Reibung im Nanometerbereich: Hohe Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen

Reibung im Nanometerbereich: Hohe Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen

ID: 1148828

ibung im Nanometerbereich: Hohe Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen


Reibung wird oft als nachteiliges Phänomen betrachtet, das zu Verschleiss führt und Energieverluste verursacht. Umgekehrt kann aber auch zu wenig Reibung unvorteilhaft sein, zum Beispiel beim Laufen auf Eisflächen oder beim Fahren auf nasser Strasse.

Das Verständnis von Reibungseffekten ist deshalb von grosser Bedeutung - auch in der Nanotechnologie, wo Reibung im Nanometerbereich kontrolliert werden soll. Einen Beitrag, wie Reibung in mikroskopischen Dimensionen funktioniert, leistet nun eine neue Studie von Forschern der Universität Basel, der Universität Warwick, des CNR-Instituts SPIN in Genua sowie des Internationalen Zentrums für Theoretische Physik (ICTP) in Triest.

Für ihr Experiment liessen die Wissenschaftler um den Basler Experimentalphysiker Prof. Ernst Meyer die nanometerfeine Spitze eines Rasterkraftmikroskops über die Oberfläche einer Schichtstruktur aus Niob- und Selen-Atomen vibrieren. Diese Verbindung verwendeten sie aufgrund ihrer besonderen elektronischen Eigenschaften; insbesondere bilden sich darin bei extrem tiefen Temperaturen sogenannte Ladungsdichtewellen. Dadurch sind die Elektronen nicht mehr wie in einem Metall gleichmässig verteilt, sondern es bildet sich Gebiete, in denen die Elektronendichte zwischen hoch und tief schwankt.

Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen

In der Nähe solcher Ladungsdichtewellen registrierten die Forscher sehr hohe Energieverluste zwischen der Oberfläche und der Spitze des Rasterkraftmikroskops, selbst bei relativ grossen Abständen von mehreren Atomdurchmessern. «Der Energieabfall war so stark, als wäre die Spitze plötzlich in eine zähe Flüssigkeit geraten», beschreibt Meyer den Reibungseffekt.

Diese Energieverluste konnten die Forscher nur bei Temperaturen unterhalb 70 Kelvin (-203°C) beobachten. Da Ladungsdichtwellen bei höheren Temperaturen nicht existieren, werteten sie dies als Indiz dafür, dass Reibungskräfte zwischen Messnadel-Spitze und Ladungsdichtewellen die Energieverluste verursachen.

Das theoretische Modell zeigt, dass die hohen Energieverluste durch eine Serie von lokalen Phasenverschiebungen der Ladungsdichtewellen verursacht werden. Dieses neu entdeckte Phänomen könnte praktische Bedeutung für die Nanotechnologie haben, zumal sich der Reibungseffekt in Abhängigkeit von Abstand und Spannung modulieren lässt.

Originalbeitrag

Markus Langer, Marcin Kisiel, Rémy Pawlak, Franco Pellegrini, Giuseppe E. Santoro, Renato Buzio, Andrea Gerbi, Geetha Balakrishnan, Alexis Baratoff, Erio Tosatti and Ernst Meyer
Giant frictional dissipation peaks and charge-density-wave slips at the NbSe2 surface
Nature Materials, published online 15.12.2013 | doi: 10.1038/NMAT3836


Universität Basel
Petersplatz 1
4003 Basel
Schweiz

Telefon: +41 (0)61 267 34 79

Mail: weboffice@unibas.ch
URL: http://www.unibas.ch




(pressrelations) - terbereich: Hohe Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen


Reibung wird oft als nachteiliges Phänomen betrachtet, das zu Verschleiss führt und Energieverluste verursacht. Umgekehrt kann aber auch zu wenig Reibung unvorteilhaft sein, zum Beispiel beim Laufen auf Eisflächen oder beim Fahren auf nasser Strasse.

Das Verständnis von Reibungseffekten ist deshalb von grosser Bedeutung - auch in der Nanotechnologie, wo Reibung im Nanometerbereich kontrolliert werden soll. Einen Beitrag, wie Reibung in mikroskopischen Dimensionen funktioniert, leistet nun eine neue Studie von Forschern der Universität Basel, der Universität Warwick, des CNR-Instituts SPIN in Genua sowie des Internationalen Zentrums für Theoretische Physik (ICTP) in Triest.

Für ihr Experiment liessen die Wissenschaftler um den Basler Experimentalphysiker Prof. Ernst Meyer die nanometerfeine Spitze eines Rasterkraftmikroskops über die Oberfläche einer Schichtstruktur aus Niob- und Selen-Atomen vibrieren. Diese Verbindung verwendeten sie aufgrund ihrer besonderen elektronischen Eigenschaften; insbesondere bilden sich darin bei extrem tiefen Temperaturen sogenannte Ladungsdichtewellen. Dadurch sind die Elektronen nicht mehr wie in einem Metall gleichmässig verteilt, sondern es bildet sich Gebiete, in denen die Elektronendichte zwischen hoch und tief schwankt.

Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen

In der Nähe solcher Ladungsdichtewellen registrierten die Forscher sehr hohe Energieverluste zwischen der Oberfläche und der Spitze des Rasterkraftmikroskops, selbst bei relativ grossen Abständen von mehreren Atomdurchmessern. «Der Energieabfall war so stark, als wäre die Spitze plötzlich in eine zähe Flüssigkeit geraten», beschreibt Meyer den Reibungseffekt.

Diese Energieverluste konnten die Forscher nur bei Temperaturen unterhalb 70 Kelvin (-203°C) beobachten. Da Ladungsdichtwellen bei höheren Temperaturen nicht existieren, werteten sie dies als Indiz dafür, dass Reibungskräfte zwischen Messnadel-Spitze und Ladungsdichtewellen die Energieverluste verursachen.



Das theoretische Modell zeigt, dass die hohen Energieverluste durch eine Serie von lokalen Phasenverschiebungen der Ladungsdichtewellen verursacht werden. Dieses neu entdeckte Phänomen könnte praktische Bedeutung für die Nanotechnologie haben, zumal sich der Reibungseffekt in Abhängigkeit von Abstand und Spannung modulieren lässt.

Originalbeitrag

Markus Langer, Marcin Kisiel, Rémy Pawlak, Franco Pellegrini, Giuseppe E. Santoro, Renato Buzio, Andrea Gerbi, Geetha Balakrishnan, Alexis Baratoff, Erio Tosatti and Ernst Meyer
Giant frictional dissipation peaks and charge-density-wave slips at the NbSe2 surface
Nature Materials, published online 15.12.2013 | doi: 10.1038/NMAT3836


Universität Basel
Petersplatz 1
4003 Basel
Schweiz

Telefon: +41 (0)61 267 34 79

Mail: weboffice@unibas.ch
URL: http://www.unibas.ch


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Universität Basel
Petersplatz 1
4003 Basel
Schweiz

Telefon: +41 (0)61 267 34 79

Mail: weboffice(at)unibas.ch
URL: http://www.unibas.ch



drucken  als PDF  Nanoscale Friction: High Energy Losses in the Vicinity of Charge Density Waves Bessere Förderung für gewerbliche Kälteanlagen - Neuregelung tritt am 01.01.2014 in Kraft
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 13.12.2014 - 19:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1148828
Anzahl Zeichen: 6637

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 386 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reibung im Nanometerbereich: Hohe Energieverluste in der Nähe von Ladungsdichtewellen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Universität Basel (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Smartphones verändern den digitalen Medienkonsum von Jugendlichen ...
dern den digitalen Medienkonsum von Jugendlichen Während Smartphones erst etwa ab 2007 den Markt zu erobern begannen, sind sie heute bei Jugendlichen allgegenwärtig. Dank WLAN-Internet und günstigen Flatrates verbringen Jugendliche mit Smartphones mehr Zeit online und können günstiger mit

Men and Women Process Emotions Differently ...
cess Emotions Differently It is known that women often consider emotional events to be more emotionally stimulating than men do. Earlier studies have shown that emotions influence our memory: the more emotional a situation is, the more likely we are to remember it. This raises the question as to

Männer und Frauen verarbeiten Emotionen unterschiedlich ...
verarbeiten Emotionen unterschiedlich Bekannt ist, dass Frauen bewegende Ereignisse oft emotionaler bewerten als Männer. Ferner weiss man aus früheren Untersuchungen, dass Emotionen unsere Erinnerungen beeinflussen: Je emotionaler eine Situation ist, desto eher werden wir uns später daran erin


Weitere Mitteilungen von Universität Basel


Nanoscale Friction: High Energy Losses in the Vicinity of Charge Density Waves ...
n: High Energy Losses in the Vicinity of Charge Density Waves Friction is often seen as an adverse phenomenon that leads to wear and causes energy loss. Conversely, however, too little friction can be a disadvantage as well - for example, running on an icy surface or driving on a wet road. An

Windenergie verzeichnet 2013 höchste Zubaurate seit zehn Jahren ...
ichnet 2013 höchste Zubaurate seit zehn Jahren Zusätzlich wurden die Offshore-Windparks Riffgat und Bard Offshore fertig gestellt und weitere Anlagen in den Offshore-Windparks Borkum West und DanTysk errichtet. Nicht alle neu errichteten Anlagen sind bereits ans Netz angeschlossen. Wenn die 201

Blackheath meldet Ergebnisse für Wolframprojekt Vale das Gatas ...
Ergebnisse für Wolframprojekt Vale das Gatas Blackheath Resources Inc. (TSXV: BHR) ("Blackheath" oder das "Unternehmen") gibt die Ergebnisse der ersten Erkundungsarbeiten im vor kurzem erworbenen Wolfram-Zinnprojekt Vale das Gatas bekannt, das sich über eine Fläche von 21

HOCHTIEF Solutions stellt weiteres Offshore-Kranhubschiff in Dienst ...
Viertes Schiff in der HOCHTIEF-Flotte / Hubschiff ermöglicht effiziente Installation auf hoher See / HOCHTIEF leistet weiteren wichtigen Beitrag zur Energiewende HOCHTIEF Solutions stellt in diesen Tagen ein weiteres, leistungsstarkes Kranhubschiff zum Bau von Offshore-Windparks in Dienst. Im


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z