"Hohes Risiko, im Lesen und Schreiben hinterherzuhinken / Uni und Jugendamt beugen vor
ID: 1150131
Hohes Risiko, im Lesen und Schreiben hinterherzuhinken" / Uni und Jugendamt beugen vor
"33% der untersuchten Kinder zeigen im Lesen oder Schreiben unterdurch-schnittliche Leistungen verglichen mit anderen Schülern ihrer Klassenstufe. Sie tragen ein hohes Risiko, dauerhaft im Lesen und Schreiben hinter ihren Klassenkameraden zurück zu bleiben", sagt Prof. Dr. Claudia Mähler. Dies ist ein deutliches Ergebnis einer Lernstanderhebung an neun Grundschulen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Folgen sind Schulunlust, Verhaltensauffälligkeiten und seelische Probleme. Die Kinder erleben wiederkehrend Misserfolge - und die Eltern, die nicht mehr wissen, wie sie ihrem Kind helfen können, stehen ebenfalls unter Druck. Häufig folgen Nachmittage mit kostspieliger Nachhilfe und Lerntherapie.
Damit diese "Risikokinder" - immerhin ein Drittel - eine Chance erhalten, ziehen die Jugendämter von Stadt und Landkreis mit der Universität Hildesheim seit 2011 an einem Strang und entwickelten das Modellprojekt "LeFiS - Lernförderung in Schulen". Statt Probleme auszulagern, entstand eine schulinterne Lösung. "Wir wollen Kinder, die im Lesen und Schreiben Schwierigkeiten haben, möglichst frühzeitig unterstützen - bevor sie weitere Probleme bekommen", sagt Claudia Mähler. Zunächst untersuchten Dr. Kirsten Schuchardt und Christina Balke-Melcher von der Abteilung für Pädagogische Psychologie und Diagnostik der Uni Hildesheim insgesamt 476 Kinder zu Beginn der dritten Klasse in den neun teilnehmenden Schulen.
Die auffälligen Kinder wurden dann während der Unterrichtszeit zwei Stunden pro Woche in einer Kleingruppe von professionellen Lerntherapeuten gefördert. "Somit entfällt die Belastung für Eltern und Kind durch einen zusätzlichen Termin am Nachmittag. Und die Kinder können das in der Einzeltherapie Erlernte später leichter auf die Unterrichtssituation anwenden", sagt Claudia Mähler, die an der Universität Hildesheim auch dafür zuständig ist, künftige Lehrergenerationen im Bereich Diagnostik auszubilden.
Über zwei Jahre wurden die Kinder bis zum Ende des vierten Schuljahres begleitet. Fortschritte im Lesen und Schreiben wurden durch die Universität überprüft. Nun können die Forscher eine erfreuliche Entwicklung feststellen. 62 % der Kinder, die über die gesamten zwei Jahre an der Förderung teilnahmen, konnten ihre Schwächen überwinden. "Das bedeutet, ihre Leistungen im Lesen und/oder Schreiben haben sich an die ihrer Mitschüler angeglichen und sind nun im durchschnittlichen Bereich", kommentiert Mähler. Genauer betrachtet wird deutlich: Kinder, die sich nicht verbessern konnten, hatten schon in der zweiten Klasse deutliche Schwierigkeiten. "Sie konnten von der Arbeit in Kleingruppen nicht ausreichend profitieren, um ihre Leistungen zu verbessern." An einigen Schulen, etwa an der Grundschule Barnten, wird das Projekt fortgeführt.
Frühe Lernförderung in Schulen sei eine sehr gute Möglichkeit, Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben zu unterstützen und ihnen beim Überwinden ihrer Schwächen zu helfen, so das Fazit der Mitarbeiter der Jugendämter und der Uni Hildesheim. Kinder mit gravierenden Schwierigkeiten sollte man jedoch eine längerfristige Einzeltherapie anbieten. Die Rückmeldungen der beteiligten Schulen und Lerntherapeuten unterstreichen dieses Ergebnis.
Kurzinfo zur Forschergruppe / Ambulanz "Kind im Mittelpunkt":
Die Forschergruppe um Claudia Mähler befasst sich an der Universität Hildesheim mit der Verschiedenheit vor Schuleintritt. Die Wissenschaftler untersuchen etwa in einer Langzeitstudie die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kindern, welche kognitiven Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen entscheidend sind und wie vor der Einschulung Entwicklungsrückstände erkannt werden können.
