Plastiktütenflut in Europa stoppen: Deutsche Umwelthilfe fordert Richtlinie ohne Schlupflöcher
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notwendig - DUH gegen Ausnahmen für Biokunststofftüten und
Beschränkung auf dünnwandige Plastiktüten
Die EU-Kommission und das EU-Parlament sowie der Rat der
Europäischen Union verhandeln morgen (28.10.2014) darüber, wie Europa
seinen Plastiktütenverbrauch reduzieren kann. Dazu erklärt Thomas
Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe
e.V. (DUH):
"Wenn der heute in Brüssel diskutierte Richtlinienentwurf nicht
zum zahnlosen Papiertiger verkommen soll, müssen die Ausnahmen für
biologisch abbaubare Plastiktüten verschwinden. Auch darf sich die
Regelung nicht nur auf dünnwandige Tüten beziehen, wie sie an
Obstständen erhältlich sind. Plastiktüten verschwenden wertvolle
Rohstoffe und belasten die Umwelt erheblich. Deshalb fordern wir den
Rat der Europäischen Union entschieden auf, die Ausnahmen zu
streichen und sich zu verbindlichen Reduktionszielen zu bekennen. Der
Ministerrat hat mit den morgen beginnenden Trilog-Verhandlungen die
Möglichkeit, ein Zeichen gegen die Plastiktütenflut in Europa zu
setzen und endlich eine verbindliche Grundlage für den spürbaren
Rückgang dieser Wegwerfprodukte zu schaffen."
Die Initiative für die "Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und
Verpackungsabfälle im Hinblick auf eine Verringerung der Verwendung
von Kunststofftüten" wurde am 4. November 2013 von der EU-Kommission
erarbeitet und am 16. April 2014 mit Änderungen vom Europäischen
Parlament verabschiedet. Allerdings berücksichtigt die derzeitige
Fassung des Richtlinienentwurfes nur noch dünne Plastiktüten mit
einer Wandstärke kleiner als 50 Mikrometer (0,05 Millimeter). Das
bedeutet, dass Hersteller die Wandstärke ihrer Tüten nur minimal
erhöhen müssten, um die Regelung zu umgehen. Dies kann dazu führen,
dass zukünftig dickwandigere Tüten auf den Markt kommen, die ihren
Einwegcharakter jedoch beibehalten. Der Kunststoffverbrauch würde
sich somit erhöhen und nicht verringern.
Gleichzeitig bieten die geplanten Ausnahmen für biologisch
abbaubare Tüten die Möglichkeit, konventionelle Plastiktüten einfach
gegen eine andere Variante auszutauschen. Die Zahl verbrauchter
Plastiktüten würde dadurch nicht sinken. Zudem bauen sich viele der
biologisch abbaubaren Plastiktüten unter den in der Natur
vorkommenden Bedingungen ähnlich schlecht ab wie Plastiktüten aus
herkömmlichen Kunststoffen. Der Rat der Europäischen Union muss dem
derzeitigen Richtlinien-Vorschlag zur Verringerung des
Plastiktütenkonsums noch zustimmen. Ziel der morgen beginnenden
Trilog-Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist es, sie
bis Ende 2014 zu verabschieden.
Die DUH-Kampagne "Einwegplastik kommt nicht in die Tüte" im
Internet: http://www.duh.de/?id=3705. Fotos unter:
http://www.duh.de/4041.html. DUH-Hintergrundpapier zu Plastiktüten:
http://www.duh.de/3715.html. Twitter:
https://twitter.com/Umwelthilfe
Pressekontakt:
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de
Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de
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Datum: 27.10.2014 - 10:30 Uhr
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