Versorgungslücke in der Nachsorge von Verkehrsopfern mit Dauerschäden
ID: 1136172
- Deutsche Interessengemeinschaft für Verkehrsunfallopfer DIVO
e.V. fordert spezielle Einrichtungen für Verkehrsopfer mit
Dauerschäden - oft bleibt nur die Versorgung in Altenpflegeheimen
Am Gedenktag für Verkehrsopfer zeigt die Deutsche
Interessengemeinschaft für Verkehrsunfallopfer DIVO e.V. eine
Versorgungslücke auf, von der schwerverletzte Unfallopfer mit
Dauerschäden betroffen sind. "Die Akutversorgung und medizinische
Nachsorge nach einem Unfall funktionieren in Deutschland auf höchstem
Niveau. Doch dann stellt sich die Frage, wie Menschen mit dauerhaften
Schädigungen langfristig zurechtkommen? Immer mehr Betroffene haben
keine Angehörigen, die sie auffangen können," erklärt Hans Buschbell,
Vorsitzender der DIVO. Diesen Betroffenen bleibt nach erfolgter Reha
oft nur die Unterbringung in Altenpflegeheimen.
DIVO fordert mehr spezielle Einrichtungen für dauergeschädigte
Menschen
2013 verunglückten auf deutschen Straßen 64.000 Menschen schwer,
etwa 400 davon trugen derart schwere Verletzungen davon, die sie
zeitlebens beeinträchtigen und eine dauerhafte Unterstützung
erfordern. Viele von ihnen wären aber durchaus in der Lage, betreut
ein eigenständiges Leben zu führen und auch zu arbeiten. Dieses
scheitert allerdings an entsprechenden speziellen Einrichtungen.
"Mangels Alternativen werden diese Menschen dann in
Pflegeeinrichtungen für Senioren untergebracht, wo sie weder arbeiten
noch ein eigenständiges Leben in einem altersgerechten Umfeld führen
können," beschreibt Hans Buschbell den momentanen Zustand.
Entlastungen für Kostenträger - Perspektiven für das einzelne
Opfer
Kostenträger wie Krankenkassen, soziale Leistungsträger und
Versicherer kennen die Versorgungslücke in der Nachsorge sogenannter
Großschäden schon lange. Etwa die Hälfte des Gesamtbudgets wird für
dauerhafte Pflege und Betreuung für Unfallopfer mit schweren
Folgeschäden ausgegeben. Die DIVO setzt sich daher für einen Dialog
der beteiligten Kostenträger ein, um gemeinsam eine Bedarfsstudie
durchzuführen. "Ziel ist es, eine Modelleinrichtung zu entwickeln, in
der dauergeschädigte Unfallopfer leben und arbeiten können. Hier
können Erfahrungen aus dem betreuten Wohnen adaptiert werden. Dadurch
ließen sich die Betreuungs- und Pflegekosten senken, gleichzeitig
erhält der Einzelne eine Perspektive, trotz seiner Einschränkungen am
Leben teilhaben zu können," erläutert Hans Buschbell die Initiative
der DIVO e.V.
Seit mehr als 25 Jahren setzt sich die Deutsche
Interessengemeinschaft für Straßenverkehrsunfallopfer (DIVO)
bundesweit für die Interessen und eine nachhaltige Hilfe für Opfer,
ihre Angehörigen und anderweitig betroffene Personen ein. Der
gemeinnützige Verein unterstützt seine Mitglieder bei der Bewältigung
von Folgen schwerer Straßenverkehrsunfälle. Kontakt: www.divo.de
Pressekontakt:
DIVO - Deutsche Interessengemeinschaft für Verkehrsunfallopfer e.V.
Hans Buschbell
Telefon:0 24 21 / 123212
E-Mail : info@divo.de
Altvater Kommunikation
Camilla Altvater
Telefon :0172 - 28 30 249
E-Mail : info@altvater-kommunikation.de
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Datum: 17.11.2014 - 11:24 Uhr
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