In der Lehr- und Forschungsambulanz "Kind im Mittelpunkt" begleiten die Forscher Eltern und Kinder aus Stadt und Landkreis Hildesheim. Die Betroffenen wollen herausfinden, ob ihr Kind eine altersgemäße Entwicklung beim Sprechen, Bewegen und im sozialen Miteinander zeigt oder warum es Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen hat. Kitas und Schulen erhalten hier Informationen zu Diagnostik und Beratung bei Lernschwierigkeiten und Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit. Kontakt zur Ambulanz für Betroffene telefonisch (05121.883-10982, Mo bis Do von 13 bis 14 Uhr) und via E-Mail (kim[at]uni-hildesheim.de).
Medienkontakt:
Isa Lange
Pressestelle der Universität Hildesheim
presse@uni-hildesheim.de
05121.883-90100 und 0177.8605905
"33% der untersuchten Kinder zeigen im Lesen oder Schreiben unterdurch-schnittliche Leistungen verglichen mit anderen Schülern ihrer Klassenstufe. Sie tragen ein hohes Risiko, dauerhaft im Lesen und Schreiben hinter ihren Klassenkameraden zurück zu bleiben", sagt Prof. Dr. Claudia Mähler. Dies ist ein deutliches Ergebnis einer Lernstanderhebung an neun Grundschulen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Folgen sind Schulunlust, Verhaltensauffälligkeiten und seelische Probleme. Die Kinder erleben wiederkehrend Misserfolge - und die Eltern, die nicht mehr wissen, wie sie ihrem Kind helfen können, stehen ebenfalls unter Druck. Häufig folgen Nachmittage mit kostspieliger Nachhilfe und Lerntherapie.
Damit diese "Risikokinder" - immerhin ein Drittel - eine Chance erhalten, ziehen die Jugendämter von Stadt und Landkreis mit der Universität Hildesheim seit 2011 an einem Strang und entwickelten das Modellprojekt "LeFiS - Lernförderung in Schulen". Statt Probleme auszulagern, entstand eine schulinterne Lösung. "Wir wollen Kinder, die im Lesen und Schreiben Schwierigkeiten haben, möglichst frühzeitig unterstützen - bevor sie weitere Probleme bekommen", sagt Claudia Mähler. Zunächst untersuchten Dr. Kirsten Schuchardt und Christina Balke-Melcher von der Abteilung für Pädagogische Psychologie und Diagnostik der Uni Hildesheim insgesamt 476 Kinder zu Beginn der dritten Klasse in den neun teilnehmenden Schulen.
Die auffälligen Kinder wurden dann während der Unterrichtszeit zwei Stunden pro Woche in einer Kleingruppe von professionellen Lerntherapeuten gefördert. "Somit entfällt die Belastung für Eltern und Kind durch einen zusätzlichen Termin am Nachmittag. Und die Kinder können das in der Einzeltherapie Erlernte später leichter auf die Unterrichtssituation anwenden", sagt Claudia Mähler, die an der Universität Hildesheim auch dafür zuständig ist, künftige Lehrergenerationen im Bereich Diagnostik auszubilden.
Über zwei Jahre wurden die Kinder bis zum Ende des vierten Schuljahres begleitet. Fortschritte im Lesen und Schreiben wurden durch die Universität überprüft. Nun können die Forscher eine erfreuliche Entwicklung feststellen. 62 % der Kinder, die über die gesamten zwei Jahre an der Förderung teilnahmen, konnten ihre Schwächen überwinden. "Das bedeutet, ihre Leistungen im Lesen und/oder Schreiben haben sich an die ihrer Mitschüler angeglichen und sind nun im durchschnittlichen Bereich", kommentiert Mähler. Genauer betrachtet wird deutlich: Kinder, die sich nicht verbessern konnten, hatten schon in der zweiten Klasse deutliche Schwierigkeiten. "Sie konnten von der Arbeit in Kleingruppen nicht ausreichend profitieren, um ihre Leistungen zu verbessern." An einigen Schulen, etwa an der Grundschule Barnten, wird das Projekt fortgeführt.
Frühe Lernförderung in Schulen sei eine sehr gute Möglichkeit, Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben zu unterstützen und ihnen beim Überwinden ihrer Schwächen zu helfen, so das Fazit der Mitarbeiter der Jugendämter und der Uni Hildesheim. Kinder mit gravierenden Schwierigkeiten sollte man jedoch eine längerfristige Einzeltherapie anbieten. Die Rückmeldungen der beteiligten Schulen und Lerntherapeuten unterstreichen dieses Ergebnis.
