Südwest Presse: Sturm im Wasserglas
ID: 1120912
So, so, der CDU-Nachwuchs ist unzufrieden mit Angela Merkel. Den
jungen Leuten aus der Partei der Kanzlerin gefällt deren
Wirtschaftspolitik nicht, vor allem der mangelnde Reformeifer der
Koalition. Große Mehrheit - große Taten? Pustekuchen! Schwarz-Rot,
finden die Jungunionisten, fällt bislang durch Trägheit auf, weniger
durch Kreativität. Das nervt die Gruppe "CDU2017". Doch den murrenden
CDU-Junioren geht es nicht darum, einer vermeintlich tatenlosen
Koalition Beine zu machen, sondern um eine Korrektur des
Regierungskurses. Ihnen passt die ganze Richtung nicht. Sie meinen
das Ungleichgewicht zwischen den bisher abgehakten SPD-Projekten und
den noch unerfüllten Wünschen der Union, aber sie sagen es nicht
offen. Dass die Kanzlerin durch ausbleibende Reformen den erkämpften
Wettbewerbsvorsprung der Bundesrepublik aufs Spiel setzt, glauben
inzwischen nicht bloß Arbeitgeber und Industrie. Aber Angela Merkel
ist nicht dafür bekannt, dass sie sich von ein paar aufmüpfigen
Parteifreunden beirren ließe. So lange die Parteichefin Erfolg hat,
wird sie sich weder in ihre Regierungsgeschäfte noch in die
programmatische Orientierung der Union hineinreden lassen, nicht vom
konservativen "Berliner Kreis" und nicht von den Möchtegernreformern
der "CDU2017". Bislang hat Angela Merkel noch jeden Sturm im
Wasserglas überstanden. Sie weiß, dass sich einige ihrer Kritiker im
Vorfeld des CDU-Parteitags Anfang Dezember aufblasen, um ihre Chancen
bei den Vorstandswahlen zu verbessern. Doch eine Gefahr für die
Vormachtstellung der Kanzlerin bedeutet der begrenzte Aufruhr in der
CDU keineswegs.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 13.10.2014 - 19:17 Uhr
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