IQWiG begrüßt das WHO-Statement zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien

IQWiG begrüßt das WHO-Statement zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien

ID: 1154015

WiG begrüßt das WHO-Statement zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien


Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat sich an der Konsultation zum Statement der World Health Organization (WHO) zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien beteiligt, die am 15. November zu Ende ging. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihrer täglichen Arbeit auf vollständige Informationen zu klinischen Studien angewiesen sind, begrüßen die Aktualisierung der WHO-Resolution von 2005, die damals zur Einrichtung der Registrierungsplattform der WHO für internationale klinische Studien geführt hatte.

Nach wie vor werden viele Studien nicht registriert, Registereinträge nicht aktualisiert und Ergebnisse nicht veröffentlicht - trotz aller eindringlichen Appelle und ethischen Verpflichtungen. So hat der Weltärztebund 2013 in seiner Aktualisierung der Deklaration von Helsinki klargestellt: "Jedes Forschungsvorhaben, an dem Versuchspersonen beteiligt sind, ist vor der Rekrutierung der ersten Versuchsperson in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu registrieren", und "Forscher sind verpflichtet, die Ergebnisse ihrer Forschung am Menschen öffentlich verfügbar zu machen, und sind im Hinblick auf die Vollständigkeit und Richtigkeit ihrer Berichte rechenschaftspflichtig."

Studienregister und Veröffentlichungen grob unvollständig

"Dass die WHO nun gegen diese fatalen Informationslücken vorgeht, findet unsere volle Zustimmung", so Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittelbewertung im IQWiG. "Wie die HTA-Agenturen anderer Länder auch folgen wir in unseren Gutachten den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin. Dafür müssen wir uns ein vollständiges und ungefiltertes Bild von der Datenlage machen können. Dass bisher ein großer Teil der Ergebnisse klinischer Studien nicht offengelegt wurde, bedeutet, dass Patientinnen und Patienten möglicherweise nicht die bestmögliche Behandlung bekommen - weil wir diese gar nicht ermitteln können."

Siw Waffenschmidt, Leiterin des Stabsbereichs Informationsmanagement im Institut, sieht sich bei ihren Recherchen täglich mit der Unvollständigkeit von Studienregistern und veröffentlichten Studiendaten konfrontiert. "Um den Nutzen zweier medizinischer Interventionen zu vergleichen, benötigen wir alle Informationen über die Studien. Die Darstellung in den Registereinträgen oder in den Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften ist aber oft lückenhaft", erläutert sie.

Das gelte insbesondere für die anspruchsvollen sogenannten indirekten Vergleiche, die das Institut immer öfter untersucht: "Ob die Daten aus mehreren Studien überhaupt vergleichbar sind, können wir nur beurteilen, wenn die Methoden und die Patientenpools der Studien genau beschrieben sind. Oft ist eine Einschätzung erst möglich, wenn auch die Studienberichte vorliegen. Diese sollten daher allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen."

Weitergehende Forderungen

Wie schon die neue Policy der European Medicines Agency (EMA) über die Veröffentlichung klinischer Studienberichte geht allerdings auch das WHO-Statement dem IQWiG nicht weit genug. Denn die WHO fordert lediglich die vollständige Offenlegung von Studiendaten künftiger Studien. Institutsleiter Jürgen Windeler betont: "Wenn wir den Auftrag erhalten, einen neuen Wirkstoff oder ein neues Medizinprodukt mit bereits länger eingesetzten Therapien zu vergleichen, benötigen wir logischerweise auch die Ergebnisse älterer Studien, in denen diese etablierten Therapien untersucht wurden. Und die Patientinnen und Patienten sollten sich auch über den Nutzen und Schaden älterer, noch gebräuchlicher Medikamente oder Produkte ein Bild machen können."

Die WHO-Forderung nach der Registrierung aller primären und sekundären Studienergebnisse geht seines Erachtens ebenfalls nicht weit genug: "Uns interessieren oft gerade andere Endpunkte, beispielsweise Angaben über die gesundheitsbedingte Lebensqualität der Studienteilnehmer."

Und schließlich fragen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG die WHO, wie sie ihre Forderungen praktisch durchsetzen will. Sinnvollerweise sollten die Studienregister, die über das ICTRP Search Portal - eine Metasuchmaschine für klinische Studien - Teil des WHO Registry Network sein möchten, auf die Einhaltung der im WHO-Statement erhobenen Forderungen verpflichtet werden.

Pressekontakt:
Tel. +49 (0)221 - 35685-0
E-Mail » presse@iqwig.de


Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Dillenburger Str. 27
51105 Köln

Telefon: +49 (0) 221 - 35685 - 0
Telefax: +49 (0) 221 - 35685 - 1

Mail: info@iqwig.de
URL: http://www.iqwig.de



(pressrelations) - WHO-Statement zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien


Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat sich an der Konsultation zum Statement der World Health Organization (WHO) zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien beteiligt, die am 15. November zu Ende ging. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die in ihrer täglichen Arbeit auf vollständige Informationen zu klinischen Studien angewiesen sind, begrüßen die Aktualisierung der WHO-Resolution von 2005, die damals zur Einrichtung der Registrierungsplattform der WHO für internationale klinische Studien geführt hatte.

