automotive, feierlich
ihre Urkunden für die wegweisende Entwicklung von Produkten, die
dauerhaft eine hohe Entlastung für die Umwelt bringen. Mit der
Unterstützung des UBA und des Zentralverbandes Deutsches
Kraftfahrzeuggewerbe e. V. (ZDK) engagiert sich die DUH dafür, dass
die mit dem Umweltzeichen verbundene Qualität zum Marktstandard wird.
"Die gesetzlichen Bestimmungen für die Zulassung von
Austauschkatalysatoren sind vollkommen unzureichend. Es gibt keine
Überprüfung, ob die zur Prüfung vorgelegten Austauschkatalysatoren
später auch in derselben Qualität verkauft werden. Dies führt dazu,
dass unseriöse Anbieter an der für die emissionsmindernde Wirkung
zentralen Edelmetallbeschichtung sparen. Dies hat zur Folge, dass
diese Katalysatoren schon nach kurzer Zeit die Abgase kaum noch
reinigen", sagt Philipp Schulte, Geschäftsleiter Independent
Aftermarket bei HJS Emission Technology GmbH & Co. KG.
"Angesichts der unzureichenden Gesetzeslage ist der Blaue Engel
der einzige verlässliche Beweis dafür, dass Austauschkatalysatoren
tatsächlich den Ausstoß von Schadstoffen dauerhaft mindern. Deshalb
haben wir uns dafür entschieden, ausschließlich Katalysatoren mit dem
Blauen Engel anzubieten", sagt Alfred Wenzel, Geschäftsführer von LRT
Automotive GmbH.
Inzwischen haben fünf Hersteller Produkte mit dem Blauen Engel in
ihr Programm aufgenommen oder vollständig auf den neuen Standard
umgestellt. Es sind HJS Emission Technology GmbH & Co. KG, LRT
Automotive GmbH, BLUEKAT Technologie GmbH, Eberspächer Exhaust
Aftermarket GmbH & Co. KG sowie Belton Massey Limited trading as BM
Catalysts.
Im Rahmen einer schriftlichen DUH-Umfrage Anfang September 2014
wurden 25 große und kleinere Teilehändler befragt, ob sie
Austauschkatalysatoren mit dem Blauen Engel im Angebot haben und bis
wann sie vollständig auf "Blauer-Engel-Kats" und Originalersatzteile
umstellen werden. Es lässt sich festhalten, dass die Händler den
Blauen Engel zwar begrüßen, sich aber nicht zu ihren Strategien zur
Umstellung äußern möchten.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, DUH
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Philipp Schulte, Geschäftsleiter Independent Aftermarket, HJS
Emission Technology GmbH & Co. KG
Mobil: 0163 2514242, E-Mail: Philipp.Schulte@hjs.com
Dr. Alfred Wenzel, Geschäftsführer, LRT Automotive GmbH
Mobil: 0173 6713535, E-Mail: alfred.wenzel@lrt-automotive.de
Dr. Urs Maier, Projektmanager Verkehr und Luftreinhaltung, DUH
Mobil: 0151 18256690, E-Mail: maier@duh.de
Ann-Kathrin Marggraf, Projektassistentin Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit, DUH
Tel.: 030 2400867-21, E-Mail: marggraf@duh.de
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Datum: 15.09.2014 - 12:30 Uhr
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