Vorsicht bei günstigen Kindersitzen
ID: 1153702
Vorsicht bei günstigen Kindersitzen
Mehr als die Hälfte erhält in ADAC Stichprobe "mangelhaft" / Sicherheitslücken beim Frontal- und Seitencrash / Eine Babyschale "gut"
Eltern, die günstige Kindersitze suchen, finden diese massenhaft und gut beworben im Internet. Oft sind es wenig bekannte Marken und dennoch werden sie auf den Online-Plattformen mit einem "optimalen Seitenaufprallschutz" angekündigt. Ob Sitze unter 70 Euro tatsächlich sicher sind, haben ADAC und Stiftung Warentest bei zehn in Deutschland erhältlichen Modellen im Rahmen einer Stichprobe getestet. Das Ergebnis ist erschreckend: Sechs der zehn überprüften Produkte erhalten das ADAC Urteil "mangelhaft". Bei drei Sitzen sind die Rückenlehnen beim Crashtest regelrecht gerissen, Gurte aus der Haltung gebrochen oder die Schadstoffbelastung war sehr hoch. Diese verheerenden Ausreißer überraschten selbst die ADAC Tester. Generell waren die Schadstoffwerte höher als in den Tests der Vorjahre. Weil Sitze, die in der Vergangenheit als "mangelhaft" bewertet wurden, inzwischen unter neuem Namen auftauchen, sollten Eltern Angaben im Versandhandel hinterfragen und nur als empfehlenswert getestete Produkte nutzen. Diese können durchaus preiswert sein.
Die Babyschale Nania Beone SP ist das einzige mit der Gesamtnote "gut" bewertete Produkt im Test. Sie ist sehr leicht und ihre Crashwerte überzeugen. Anders sieht es in den drei weiteren Gewichtsklassen aus. Beim Sitz Nania Safety Paris SP für Kinder bis 18 Kilogramm (bis ca. 4 Jahre) zerbricht die Sitzschale beim Frontalaufprall - das Kind würde beim Unfall ungeschützt nach vorne schleudern. Für Kinder von 9 bis 36 Kilogramm (ca. 1-12 Jahre) gibt es zwei Produkte mit der Note "befriedigend": Der Nania Racer SP und der Fisher Price FP3000 sind damit noch empfehlenswert. "Mangelhaft" in dieser Klasse sind: Tiggo Bebehut (hohes Verletzungsrisiko beim Front- und Seitencrash) sowie United-Kids Alpha Deluxe, United-Kids Kid Komfort und United-Kids Kidstar, die alle keinen Schutz beim Seitenaufprall für größere Kinder bieten. Der United-Kids Alpha Deluxe wurde früher unter dem Namen IWH Trade Max Vario Max verkauft und dieser ist bereits beim Kindersitztest 2008 mit "mangelhaft" durchgefallen. Er wurde nur umbenannt ohne technisch verändert worden zu sein. In der Klasse für Kinder von 15 bis 36 Kilogramm (ca. 4 bis 12 Jahre) gibt es mit dem Fisher Price FP4000 einen befriedigenden Sitz sowie mit dem Nania Starter SP ein Produkt, das aufgrund einer hohen Schadstoffbelastung mit "mangelhaft" durchgefallen ist.
Für den ADAC ist die Stichprobe ein Alarmsignal. Er rät zur Vorsicht bei Sitzen im unteren Preissegment von wenig bekannten Marken, die ohne Beratung im Internet angeboten werden. Eltern sollten Verbraucherschutztests zurate ziehen, um günstige und gleichzeitig auch sichere Modelle zu finden. Oft ist auch ein Vorgängermodell der qualitativ hochwertigeren Produkte eine preisgünstige und gute Alternative.
Gezeigt hat sich auch, dass die Beschreibungen im Internet häufig ungenau sind und in die Irre führen können: Bei manchen Sitzen, die mehrere Jahre lang eingesetzt werden, muss beispielsweise bei größeren Kindern die Rückenstütze abgenommen werden - beim Seitenaufprall sind die kleinen Passagiere dann nicht mehr ausreichend geschützt (bei vier Produkten im Test der Fall). Auch bei Kindersitzen, die der gesetzlich vorgeschriebenen Zulassung ECE-R44 entsprechen, ist nicht zwangsläufig ein sicheres Sitzen der Kleinen gewährleistet. Der Grund: Der Seitencrash ist kein Bestandteil des Zulassungsverfahrens, wohingegen die Produkte im ADAC Test auch einem Aufprall von der Seite standhalten müssen - er kommt im realen Verkehr häufig vor. Zwei der mit "mangelhaft" bewerteten Sitze scheiterten auch am Frontalaufpralltest, der beim ADAC strenger ist als der Crashversuch bei der Zulassung.
