FreieÄrzteschaft warnt: Neues Gesetz wird Arztpraxen ausbluten

FreieÄrzteschaft warnt: Neues Gesetz wird Arztpraxen ausbluten

ID: 1135862
(ots) - Für Praxisärzte stehen die Zeichen auf Sturm.
Sowohl mit dem geplanten Versorgungsstärkungsgesetz des
Bundesgesundheitsministeriums als auch mit der Novellierung der
Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) droht Staatsmedizin mit Ausbluten der
freiberuflichen Ärzte. Darin waren sich Referenten und Teilnehmer
einer Veranstaltung der Freien Ärzteschaft (FÄ) am Samstag in Kassel
einig. "Die Regelungen im neuen Gesetz entziehen den freien
Arztpraxen weiter den wirtschaftlichen Boden. Zugleich droht eine GOÄ
mit Willkürhonoraren nach Gutdünken der Privaten Krankenversicherer
(PKV)", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich. Damit würde die
medizinische Betreuung der Bevölkerung geschwächt, nicht gestärkt.

Dietrich erläuterte einige Beispiele aus dem Gesetzentwurf, wo
freiberufliche Ärzte Honorarverluste befürchten müssen: So würden
etwa Mittel für bürokratische Terminservicestellen, Kliniken sowie
staatliche Einrichtungen der Krankenversorgung abfließen. Denn es sei
vorgesehen, die Arztpraxen in eine ungerechte Konkurrenzsituation zu
bringen. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und ambulante
Behandlung in der Klinik würden mit dem Gesetz stark gefördert,
gleichzeitig sollten tausende Arztpraxen verschwinden. "Das erhöht
Kommerzialisierung in der ambulanten Medizin, schwächt die
Arzt-Patienten-Bindung sowie die Autonomie der Ärzte", betonte der
FÄ-Chef. Dietrich weiter: "Die Stoßrichtung ist klar: Freie
Arztpraxen haben in der anvisierten Staatsmedizin nichts zu suchen."

Auch in der Rahmenvereinbarung zu einer neuen GOÄ zeige sich,
wohin die Reise gehen soll: in Richtung Einheitsgebührenordnung für
Kassen- wie Privatpatienten. "Man will Strukturen einführen, die wie
beim Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) in der Gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) eine Mengen- und Ausgabensteuerung


beinhalten", sagte Dr. Bernhard Kleinken, ehemals stellvertretender
Dezernent der Bundesärztekammer im Gebührenordnungsreferat. "Das ist
Strategie, um später bei der Schaffung einer einheitlichen
Gebührenordnung von vornherein die Latte niedrig hängen zu können."
Dass die PKV und die Beihilfe - also die sekundär Zahlungspflichtigen
- überhaupt mitbestimmten, was ein angemessenes ärztliches Honorar
sei, dürfe eigentlich nicht sein. Allein die Bundesärztekammer als
Vertreter der Ärzte müsse die Marschrichtung vorgeben.

Wie mit dem EBM drohe nun auch mit der GOÄ Willkür bei der
Vergütung, betonte Kleinken. Das drücke sich auch in dem "robusten
Einfachsatz" aus. Dabei wolle man auch die Begründungspflicht von
Steigerungen mit dem Faktor 2,3 verschärfen. Im Klartext: Eine
Steigerung soll die Ausnahme sein, in der Regel sei der einfache Satz
abzurechnen. "Für patientenbedingten Mehraufwand - etwa bei schweren
Erkrankungen, Multimorbidität und aufwendigen Beratungen - muss es
aber zwingend weiterhin Steigerungsmöglichkeiten geben, um als Arzt
wirtschaftlich arbeiten zu können", sagte der GOÄ-Experte.

Über die Freie Ärzteschaft e. V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den
Arztberuf als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und
zählt heute mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene
Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.



