Deutsche Umwelthilfe begrüßt neuen "Blauen Engel" für Baumaschinen
ID: 1146775
Baumaschinen kommt ab 2016 - DUH fordert Anpassung der öffentlichen
Ausschreibung und Beschaffung - Nur noch neue Baumaschinen mit
"Blauem Engel" oder Bestandsfahrzeuge mit nachgerüstetem
Dieselpartikelfilter sollen eingesetzt werden dürfen
Die Jury Umweltzeichen hat heute die Einführung eines "Blauen
Engels" für lärm- und emissionsarme Baumaschinen beschlossen, dessen
Kriterien die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) maßgeblich mitgestaltet
hat. Das Umweltzeichen ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Kommunen
im Kampf gegen die beiden wichtigsten städtischen Umweltprobleme Lärm
und Luftverschmutzung.
"Mit der positiven Entscheidung der Jury haben wir einen wichtigen
Baustein für den Einsatz rußfreier Baumaschinen erreicht", so Jürgen
Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).
"Bisher tun sich die Kommunen schwer damit, ausreichend strenge
Vorgaben für den Einsatz von Baumaschinen in Umweltzonen und in
öffentlichen Ausschreibungen zu verankern. Wir brauchen sie aber
dringend, um die Emissionen von Feinstaub und vor allem ultrafeinen
Partikeln zu mindern. Mit Hilfe des "Blauen Engels" gibt es nun für
die Kommunen keine Ausreden mehr."
In Deutschland geben Bund, Länder und Kommunen pro Jahr rund 260
Milliarden Euro für die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen
aus. Dem Umwelt- und Klimaschutz ist damit bislang aufgrund fehlender
oder zu schwacher Anforderungen wenig geholfen. Durch die verstärkte
Nachfrage nach Maschinen mit "Blauem Engel" kann die öffentliche Hand
ein deutliches Signal an die Anbieter und Hersteller senden. Die
Einbeziehung von Umweltzeichen wie dem "Blauen Engel" in die
öffentliche Ausschreibung wurde mit der Reform des EU-Vergaberechts
Anfang 2014 deutlich vereinfacht. Das Umweltzeichen kann jetzt als
verbindliches Kriterium gewählt werden.
Vor diesem Hintergrund und mit Hilfe des ab 1.4.2016 geltenden
neuen Umweltzeichens für Baumaschinen, fordert die DUH die Kommunen
auf, zukünftig für den eigenen Bedarf ausschließlich Baumaschinen mit
dem Umweltzeichen zu beschaffen. Bei Bauvorhaben im Auftrag der
öffentlichen Hand ist der Einsatz ausschließlich neuer Maschinen
nicht möglich. Daher dürfen aus Sicht der DUH Kommunen in einem
ersten Schritt nur noch Angebote zulassen, welche die Bauleistung
entweder mit Neufahrzeugen mit "Blauem Engel"-Standard oder mit
Bestandsfahrzeugen mit Partikelfilter erbringen. Gleichzeitig fordert
sie die Kommunen auf, gemeinsam mit ihr die rasche Entwicklung eines
Zeichens für emissionsarme Bestandsfahrzeuge einzufordern.
Unbeantwortet ist noch die Frage einer ausreichenden Kontrolle.
"Um sicherzustellen, dass sich das Umweltzeichen für Baumaschinen als
erfolgreiches Qualitätslabel in Ausschreibungen durchsetzt und so
sein Umweltpotential voll entfalten kann, muss eine
Qualitätskontrolle durch den Zeichengeber sicherstellen, dass die
Vergabekriterien tatsächlich eingehalten werden", fordert Jürgen
Resch.
Hintergrund:
Die DUH fordert seit 2010 den ausschließlichen Einsatz von
Baumaschinen mit Dieselpartikelfiltern zum Schutz von Anwohnern und
Arbeitnehmern auf Baustellen. Baumaschinen tragen erheblich zur
lokalen abgasbedingten Feinstaubbelastung bei, wie eine Studie des
IFEU Instituts Heidelberg im Auftrag des Umweltbundesamts ergeben
hat. Außerdem entsteht für die Arbeiter auf der Baustelle ein
deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko durch den Ausstoß krebserregender
Rußpartikel aus Dieselmotoren.
Immer mehr deutsche Städte und Länder erlassen Regelungen für den
Einsatz emissionsarmer Baumaschinen, die aber nicht ausreichen streng
sind, um den Einsatz von Dieselpartikelfiltern faktisch
vorzuschreiben. Somit wird die beabsichtigte Reduktion der
gesundheitlichen Belastung von Anwohnern und Arbeitern nicht
erreicht. Die Kennzeichnung von Maschinen mit dem "Blauen Engel" wird
es den Kommunen deutlich vereinfachen, den Einsatz von wirklich
sauberen und leisen Baumaschinen auf öffentlichen Baustellen
vorzuschreiben und weitere Kommunen ermutigen, vergleichbare
Regelungen zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger zu ergreifen.
DUH im Internet: www.duh.de, Twitter:
https://twitter.com/Umwelthilfe
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de
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Datum: 10.12.2014 - 13:59 Uhr
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