Lausitzer Rundschau: Willkommen in der Realität
Der ADAC und die Fernbusse
ID: 1133297
noch im hart umkämpften und derzeit kaum gewinnbringenden
Fernbusgeschäft mitzumischen. Nach dem Skandal um gefälschte
Auto-Rankings ist es daher klug, dass der Automobilclub sich wieder
auf seine Kernkompetenzen besinnen will. Nur so gewinnt man Vertrauen
bei Mitgliedern und bei denen zurück, die dem Club zahlreich den
Rücken gekehrt haben. Der Ausstieg des ADAC, aber auch die
Insolvenzanträge verschiedener Anbieter in den vergangenen Wochen
werfen ein neues Schlaglicht auf den Markt der Fernbusreisen. Ohne
Zweifel ist die Anfang 2013 in Kraft getretene Liberalisierung ein
großer Erfolg. Vor allem für junge Leute ist die Fahrt mit dem Bus
attraktiv und erschwinglich. Doch das Geschäft lohnt sich eben nicht
für jeden Anbieter, selbst dann nicht, wenn ein Streik bei der
Deutschen Bahn für einen noch größeren Ansturm auf die Busse sorgt.
Warum das so ist, ist leicht zu erklären. Bislang haben die
Unternehmen mit Kampfpreisen versucht, sich die Kunden gegenseitig
auszuspannen. Wer allerdings Fahrten über lange Distanzen für ein
paar Euro anbietet, der verdient damit auf Dauer kein Geld. Soll
heißen: Die Phase der Markteinführung neigt sich dem Ende entgegen,
jetzt beginnt die Marktbereinigung. Die Branche kommt langsam aber
sicher in der Realität an. Für die Kunden bedeutet das, sie müssen
sich mittelfristig auf steigende Ticketpreise einstellen. Selbst dann
dürfte es aber immer noch günstiger sein, den Fernbus zu benutzen
anstatt die Bahn oder den eigenen Pkw. Wenn man die Zeit dafür hat.
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Datum: 10.11.2014 - 20:41 Uhr
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