'Dreckiges Dreieck' behindert ambitionierten Klimaschutz

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"Dreckiges Dreieck" behindert ambitionierten Klimaschutz



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Oxfam warnt EU vor unzureichenden Klimaschutzzielen

Eine Woche, bevor die europäischen Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel in Brüssel das europäische Klima- und Energiepaket 2030 verabschieden wollen, weist die Entwicklungsorganisation Oxfam auf Gefahren für die weltweite Nahrungsmittelproduktion hin. Der Oxfam-Bericht "Food, Fossil Fuels and Filthy Finance" warnt, die derzeit weltweit unzureichenden Klimaschutzziele führten zu einer globalen Erwärmung von bis zu sechs Grad, die in den kommenden Jahrzehnten Hunderte Millionen Menschen Missernten, Hunger, Mangel- und Unterernährung aussetzen werde.

Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam: "Um den Klimawandel noch halbwegs begrenzen zu können, müssten vier Fünftel der bereits in den Büchern der Konzerne stehenden Reserven von Kohle, Erdöl und Erdgas im Boden bleiben. Technologisch und wirtschaftlich ist das machbar, aber ein ?Dreckiges Dreieck? aus zögerlicher oder rückwärtsgewandter Politik, kurzfristigem Denken der Finanzbranche und den Interessen einiger Industriezweige behindert und verzögert den so dringend nötigen Kurswechsel. Hier geht es um handfeste Profitinteressen, die auf Kosten der in Armut lebenden und vom Klimawandel jetzt schon besonders betroffenen Menschen insbesondere in den Entwicklungsländern realisiert werden."

Im Bericht "Food, Fossil Fuels and Filthy Finance" verweist Oxfam darauf, dass die fossilen Energiekonzerne in den nächsten zehn Jahren über sechs Billionen US-Dollar in die Erschließung und den Abbau von fossilen Energiereserven investieren werden. Sie werden dabei mit jährlich rund 1,9 Billionen US-Dollar durch direkte Subventionen der öffentlichen Hand, direkte oder indirekte Steuervergünstigungen oder die Möglichkeit zur Abwälzung von Umwelt- und Gesundheitskosten auf die Allgemeinheit unterstützt.

Gleichzeitig versuchen die Energiekonzerne, durch Einflussnahme ehrgeizige Klimaschutzziele zu verhindern: Mindestens 44 Millionen Euro wenden sie nach Oxfam-Recherchen für Lobbyarbeit auf EU-Ebene auf. Ob die Investition Früchte trägt, wird sich beim EU-Gipfel in Brüssel entscheiden.



Jan Kowalzig: "Sollten nächste Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen europäischen Staats- und Regierungschefs wie vorgeschlagen festlegen, dass die europäischen Treibhausgase bis 2030 um nur 40 Prozent reduziert werden, ohne die Option, dieses Ziel noch nachzubessern, wird die Einhaltung der wichtigen 2-Grad-Schwelle nicht mehr zu machen sein. Es sei denn, die Schwellenländer würden wesentlich mehr Klimaschutz übernehmen, als man gerechterweise von ihnen verlangen kann. Damit aber ist kaum zu rechnen. Für die laufenden Verhandlungen um ein künftiges, weltweites Klimaschutzabkommen wäre das ein sehr schlechtes Vorzeichen."

Der Bericht "Food, Fossil Fuels and Filthy Finance" ist online verfügbar unter http://www.oxfam.de/publikationen/food-fossil-fuels-and-filthy-finance


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Datum: 19.12.2014 - 16:06 Uhr
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