Kurzinfo zur Forschergruppe / Ambulanz "Kind im Mittelpunkt":
Die Forschergruppe um Claudia Mähler befasst sich an der Universität Hildesheim mit der Verschiedenheit vor Schuleintritt. Die Wissenschaftler untersuchen etwa in einer Langzeitstudie die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kindern, welche kognitiven Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen entscheidend sind und wie vor der Einschulung Entwicklungsrückstände erkannt werden können.
In der Lehr- und Forschungsambulanz "Kind im Mittelpunkt" begleiten die Forscher Eltern und Kinder aus Stadt und Landkreis Hildesheim. Die Betroffenen wollen herausfinden, ob ihr Kind eine altersgemäße Entwicklung beim Sprechen, Bewegen und im sozialen Miteinander zeigt oder warum es Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen hat. Kitas und Schulen erhalten hier Informationen zu Diagnostik und Beratung bei Lernschwierigkeiten und Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit. Kontakt zur Ambulanz für Betroffene telefonisch (05121.883-10982, Mo bis Do von 13 bis 14 Uhr) und via E-Mail (kim[at]uni-hildesheim.de).
Medienkontakt:
Isa Lange
Pressestelle der Universität Hildesheim
presse@uni-hildesheim.de
05121.883-90100 und 0177.8605905
PresseKontakt / Agentur:
Isa Lange
Pressestelle der Universität Hildesheim
presse(at)uni-hildesheim.de
05121.883-90100 und 0177.8605905
Datum: 16.12.2014 - 01:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1150131
Anzahl Zeichen: 9677
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 415 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
""Hohes Risiko, im Lesen und Schreiben hinterherzuhinken / Uni und Jugendamt beugen vor"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Stiftung Universität Hildesheim (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Kranken Freude machen? Die Uni probiert`s / Ergebnisse nach 3 Jahren Kulturstation In dem Kooperationsprojekt "KulturStation" arbeitet ein Team um Professor Erwin Wagner vom "center for lifelong learning" der Universität Hildesheim mit dem AMEOS Klinikum Hildesheim zusammen.
Anpassen, statt verschwenden: Große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Big data im Finanzmarkt ...
erschwenden: Große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Big data im Finanzmarkt "Im Finanzsektor, in dem an der Börse täglich enorme Datenmengen unmittelbar verarbeitet werden, stößt die Informationstechnologie bei Analysen derzeit noch an ihre Grenzen", sagt Christian Kröher, In
Anpassen, statt verschwenden: Wie wir große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten / Informatiker starten EU-Projekt ...
Große Datenmengen, die in Echtzeit verarbeitet werden müssen: Viele Systeme sind so angelegt, dass sie auf Volllast fahren. Informatiker der Universität Hildesheim arbeiten an Lösungen, wie sich Systeme besser an Datenströme anpassen können. Die Informationsverarbeitung soll flüssig laufen
Weitere Mitteilungen von Stiftung Universität Hildesheim
FLORA: Älteste wissenschaftliche botanische Zeitschrift nun in Freiberg ...
ssenschaftliche botanische Zeitschrift nun in Freiberg "Der Wechsel der Herausgeberschaft nach Freiberg ist uns eine Ehre und bestätigt das ökologische und Umweltprofil unserer Universität und die wissenschaftlichen Leistungen der Ressourcenuniversität auf diesen Gebieten", so Prof.
Ungewöhnliche Fotos aus dem Dom von Halle/Saale ...
os aus dem Dom von Halle/Saale Um 1520 schuf der Mainzer Bildhauer Peter Schro eine Reihe von Apostelfiguren. Sie waren für die Langhauspfeiler des Doms in Halle bestimmt und Teil eines Ausstattungsprogramms, mit dem Kardinal Albrecht von Brandenburg die Umwandlung der ehemals schmucklosen Klost
Neue Technik für energieeffiziente Datenspeicher ...
energieeffiziente Datenspeicher Viele digitale Geräte, die wir aus unserem Alltag kennen, speichern Informationen auf Festplatten oder MRAMs in magnetischen Zellen. Deren Magnetisierung kann dabei zwei mögliche Orientierungen aufweisen, die den logischen Zuständen "0" oder "1&qu
Deutsch als Zweitsprache: "Lehrer fortbilden, die im Beruf stehen / Masterstudium an Uni Hildesheim ...
sprache: "Lehrer fortbilden, die im Beruf stehen" / Masterstudium an Uni Hildesheim "Mehrsprachigkeit gehört zum Alltag in Schulen. Lehrerinnen und Lehrer wollen sich auf die mehrsprachige Realität vorbereiten. Sie wollen lernen, wie sie die Sprachenvielfalt in der Klasse einbezi




