Langzeitarbeitslosigkeit / IW Köln warnt vor einer stärkeren Regulierung des Arbeitsmarktes
ID: 1133421
Langzeitarbeitslosen wichtige Brücken in den Arbeitsmarkt. 78 Prozent
der bei der Jobsuche erfolgreichen Langzeitarbeitslosen ist durch
sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit,
geringfügige Beschäftigung, Teilzeit oder befristete Verträge der
Einstieg in Arbeit gelungen. In der Studie "Einstieg in Arbeit - die
Rolle der Arbeitsmarktregulierung" warnt das Institut der deutschen
Wirtschaft Köln (IW) vor einer stärkeren Regulierung dieser
Beschäftigungsverhältnisse. Die Große Koalition plant unter anderem
eine strengere Regulierung der Zeitarbeit. Dies könnte mit
Beschäftigungsverlusten und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit
einhergehen, so die Autoren der Studie, die im Auftrag der Initiative
Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde.
"Die Agenda-Reformen haben eine erhebliche Dynamik am
Arbeitsmarkt, besonders beim Einstieg in Arbeit entfacht. Die Zahl
der Langzeitarbeitslosen sank seit 2005 von 1,8 auf 1,1 Millionen.
Der Niedriglohnbereich sowie atypische Beschäftigungsformen haben
dazu einen enorm wichtigen Beitrag geleistet", erklärt Holger
Schäfer, Arbeitsmarktexperte beim IW Köln und Autor der Studie.
Die Studie zeigt auch: Eine zusätzliche Regulierung der Zeitarbeit
würde vor allem Geringqualifizierte treffen. Ein Viertel der gering
qualifizierten Arbeitslosen, die zwischen 2005 und 2012 eine
Beschäftigung gefunden haben, schafften den Einstieg über die
Zeitarbeit.
"Unsere niedrigen Arbeitslosenzahlen und den hohen
Beschäftigungsstand verdanken wir unserem flexiblen Arbeitsmarkt. Die
Bundesregierung ist dabei, diese Errungenschaften abzuwickeln. Sie
riskiert enorme Beschäftigungsverluste und steigende
Arbeitslosigkeit", erklärt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der
INSM.
Die vollständige Studie sowie druckfähige Grafiken finden Sie
unter www.insm.de/presse.
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein
überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Sie wirbt für die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft in
Deutschland und gibt Anstöße für eine moderne marktwirtschaftliche
Politik. Die INSM wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und
Elektro-Industrie finanziert.
Pressekontakt:
Pressesprecher INSM: Florian von Hennet, Tel. 030 27877-174;
hennet@insm.de
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Datum: 11.11.2014 - 10:00 Uhr
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