Wirtschaftstheorie reagiert auf unberechenbare Zukunft
ID: 1152013
rtschaftstheorie reagiert auf unberechenbare Zukunft
Große Teile der Wirtschaftswissenschaft gehen davon aus, dass die Zukunft prinzipiell berechenbar ist. Oder sie vereinfachen sich ihr Leben noch weiter und betrachten in ihren Modellen ausschließlich die Gegenwart. Seit der Krise von 2007 und den folgenden Jahren wächst jedoch die Zahl der Ökonomen, die sich vom alten Paradigma abwenden und neue Wege im ökonomischen Denken gehen. Für drei Tage hatten sich Nachwuchsökonomen und führende internationale Wissenschafter auf dem Gebiet der Imperfect Knowledge Economics an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) eingefunden, um die Chancen einer unsicherheitsfundierten Ökonomik zu durchdenken. Aus etwa 60 Bewerbungen wurden 25 junge Wissenschafterinnen und Wissenschaftler ausgewählt, die - unterstützt durch das INET und die Initiative Re-Thinking Economics des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft - ihre Ideen mit führenden Forschern auf diesem Gebiet diskutieren konnten.
Prof. Katarina Juselius stellte als Leiterin des Kopenhagener Institutes für Imperfect Knowledge Economics Ergebnisse aus einer bislang unveröffentlichten Studie zur unsicherheitsfundierten Modellierung makroökonomischer Entwicklungen vor. Die Studie ist in der Lage, die Entstehung und Entwicklung von Krisen weitaus genauer zu erklären als die bisher gängigen Modelle. Neben dieser modelltechnischen Ebene, die auch der einzige deutsche Teilnehmer, Prof. Frank Riedel, im Bezug auf Finanzmärkte diskutierte, wurden auch die philosophischen Grundlagen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Problems behandelt. Prof. Sheila Dow und Prof. Ekaterina Svetlova rückten die schon seit Adam Smith bestehende Tradition der Uncertainty Economics in den Fokus.
Entwickelt und durchgeführt wurde dieses Projekt von den Ph.D.-Studentinnen Julia Köhn und Friederike Machemer. Sie promovieren in Witten zum Problem von Zeit und Unsicherheit in der Ökonomik. Zur Motivation für dieses neue Workshopformat sagte Julia Köhn im Anschluss an die Veranstaltung: "Auf internationalen Konferenzen, wie zum Beispiel der INET Konferenz - Paradigms Lost, habe ich wunderbare und außerordentlich motivierte junge Ökonomen kennengelernt, die an ihren Instituten und Lehrstühlen weltweit an neuen Ideen arbeiten. "Die vielschichtige und gleichzeitig hoch aktuelle Diskussion war von einer sehr kooperativen Atmosphäre geprägt", freuten sich die beiden Organisatorinnen. "Die Teilnehmer haben am Ende beschlossen, dass wir uns im kommenden Jahr wieder in Witten treffen werden. Wenn wir weiterhin miteinander so konstruktiv an neuen Ideen arbeiten, können die Wirtschaftswissenschaften gestärkt aus der Krise hervorgehen und einen echten Beitrag bei der Bekämpfung neuer Krisen, die nach dem Stand unserer Erkenntnisse sicher kommen werden, leisten."
Weitere Informationen: Julia Köhn. Die Handynummer können Sie unter 02302/926-805/849 erfragen.
Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.750 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.
Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.
Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58448 Witten
Deutschland
Telefon: +49 (0)2302 / 926-849
Telefax: +49 (0)2302 / 926-407
Mail: public@uni-wh.de
URL: http://www.uni-wh.de/
Große Teile der Wirtschaftswissenschaft gehen davon aus, dass die Zukunft prinzipiell berechenbar ist. Oder sie vereinfachen sich ihr Leben noch weiter und betrachten in ihren Modellen ausschließlich die Gegenwart. Seit der Krise von 2007 und den folgenden Jahren wächst jedoch die Zahl der Ökonomen, die sich vom alten Paradigma abwenden und neue Wege im ökonomischen Denken gehen. Für drei Tage hatten sich Nachwuchsökonomen und führende internationale Wissenschafter auf dem Gebiet der Imperfect Knowledge Economics an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) eingefunden, um die Chancen einer unsicherheitsfundierten Ökonomik zu durchdenken. Aus etwa 60 Bewerbungen wurden 25 junge Wissenschafterinnen und Wissenschaftler ausgewählt, die - unterstützt durch das INET und die Initiative Re-Thinking Economics des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft - ihre Ideen mit führenden Forschern auf diesem Gebiet diskutieren konnten.
Prof. Katarina Juselius stellte als Leiterin des Kopenhagener Institutes für Imperfect Knowledge Economics Ergebnisse aus einer bislang unveröffentlichten Studie zur unsicherheitsfundierten Modellierung makroökonomischer Entwicklungen vor. Die Studie ist in der Lage, die Entstehung und Entwicklung von Krisen weitaus genauer zu erklären als die bisher gängigen Modelle. Neben dieser modelltechnischen Ebene, die auch der einzige deutsche Teilnehmer, Prof. Frank Riedel, im Bezug auf Finanzmärkte diskutierte, wurden auch die philosophischen Grundlagen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung des Problems behandelt. Prof. Sheila Dow und Prof. Ekaterina Svetlova rückten die schon seit Adam Smith bestehende Tradition der Uncertainty Economics in den Fokus.
Entwickelt und durchgeführt wurde dieses Projekt von den Ph.D.-Studentinnen Julia Köhn und Friederike Machemer. Sie promovieren in Witten zum Problem von Zeit und Unsicherheit in der Ökonomik. Zur Motivation für dieses neue Workshopformat sagte Julia Köhn im Anschluss an die Veranstaltung: "Auf internationalen Konferenzen, wie zum Beispiel der INET Konferenz - Paradigms Lost, habe ich wunderbare und außerordentlich motivierte junge Ökonomen kennengelernt, die an ihren Instituten und Lehrstühlen weltweit an neuen Ideen arbeiten. "Die vielschichtige und gleichzeitig hoch aktuelle Diskussion war von einer sehr kooperativen Atmosphäre geprägt", freuten sich die beiden Organisatorinnen. "Die Teilnehmer haben am Ende beschlossen, dass wir uns im kommenden Jahr wieder in Witten treffen werden. Wenn wir weiterhin miteinander so konstruktiv an neuen Ideen arbeiten, können die Wirtschaftswissenschaften gestärkt aus der Krise hervorgehen und einen echten Beitrag bei der Bekämpfung neuer Krisen, die nach dem Stand unserer Erkenntnisse sicher kommen werden, leisten."
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Datum: 18.12.2014 - 06:15 Uhr
Sprache: Deutsch
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