Wenn die Männerblase schwächelt: Nicht immer ist's die Prostata
ID: 1111519
Seltenheit: Schon bei 50-Jährigen ist übermäßiger Harndrang ein
Thema. Dranginkontinenz, bei der auch ungewollt Urin verloren gehen
kann, betrifft jeden fünften bis sechsten Mann ab 65 und jeden
vierten 85-Jährigen.
"Wir raten den betroffenen Männern dringend dazu, ärztlichen Rat
einzuholen, etwa im Rahmen einer routinemäßigen
Krebsvorsorgeuntersuchung beim Hausarzt oder beim Urologen", so
Erhard Hackler, Vorstand der Deutschen Seniorenliga. So kann unter
anderem festgestellt werden, ob eine gutartige Vergrößerung der
Prostata vorliegt, die sich bei etwa jedem zweiten Mann ab dem
vierzigsten Lebensjahr allmählich entwickelt. Sie gilt als wichtigste
Ursache für Blasenbeschwerden bei Männern. Bei etwa der Hälfte der
betroffenen Männer ist die Prostata jedoch unauffällig; in diesen
Fällen ist häufig eine überaktive Blase die Ursache für die
Drangsymptome. Diese Diagnose wird oftmals eher Frauen zugeschrieben,
bei Männern wird sie leicht unterschätzt. Die überaktive Blase ist
eine Folge des Älterwerdens: Mit fortschreitendem Lebensalter
verändert sich die Blasenstruktur, der Blasenmuskel verliert an
Elastizität und das Zusammenspiel zwischen Gehirn und Blasenmuskel
funktioniert nicht immer einwandfrei. Infolgedessen kommt es immer
wieder zu einem kaum beherrschbaren Harndrang, auch wenn die Blase
nur wenig gefüllt ist.
Gute Behandlungschancen
Aufgrund der unterschiedlichen Ursachen muss die Dranginkontinenz
beim Mann individuell therapiert werden. Bewährt haben sich
Wirkstoffe, die eine Entspannung der Blasenmuskulatur herbeiführen.
Ergänzend zur medikamentösen Behandlung ist ein gezieltes
Blasentraining sinnvoll, bei dem die Abstände zwischen den
Toilettengängen schrittweise verlängert werden. Ist die Prostata
vergrößert, so sollte dies regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf mit
Medikamenten behandelt werden. Meist schlägt die Therapie so gut an,
dass eine Prostataoperation nicht notwendig ist.
Weitere Informationen und praktische Tipps für den Alltag enthält
die Broschüre "Blasenschwäche ist kein Schicksal". Sie kann auf dem
Postweg oder im Internet kostenfrei angefordert werden; unter
www.dsl-blasenschwaeche.de gibt es außerdem Informationen zum Thema
"Männersache Prostata": Deutsche Seniorenliga e.V., Heilsbachstraße
32, 53123 Bonn. Bestell-Hotline 01805 - 001 905 (0,14 Euro/Min. aus
dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise abweichend).
Literatur beim Verband erhältlich
Pressekontakt:
Deutsche Seniorenliga e.V.
c/o MedCom international medical & social communication GmbH
Dr. Heike Behrbohm
René-Schickele-Straße 10
53123 Bonn
0228 / 308210
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Datum: 23.09.2014 - 08:45 Uhr
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