Trocknen in der Mikrowelle
ID: 1109470
Gemeinsam mit Forschern der Fraunhofer-Gesellschaft hat ein Kunststoff- und Gummiverarbeiter aus Motzen eine Möglichkeit gefunden, die Festigkeit von großen Gummidichtungen zu erhöhen

(PresseBox) - Sie haben einen Durchmesser von 1,50 m und eine Schnurstärke von über 20 mm - die Riesendichtungsringe, die die traditionsreiche Kunststoff- und Gummiverarbeitung aus Motzen in alle Welt liefert. Eingesetzt werden die Jumbo-Dichtungen vor allem in Baumaschinen, Muldenkippern und riesigen Mining Trucks. Doch je größer und dicker diese Dichtungen aus hochentwickelten Elastomeren sind, desto anfälliger sind sie für innere Spannungen, die oftmals zum Platzen der Ringe führen. In der Fraunhofer-Einrichtung für Polymermaterialien und Composite PYCO im nahen Wildau hat das mittelständische Unternehmen Experten gefunden, die alternative Fertigungsverfahren für die Riesendichtungen untersuchen können. Dazu gehört das Austrocknen des Materials in der Mikrowelle. Mit Hilfe des neuen Verfahrens wollen die Motzener die Ausschussquote senken und attraktive Märkte erschließen.
"Der Werkstoff Gummi lebt", weiß Thomas König, geschäftsführender Gesellschafter der Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung GmbH, aus jahrzentelanger Berufserfahrung. Auch sein Unternehmen, das 1993 privatisiert wurde, lebt so gut wie nie zuvor. Seit 1931 eine feste Größe am Kunststoffverarbeitungsstandort Motzen beschäftigt es heute mehr als 70 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb und fertigt neben seiner "Spezialität" - Mehrkomponententeile - auch Gummidichtungen. Zu den Abnehmern der Formteile gehören weltweit führende Hersteller von Bau-, Abraum- und Bergwerksmaschinen.
Manche platzen auf wie Bockwürste
Gerade die großen Dichtungen für Fahrzeugachsen müssen extreme Belastungen aushalten. Denn die gewaltigen Mining Trucks laufen rund um die Uhr. Stand- und Ausfallzeiten sind teuer.
Um die Qualität zu gewährleisten, verarbeitet das Motzener Unternehmen "technisch hochgezüchtete" Elastomere. Diese werden bisher nach dem Spritzgussprozess in einem zusätzlichen, aufwändigen Arbeitsschritt getempert. Darunter versteht man das Nachbehandeln des Materials in riesigen Bäckeröfen, damit die Gummidichtungen die nötige mechanische Festigkeit erhalten. Aber nicht bei allen Ringgrößen gelingt das: "Gerade viele der großen Teile sind uns im Temper-Ofen aufgeplatzt wie eine Bockwurst", sagt Geschäftsführer König. Trotz Zwischenlagerung vor Versand an die Kunden wird ein Teil der Dichtungen durch die innere Spannung noch Tage später förmlich zerrissen. Eine unakzeptable Reklamationsquote von 30 Prozent - gegenüber von fast 0 Prozent bei kleinen Ringstärken - ist die Folge.
Forschungspartner PYCO entdeckt Ursache und Lösung
Mit Unterstützung durch den Kleinen und später Großen Innovationsgutschein hat Thomas König Wissenschaftler von der Fraunhofer-Einrichtung PYCO ins Boot geholt. "Wir haben über Kontakte im Cluster Kunststoffe und Chemie erfahren, dass die PYCO über Großgeräte wie einen Autoklav und eine Industriemikrowelle verfügt."
Die PYCO-Forscher fanden heraus, dass die Großdichtungen ein Feuchtigkeitsproblem haben. Bei der Herstellung der Gummiringe wird Wasser als Spaltprodukt freigesetzt und in das Material eingelagert. Außerdem befindet sich Restfeuchte im Werkstoff. Spaltprodukt und Restfeuchte lassen die Ringe während des Temperns zerbrechen.