Gestestet wurden in dieser Stichprobe zehn verschiedene Kindersitze aus allen Gewichtsklassen in den Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie, Schadstoffgehalt sowie Reinigung und Verarbeitung. Der Frontcrash wird im ADAC Test mit 64 km/h, der Seitenaufprall mit 50 km/h simuliert. 2005 hatte der Club zuletzt günstige Kindersitze überprüft.
Pressekontakt:
Dr. Bettina Hierath
Tel.: (089) 7676-2466
bettina.hierath@adac.de
Diese Presseinformation, einen Text zur Methodik, ein Interview mit dem Testleiter, die Ergebnistabelle und Fotos finden Sie online unter presse.adac.de sowie unter www.adac.de/tv einen Film. Folgen Sie uns auch unter twitter.com/adacpresse.
PresseKontakt / Agentur:
Dr. Bettina Hierath
Tel.: (089) 7676-2466
bettina.hierath(at)adac.de
Datum: 19.12.2014 - 16:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1153702
Anzahl Zeichen: 4876
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 238 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Vorsicht bei günstigen Kindersitzen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Allgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mehr als 100 000 Autofahrer in Not geraten/Zahl der Pannenhilfen um 63,7 Prozent gestiegen Seit dem Wintereinbruch am zweiten Weihnachtsfeiertag waren die Gelben Engel des ADAC im Dauereinsatz. In nur vier Tagen mussten sie zu 77 538 Pannen ausrücken - das waren 67,3 Prozent mehr im Vorjahresz
2014 günstigstes Tankjahr seit vier Jahren ...
Benzinpreis sinkt im Jahrsmittel unter die Marke von 1,50 Euro / Diesel sieben Cent billiger als 2013 / Beide Sorten zum zweiten Mal in Folge günstiger als im Vorjahr Jetzt ist es amtlich: Im Jahr 2014 konnten die Autofahrer so günstig tanken wie seit vier Jahren nicht mehr. Wie der ADAC meld
Autobahnnetz wächst 2015 um 50 Kilometer ...
Zwei Lückenschlüsse erleichtern Autofahrern das Leben / Deutsches Fernstraßennetz ist dann rund 13 000 Kilometer lang Nachdem das deutsche Autobahnnetz im vergangenen Jahr nur um 20 Kilometer länger geworden war, kommen 2015 knapp 50 Kilometer dazu. Verläuft alles nach Plan, wächst das Fe
Weitere Mitteilungen von Allgemeiner Deutscher Automobil Club (ADAC)
Die Leistungsspitze der Drive-E Triebwerke: Volvo 60er Familie mit neuem T6 Benziner erhältlich ...
- 225 kW (306 PS) aus zwei Litern Hubraum dank Kompressor- und Turboaufladung - Leistungsstarker und effizienter Drive-E Motor ab sofort bestellbar - Achtgang-Automatik und Start-Stopp-System serienmäßig Der schwedische Premium-Hersteller baut das Angebot der neuen Drive-E Motoren weiter au
2,7 % mehr Seegüterumschlag im 1. Halbjahr 2014 ...
In den ersten sechs Monaten 2014 hat der Güterumschlag der Seeschifffahrt gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 um 2,7 % zugenommen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden in diesem Zeitraum 152 Millionen Tonnen Güter in deutschen Seehäfen umgeschlagen. Im Jahr 2013 waren es
Mercedes-Benz Unfallforschung: COLLISION PREVENTION ASSIST senkt Unfallzahlen ...
Neue B-Klasse: Bis zu 30 Prozent weniger Auffahrunfälle Stuttgart. Die neue B-Klasse, die gerade internationalen Journalisten vorgestellt wird, besitzt serienmäßig COLLISION PREVENTION ASSIST PLUS. Die Mercedes-Benz Unfallforscher erwarten, dass damit die Zahl schwerer Auffahrunfälle gege
Ausgezeichnete Stilsicherheit: Neuer Maserati Ghibli gewinnt das Goldene Klassik-Lenkrad ...
Der neue Maserati Ghibli besitzt nicht nur einen legendären Namen, der an das gleichnamige Coupé aus den 1960er-Jahren anknüpft, sondern er hat auch technisch und stilistisch die Anlagen, um in die Fußstapfen seines Namensvetters zu treten. So empfinden es auch die Leser von Europas auflagenst




