Fortschrittsbericht der nationalen Plattform Elektromobilität /
Ausbau der Ladeinfrastruktur verliert an Schwung
ID: 1143090
der Nationalen Plattform Elektromobilität standen Mitte dieses Jahres
deutschlandweit etwa 4.800 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur
Verfügung. Ein Großteil dieser Stromtankstellen, rund 1.500, wird
durch kommunale Unternehmen betrieben. Laut einer aktuellen Umfrage
zur Elektromobilität unter den Mitgliedsunternehmen des Verbandes
kommunaler Unternehmen (VKU) betreiben die kommunalen Unternehmen im
Schnitt knapp sechs öffentliche Ladepunkte, weitere neun Ladepunkte
sollen in nächsten Jahren folgen. Allerdings hat die Dynamik beim
Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur in den vergangenen zwei Jahren
merklich nachgelassen. Der aktuelle Fortschrittsbericht bestätigt
diese Annahme.
VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck: "Die nachlassende
Dynamik der öffentlichen Ladeinfrastruktur liegt - anders als in der
halböffentlichen und privaten Infrastruktur - an den bislang noch
nicht tragfähigen Geschäftsmodellen." Während Stadtwerke im halb- und
nichtöffentlichen Bereich Ladeinfrastruktur im Kundenauftrag
errichten und betreiben und es schon eine Reihe vielversprechender
Geschäftsmodelle gibt, "existiert für die öffentlichen Ladepunkte,
bei denen der Energieversorger in der Regel gleichzeitig der Investor
ist, bislang kein Business Case". Ein Grund dafür ist, dass die
elektrische Arbeit (Kilowattstunde) als Basis der Wertschöpfung nicht
geeignet ist, die hohen Investitionen je Ladepunkt und dessen
Betriebskosten zu refinanzieren.
"Für die öffentliche Ladeinfrastruktur muss daher geklärt werden,
ob öffentliches Laden in einer elektromobilen Zukunft der Regelfall
oder eher die Ausnahme ist", so Reck. Von der Beantwortung dieser
Frage hängt die Einschätzung ab, ob öffentliche Ladepunkte zukünftig
ein fester Bestandteil des elektromobilen Konzepts sind oder eher
eine Art Zusatzversorgung zum Regelfall "Halböffentliches oder
nichtöffentliches Laden" darstellen. Hieraus bestimmen sich
maßgeblich die möglichen Geschäftsmodelle und auch die Kostenstruktur
der Dienstleistung "Öffentliches Laden".
"In diesem Zusammenhang brauchen wir kurzfristig einen auf die
Marktrolle 'Ladepunktbetreiber' zugeschnittenen
energiewirtschaftsrechtlichen Regelungsrahmen. Auch in anderen
Bereichen, so im Steuerrecht und im Baurecht, müssen Klarstellungen
vorgenommen werden", fordert Reck. "Wir brauchen Rahmenbedingungen,
die keine unnötigen Barrieren für den Aufbau einer
Landesinfrastruktur darstellen. Es müssen praktikable Lösungen
geschaffen werden, die das Ziel 'Förderung der Elektromobilität'
unterstützen."
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) vertritt über 1.400
kommunalwirtschaftliche Unternehmen in den Bereichen Energie,
Wasser/Abwasser und Abfallwirtschaft. Mit über 245.000 Beschäftigten
wurden 2012 Umsatzerlöse von mehr als 110 Milliarden Euro
erwirtschaftet und mehr als 8,6 Milliarden Euro investiert. Die
VKU-Mitgliedsunternehmen haben im Endkundensegment einen Marktanteil
von 46 Prozent in der Strom-, 59 Prozent in der Erdgas-, 80 Prozent
in der Trinkwasser-, 65 Prozent in der Wärmeversorgung und 26 Prozent
in der Abwasserentsorgung.
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Datum: 02.12.2014 - 11:26 Uhr
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