TU Berlin: Hohe Auszeichnung für ein großes, noch zu schreibendes Werk
Prof. Dr. Benedicte Savoy erhielt Opus-Magnum-Förderung der Volkswagen-Stiftung und ist für zwei Jahre von der Lehre befreit
Die Förderinitiative Opus Magnum unterstützt außergewöhnliche Professorinnen und Professoren der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, damit sie die Möglichkeit haben, eine herausragende wissenschaftliche Publikation zu verfassen.
Um das Buchprojekt zu verwirklichen, ist Benedicte Savoy wie neun weitere deutschlandweit ausgezeichnete Professorinnen und Professoren bis zum Jahr 2016 von allen dienstlichen Aufgaben in der Lehre befreit. Vertreten wird sie von Prof. Dr. Bärbel Küster, bisher Vertretungsprofessorin für Kunstwissenschaften und Medientheorie in Stuttgart, die ebenfalls von der Stiftung finanziert wird. Für die Vertretung stellt die Stiftung 150.000 Euro und einen Sachmittelzuschuss in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung.
In dem Werk von Benedicte Savoy soll es um Schriftsteller, Künstler und Kunstgelehrte gehen, die von Museums- und Bibliotheksobjekten inspiriert wurden. Denn um 1800, so scheint es, entwickelte sich Paris als selbster-nannte Hauptstadt des Universums unter Napoleon zu einem Zentrum der deutschen Romantik. Aus dem deutschsprachigen Raum strömten Scharen von Schriftstellern, Sammlern, Künstlern und Komponisten in die französische Hauptstadt und bedienten sich dort auf intensivste Weise der im Zuge der Revolution gegründeten Museen und Bibliotheken. Seltene Handschriften und Museumsobjekte lösten Reize und Erkenntnisse aus, die eine ganze Generation zu eigener geistiger und ästhetischer Substanz formte.
Um 1800 hatte Friedrich Schlegel als 30-Jähriger zum ersten Mal Gelegenheit, in der Handschriftenabteilung der Pariser Nationalbibliothek Sanskrit zu lernen. Einige Jahre später veröffentlichte er in Köln seine große Monographie "Über die Sprache und Weisheit der Indier" (1808).
Ebenfalls in der Pariser Nationalbibliothek stöberte in den Jahren 1805 und 1815 der junge Jacob Grimm nach mittelalterlichen Handschriften und stellte dabei brieflich überlieferte philologische Vergleiche an, die ihn als Sprachforscher und "Vater" der Germanistik zeitlebens beschäftigen sollten.
Im selben Zeitraum strömten Dutzende von jungen Malern nach Paris, um sich im Musee Napoleon (Louvre) und in den Privatateliers großer Maler-stars wie Jacques-Louis David auszubilden. Sie entdeckten dabei die Malerei Raffaels und Van Eycks und lasen sich abends gegenseitig die Nibelungen vor. Kunstgelehrte und Museumsmänner wie Johann David Passavant und Gustav Friedrich Waagen kamen während ihrer Pariser Lehrjahre um 1800 mit Kunstwerken in Berührung, die ihren Zugang zur Kunstgeschichte und zur Institution Museum entscheidend prägten.
Dies sind nur einige wenige Beispiele. Im geplanten Buch soll, ausgehend von diesen und anderen Fällen, ein interdisziplinärer, dezentrierter und objektorientierter Beitrag zur Geschichte der deutschen Romantik geleistet werden. Damit versteht es sich auch als Beitrag zur Verflechtungsgeschichte Europas undnd nicht zuletzt als Versuch, eine Geschichte von Museums- und Bibliotheksobjekten als Initialzünder für tiefgreifende ästhetische Prozesse zu schreiben. Es geht also in erster Linie um das Verhältnis von Menschen zu Dingen und damit um die Würdigung der Institutionen Museum und Bibliothek als Orte aktiver Aneignungsmöglichkeiten durch die Generationen hindurch - bis heute.
3659 Zeichen
Fotomaterial zum Download
www.tu-berlin.de/?id=151674
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Benedicte Savoy, Fachgebiet Kunstgeschichte, Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik, Straße des 17. Juni 150, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-25014, E-Mail: benedicte.savoy@tu-berlin.deWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Die TU Berlin versteht sich als international renommierte Universität in der deutschen Hauptstadt, im Zentrum Europas. Eine scharfe Profilbildung, herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne Verwaltung stehen im Mittelpunkt ihres Agierens. Ihr Streben nach Wissensvermehrung und technologischem Fortschritt orientiert sich an den Prinzipien von Exzellenz und Qualität.
Technische Universität Berlin, Fachgebiet Kunstgeschichte
Prof. Dr. Benedicte Savoy
Straße des 17. Juni 150
10623 Berlin
benedicte.savoy(at)tu-berlin.de
030/314-25014
http://www.tu-berlin.de
Datum: 18.09.2014 - 12:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1109943
Anzahl Zeichen: 4517
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Stefanie Terp
Stadt:
Berlin
Telefon: 030/314-23922
Kategorie:
Sonstiges
Diese Pressemitteilung wurde bisher 301 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"TU Berlin: Hohe Auszeichnung für ein großes, noch zu schreibendes Werk"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
TU Berlin, Stabsstelle Presse,Öffentlichkeitsarbeit und Alumni (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Seit dem Jahr 2005 ist die Beleuchtung der Straßen in Europa durch die Norm DIN-EN 13201 geregelt. Mit dem zunehmenden Einsatz von LEDs wurde international die Frage aufgeworfen, ob das in der Norm empfohlene Beleuchtungsniveau für LED-Lichtquellen nicht um 25 Prozent abgesenkt wer
TU Berlin: Konzept der monumentalen Silhouette ...
In Berlin-Tempelhof am Mariendorfer Damm hebt sich ein monumentaler Bau aus der Stadtsilhouette klar heraus. Es handelt sich um das zwischen 1924-1927 erbaute Druckhaus für den Ullstein Verlag. Entworfen hatte es Eugen Georg Schmohl. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Otto Zucker konzipier
Weitere Mitteilungen von TU Berlin, Stabsstelle Presse,Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Kein Wegfall der Geschäftsgrundlage bei Unwirksamkeit von AGB ...
NOETHE LEGAL Rechtsanwälte, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Köln und Zürich informiert: Das Gericht vertritt die Auffassung, der Verwender von Allgemeinen Geschäftsbedingung, vorliegend war dies eine Bank, könne sich nicht auf einen Wegfall der G
Rechnungswesen 2.0 ...
Wuppertal, 18. September 2014. Rechnungen per Post - das war einmal. Immer mehr Unternehmen führen ein digitales Rechnungswesen ein. Es geht darum, Kosten zu senken und die Buchhaltung effizienter zu gestalten. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um digital abzurec
Virtuelles Kaufhaus von AGRAVIS und Genossenschaften ...
Ein neues Shopping-Erlebnis im Netz: Die AGRAVIS Raiffeisen AG (http://www.agravis.de) und mehr als 30 weitere Unternehmen aus dem Raiffeisen-Verbund haben nun gemeinsam ein virtuelles Kaufhaus eröffnet. Mit " raiffeisenmarkt24.de (http://www.raiffeisenmarkt24.de/shop/de/raiffeisen-
Emotionales Verkaufen ...
Ist doch logisch! Menschen kaufen etwas, um einen gewissen Wert zu befriedigen. Man will Sicherheit, Freiheit, Zufriedenheit, Bequemlichkeit - für sich selbst oder die Familie - vielleicht strebt der Kunden auch nach Profit oder Anerkennung (http://www.marcgalal.com/hoerbuch15.php) . Um Me