Die laufenden Untersuchungen im Rahmen des Großen Innovationsgutscheins setzen diese Erkenntnisse fort und beleuchten eine Lösung - die Mikrowellentechnologie. Durch sie wird das Material von innen nach außen getrocknet und getempert, sodass die Restfeuchte entweicht, die Ringe stabil werden und die Vulkanisation abgeschlossen wird. Bis Ende 2014 liegen die endgültigen Ergebnisse vor.
Dann wird die Motzener Kunststoff- und Gummiverarbeitung GmbH kräftig in die Mikrowellentechnik investieren. "Dies würde uns ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen. Und so den sowohl zukunftsträchtigen wie einträglichen Markt für große Nutzfahrzeug-Dichtungen öffnen helfen."
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 17.09.2014 - 14:25 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1109470
Anzahl Zeichen: 4171
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Potsdam
Kategorie:
Forschung und Entwicklung
Diese Pressemitteilung wurde bisher 204 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Trocknen in der Mikrowelle"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, Mario Tobias, sagte im Vorfeld der Reise: „Nicht nur der Iran mit seinen 80 Millionen, sondern insbesondere auch die umliegenden Länder mit etwa 200 Millionen Menschen sind ein äußerst interessanter Markt für Brandenburger Firmen, dem wir uns mit die
Pressemitteilung: Investitionen, Innovationen und Fachkräfte für Brandenburg - Die ZAB-Bilanz für 2015 ...
Wie viele Investitionen hat Brandenburg 2015 angezogen? Welche Branchen wachsen besonders stark? Wo lagen die Schwerpunkte in der Bestandsentwicklung? Welche Rolle spielen Fachkräfte und Innovationen für Brandenburger Unternehmen? Diese und weitere Fragen beantworten wir gerne bei der Presseko
Wie weiter mit der Energiewende in der deutschen Hauptstadtregion? ...
Zentrale Zukunftsthemen wie Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Netze & Speicher und konventionelle Kraftwerkstechnik stehen im Zentrum der Clusterkonferenz Energietechnik am 5. Dezember auf dem Flughafengelände des BER. Dazu werden mehr als 150 Vertreter aus regionalen Unternehmen, wissen
Weitere Mitteilungen von ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH
Das Team der Nanion Technologies für Deutschen Zukunftspreis nominiert ...
Das Management Team der Nanion Technologies GmbH ist eine von drei Nominierten für den Deutschen Zukunftspreis, den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation. Nominiert wurde das Team, wie heute bekannt gegeben wurde, für seine neueste Screening-Platform, den SyncroPatch 384/768PE,
Ein Kubikzentimeter pro Jahr: Unbehandelte Schwerhörigkeit lässt Gehirn schneller schrumpfen (FOTO) ...
Mit zunehmendem Alter verringert sich die Gehirnmasse - bei Menschen mit unbehandelter Schwerhörigkeit allerdings im Eiltempo. Das hat eine Studie von Forschern der renommierten Johns-Hopkins-University ergeben: Im Durchschnitt verloren die Teilnehmer der Studie 1,2 Kubikzentimeter Hirnmass
Elektronischer Störenfried / Schon durch seine Anwesenheit beeinträchtigt ein Handy die Kommunikation ...
Selbst wenn das Mobiltelefon nicht genutzt wird, stört seine Anwesenheit die Kommunikation. Das berichtet die "Apotheken Umschau" und beruft sich dabei auf eine Studie von Psychologen der Universität von Virginia in Charlottesville (USA). Die Wissenschaftler beobachteten ZweiergesprÃ
ZAPF GmbH für Forschung und Entwicklung ausgezeichnet ...
Die ZAPF GmbH gehört zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die ein besonderes Engagement für Forschung und Entwicklung zeigen. Dafür wurde der Garagenhersteller und Systemhaus-Spezialist vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft nun mit dem Zertifikat "Innovativ durch Forschung




