Südwest Presse: KOMMENTAR · EXTREMISMUS
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Wer im Dunstkreis deutscher Fußballstadien für in der Verfassung
verankerte Werte wie Respekt und Toleranz eintritt, muss aufpassen.
Sonst bezieht er Prügel von rechtslastigen Hooligans. "Nazi-Hools"
wollen in der Fan-Kurve nur eine Ideologie zulassen - ihre eigene.
Dem DFB und den Vereinen sind die Probleme bekannt. Doch das Rezept
der meisten Funktionäre dagegen heißt wegsehen und totschweigen.
Zweitligist München 1860, der die Initiative "Löwen-Fans gegen
Rechts" unterstützt, ist eine von wenigen Ausnahmen. Dort setzen sich
Anhänger offen mit Rassismus und Nazi-Verherrlichung auseinander. Was
jetzt in Köln eskaliert ist, gehört aber in nicht so spektakulärem
Ausmaß zum Alltag des Profi-Fußballs. Gewaltverliebte und
Rechtsextreme gehen Bündnisse ein und nutzen die
Massenveranstaltungen als Bühne. Bei einigen Vereinen - Borussia
Dortmund etwa - sind die Verbindungen von "Ultras" in der Fankurve zu
Neo-Nazis in der Gesellschaft bekannt. Dagegen getan wird kaum etwas.
Das ist beschämend für die Vereine, den DFB und auch die
angehimmelten Kicker im Weltmeister-Land. Staat und Steuerzahler
jedoch dürfen nicht auch noch akzeptieren, dass Polizisten die
Leidtragenden sind und ihre Einsatzkosten der Allgemeinheit
aufgebürdet werden. Profi-Fußballclubs sind mittelständische,
profitorientierte Unternehmen. Für tolerierte Fehlentwicklungen in
ihrem Umfeld haben sie geradezustehen.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 27.10.2014 - 19:26 Uhr
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