Aspekte der chronischen Achillodynie beim Handball

Aspekte der chronischen Achillodynie beim Handball

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(firmenpresse) - Aspekte der chronischen Achillodynie beim Handball

Bei Sportlern ist eine schmerzhafte Entzündung der Achillessehne keine Seltenheit, sie tritt jedoch vermehrt im Bereich des Leistungssportes auf. Die Achillessehne stellt die größte Sehne im menschlichen Körper dar, welche sich aus den Sehnen des M. soleus sowie des M. gastrocnemius zusammensetzt. Sie ist die Endsehne des 3-köpfigen M. triceps surae, setzt am Tuber calcanei an und verläuft als Zugsehne, im Gegensatz zu den Gleitsehnen, in die gleiche Richtung wie der zugehörige Muskel. Zudem liegt ein besonderes Merkmal die Verläufe der einzelnen Anteile der Sehne dar, welche zu der Torquierung führen. Die Achillessehne muss etwa die Kraft von dem 8-fachen Körpergewicht aushalten - und das bei jedem Schritt. Ihre Verletzbarkeit kann dadurch begründet werden, dass sie nur eingeschränkt durchblutet ist und selbst beim normalen Gehen, starke Kräfte auf sie einwirken. In erster Linie ermöglicht die Achillessehne die Plantarflexion im oberen Sprunggelenk, d.h. die Flexion des Fußes in Richtung der Planta pedis.
Beim normalen Gang wird eine Bewegung innerhalb des Sprunggelenkes hervorgerufen. Bei jedem Schritt verlängert und verkürzt sich die Achillessehne. Eine vermehrte Belastung entsteht beim Laufen und beim Springen. Aufgrund enormer Scherkräfte können anhaltende Belastungen hervorgerufen werden, welche sich durch Rupturen, Tendinitis, retrocalcaneare Bursitis sowie Peritendinitis bemerkbar machen. Jedoch konnten aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass eine Achillessehnenentzündung keine klassische Entzündung darstellt, da keine Entzündungsherde und -zellen gefunden werden konnten, sondern lediglich degeneriertes Gewebe, welches eine unregelmäßige Struktur aufweist.
Handball ist eine Sportart, welche aufgrund ihrer Anzahl der Verletzungen sowie ihrer Schwere als eine der härtesten Spielsportarten bezeichnet werden kann. Es sind hierbei insbesondere die untersten Extremitäten von Verletzungen betroffen. So gehören Achillessehnenverletzungen zu den hartnäckigsten und häufigsten Beschwerden im Handballsport. Häufig handelt es sich jedoch nicht um eine schwerwiegende Ruptur, sondern eher um eine Achillodynie.


Eine Achillodynie zeichnet sich durch Schmerzen im Bereich der Achillessehne aus. Obwohl in den letzten Jahrzehnten intensiv hinsichtlich dieser Thematik geforscht wurde, konnten eindeutige Vorgänge des Krankheitsgeschehens nicht identifiziert werden. Hinsichtlich der Ätiologie sind multifaktorielle Einflüsse für eine Achillodynie verantwortlich, welche generell zwischen zwei Faktoren unterschieden werden können: Die internen Faktoren wie Muskelasymmetrien und Fehlstellungen des Skelettes, sowie die externen Faktoren wie fehlerhafte Trainingseinheiten, fehlerhafte Sportausrüstung und technische Fehler. Den externen Faktoren kann eine wichtige Rolle zugesprochen werden, da im Leistungssport funktionale Insuffizienzen häufiger auftreten.
Bei einem chronischen Krankheitsverlauf ist eine Überprüfung der Funktionen der zugehörigen agonistisch-antagonistisch wirkenden Muskeln unabdingbar. Neben einer ärztlichen Behandlung ist die Behandlung durch einen Sport-Physiotherapeuten dringend erforderlich. Die physiotherapeutische Behandlung zeichnet sich durch entzündungshemmenden und rehabilitativen Maßnahmen wie Massagen, Fiktionen im Bereich der Sehne, manuelle Lymphdrainage, gezieltes Stretching- und Dehnprogramme, und Elektrotherapie, Trainingspausen sowie eine Behandlung mit heparinhaltigen Salben, aus. Ebenfalls haben sich präventive Maßnahmen bewährt, die auf Aufwärmungs- und Dehnungsübungen abzielen. So hat die Temperatur einen wesentlichen Einfluss auf die Beweglichkeit der Sehne. Neben dem Training der muskulären Bewegungskontrolle, kann auch die Durchführung von fußgymnastischen Übungen als wesentliche präventive Maßnahme angesehen werden. Überdies steht der Trainingszustand im Fokus der Betrachtung. Wird der Körper als zusammenhängender und bindegewebshaltiger Schlauch betrachtet, so ist es notwendig, den gesamten Körper bei einer lokalen Dysfunktion zu behandeln. Hierdurch kann der Physiotherapeut effektive und effiziente Ergebnisse im Handballsport erreichen.
Bei Sehnen besteht eine gute Chance, dass sie sich relativ gut regenerieren können. Jedoch muss hierfür vorausgesetzt werden, dass eine regelmäßige physiologische Beanspruchung erfolgt. Überlastungen hingegen sind grundsätzlich zu vermeiden. Denn wird die Sehne gänzlich ruhiggestellt, so wird diese in Zukunft, aufgrund fehlender Ent- und Belastungsreize, weniger beanspruchbar sein. Weiterführende Informationen zu diesem Thema erhalten Sie auch unter http://www.marco-congia.de/.


Literatur:
Andren-Sandberg, A.: Verletzungen und Überlastungsschäden im Handball. In: Renström, P.: Sportverletzungen und Überlastungsschäden. Prävention, Therapie, Rehabilitation, 2. Auflage. Köln: Deutscher Ärzte Verlag, 1997, S. 304-309.
Bant, H. / Haas, H.-J. / Ophey, M. / Steverding, M.: Sportphysiotherapie. Stuttgart: Thieme Verlag, 2011.
Herwig, Z.: Chronische Achillessehnenreizungen beim Handballsportler. Erläutert auf der Basis der muskulären Dysbalance und behandelt mit aktiven Dehnungen. Innsbruck, 2005.
Hirschmüller, A. / Baur, H. / Müller, S. / Mayr, F.: Quantifizierung der Kraftfähigkeiten und der neuromuskulären Effizienz bei Gesunden und Läufern mit chronischen Achillessehnenbeschwerden. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. 56(2), 2005, S. 39 - 44.
Mazzone, M. F. / Mccue, T.: Common Conditions of Achilles Tendon. American Family Physican. 65(9), 2002, S. 1-8.
Peterson, L ./ Renström, P.: Verletzungen im Sport. Prävention und Behandlung. Köln: Deutscher Ärzte- Verlag, 1987.
Van den Berg, F. : Angewandte Physiologie. Band 3. Therapie, Training, Tests. Stuttgart: Thieme Verlag, 2001.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

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