Pressekontakt:
Daniela Schmidt, Tel.: 0176 49963803, E-Mail:
presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen,
Tel.: 0201 4690939, E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de,
www.freie-aerzteschaft.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  CannaVest Corp. gibt Finanzergebnisse des dritten Quartals 2014 bekannt Das beatmungspflegeportal stellt den Kompetenzpartner Alfried Krupp Krankenhaus vor.
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 16.11.2014 - 11:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1135862
Anzahl Zeichen: 4188

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Kassel



Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 360 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"FreieÄrzteschaft warnt: Neues Gesetz wird Arztpraxen ausbluten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Freie Ärzteschaft e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Freie Ärzteschaft: Medizin nicht kaputtsparen! Stoppt das Spargesetz im Bundestag! ...
Trotz der massiven Kritik derer, die in Deutschland Medizin machen, wollen Ministerin Warken und die Bundesregierung ihr Gesundheits-Spargesetz Ende Juni in erster Lesung durch den Bundestag bringen. "Mit Ignoranz wird im Gesundheitswesen am falschen Ende gespart und rationiert, und letztlich w

Freie Ärzteschaft: "Kassen-App statt Arzt" ist keine Lösung für die Medizin der Zukunft! ...
Der neue Referentenentwurf für das "Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG)" war beim 130. Deutschen Ärztetag in Hannover ein zentraler Schwerpunkt. Bereits in der Eröffnungsveranstaltung wurde der neue Gesetzentwurf als "völlig übergriffig" bez

Freie Ärzteschaft Nordrhein: Nicht kostendeckende Behandlungen können von Ärztinnen und Ärzten immer weniger erbracht werden ...
"Infolge des geplanten Spargesetzes in der gesetzlichen Krankenversicherung ist zu erwarten, dass ärztliche Leistungen, die bisher gerade noch kostendeckend waren, künftig unterhalb der betriebswirtschaftlichen Kostendeckung vergütet werden", erklärt Wolfgang Bartels, Orthopäde und Mi


Weitere Mitteilungen von Freie Ärzteschaft e.V.


CannaVest Corp. gibt Finanzergebnisse des dritten Quartals 2014 bekannt ...
CannaVest Corp [http://cannavest.com/]. ("CannaVest" oder das "Unternehmen") meldet die Finanzergebnisse für das am 30. September 2014 beendete Quartal. Logo - http://photos.prnewswire.com/prnh/20140403/LA98016LOGO [http://photos.prnewswire.com/prnh/20140403/LA98016LOGO]

Novocure gibt bekannt, dass die Phase-III-Studie EF-14 von Tumor-Therapie-Feldern bei Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom bei der Zwischenanalyse wegen nachweislichen Erfolges beendet wurde ...
Novocure(TM), ein kommerziell arbeitendes Unternehmen im Bereich Onkologie, hat heute bekannt gegeben, dass Tumor-Therapie-Felder (Tumor Treating Fields - TTFields) in Verabreichung durch das NovoTTF(TM)-100A-System in Kombination mit der Standardbehandlung mit Temozolomid-Chemotherapie das pro

Der richtige Dreh fürs Hausrezept / Inhalieren ist bei Erkältungen eine Wohltat - wenn man es richtig macht ...
Inhalieren, aber richtig: Es ist ein Unterschied, ob man ein ätherisches Öl, wie das der Latschenkiefer, oder ein Salz zum Schleimlösen anwenden möchte, erklärt die "Apotheken-Umschau". Ätherische Öle können bei einer Erkältung das Befinden deutlich bessern. Am besten verwende

Paul G. Allen weitet seine Bemühungen im Kampf gegen Ebola aus, um die Not von Kindern zu lindern, die durch Ebola zu Waisen geworden sind ...
Philanthropist Paul G. Allen gab heute die Bereitstellung von mehreren Millionen Dollar bekannt, die dazu gedacht sind, eine der tragischsten Folgen der Ebolakrise anzugehen, die Unterstützung von Kindern, die durch den Virus zu Waisen geworden sind. Laut UNICEF haben mindestens 3.700 Kinder in


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z