Nach wie vor werden viele Studien nicht registriert, Registereinträge nicht aktualisiert und Ergebnisse nicht veröffentlicht - trotz aller eindringlichen Appelle und ethischen Verpflichtungen. So hat der Weltärztebund 2013 in seiner Aktualisierung der Deklaration von Helsinki klargestellt: "Jedes Forschungsvorhaben, an dem Versuchspersonen beteiligt sind, ist vor der Rekrutierung der ersten Versuchsperson in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zu registrieren", und "Forscher sind verpflichtet, die Ergebnisse ihrer Forschung am Menschen öffentlich verfügbar zu machen, und sind im Hinblick auf die Vollständigkeit und Richtigkeit ihrer Berichte rechenschaftspflichtig."

Studienregister und Veröffentlichungen grob unvollständig

"Dass die WHO nun gegen diese fatalen Informationslücken vorgeht, findet unsere volle Zustimmung", so Beate Wieseler, Leiterin des Ressorts Arzneimittelbewertung im IQWiG. "Wie die HTA-Agenturen anderer Länder auch folgen wir in unseren Gutachten den internationalen Standards der evidenzbasierten Medizin. Dafür müssen wir uns ein vollständiges und ungefiltertes Bild von der Datenlage machen können. Dass bisher ein großer Teil der Ergebnisse klinischer Studien nicht offengelegt wurde, bedeutet, dass Patientinnen und Patienten möglicherweise nicht die bestmögliche Behandlung bekommen - weil wir diese gar nicht ermitteln können."



Siw Waffenschmidt, Leiterin des Stabsbereichs Informationsmanagement im Institut, sieht sich bei ihren Recherchen täglich mit der Unvollständigkeit von Studienregistern und veröffentlichten Studiendaten konfrontiert. "Um den Nutzen zweier medizinischer Interventionen zu vergleichen, benötigen wir alle Informationen über die Studien. Die Darstellung in den Registereinträgen oder in den Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften ist aber oft lückenhaft", erläutert sie.

Das gelte insbesondere für die anspruchsvollen sogenannten indirekten Vergleiche, die das Institut immer öfter untersucht: "Ob die Daten aus mehreren Studien überhaupt vergleichbar sind, können wir nur beurteilen, wenn die Methoden und die Patientenpools der Studien genau beschrieben sind. Oft ist eine Einschätzung erst möglich, wenn auch die Studienberichte vorliegen. Diese sollten daher allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Verfügung stehen."

Weitergehende Forderungen

Wie schon die neue Policy der European Medicines Agency (EMA) über die Veröffentlichung klinischer Studienberichte geht allerdings auch das WHO-Statement dem IQWiG nicht weit genug. Denn die WHO fordert lediglich die vollständige Offenlegung von Studiendaten künftiger Studien. Institutsleiter Jürgen Windeler betont: "Wenn wir den Auftrag erhalten, einen neuen Wirkstoff oder ein neues Medizinprodukt mit bereits länger eingesetzten Therapien zu vergleichen, benötigen wir logischerweise auch die Ergebnisse älterer Studien, in denen diese etablierten Therapien untersucht wurden. Und die Patientinnen und Patienten sollten sich auch über den Nutzen und Schaden älterer, noch gebräuchlicher Medikamente oder Produkte ein Bild machen können."

Die WHO-Forderung nach der Registrierung aller primären und sekundären Studienergebnisse geht seines Erachtens ebenfalls nicht weit genug: "Uns interessieren oft gerade andere Endpunkte, beispielsweise Angaben über die gesundheitsbedingte Lebensqualität der Studienteilnehmer."

Und schließlich fragen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG die WHO, wie sie ihre Forderungen praktisch durchsetzen will. Sinnvollerweise sollten die Studienregister, die über das ICTRP Search Portal - eine Metasuchmaschine für klinische Studien - Teil des WHO Registry Network sein möchten, auf die Einhaltung der im WHO-Statement erhobenen Forderungen verpflichtet werden.

Pressekontakt:
Tel. +49 (0)221 - 35685-0
E-Mail » presse@iqwig.de


Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Dillenburger Str. 27
51105 Köln

Telefon: +49 (0) 221 - 35685 - 0
Telefax: +49 (0) 221 - 35685 - 1

Mail: info@iqwig.de
URL: http://www.iqwig.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Dillenburger Str. 27
51105 Köln

Telefon: +49 (0) 221 - 35685 - 0
Telefax: +49 (0) 221 - 35685 - 1

Mail: info(at)iqwig.de
URL: http://www.iqwig.de



drucken  als PDF  Jordanische Studierende forschen im Bremer Fallturm Zukunftsfähige Technologien als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 19.12.2014 - 16:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1154015
Anzahl Zeichen: 10358

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 271 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"IQWiG begrüßt das WHO-Statement zur Offenlegung von Ergebnissen aus klinischen Studien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Aflibercept bei diabetischem Makulaödem: Zusatznutzen nicht belegt ...
iabetischem Makulaödem: Zusatznutzen nicht belegt Aflibercept (Handelsname Eylea) steht seit August 2014 auch Patientinnen und Patienten zur Verfügung, bei denen die Sehschärfe infolge eines diabetischen Makulaödems (DMÖ) beeinträchtigt ist. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkei

Vorbericht zum Bakteriurie-Screening bei Schwangeren veröffentlicht ...
kteriurie-Screening bei Schwangeren veröffentlicht Der Nutzen eines Screenings von Schwangeren auf asymptomatische Bakteriurie (ASB) und die Güte verschiedener Testmethoden sind derzeit Gegenstand einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

COPD: DMP stimmt mit Leitlinien weitgehend überein ...
timmt mit Leitlinien weitgehend überein Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 3. Januar 2014 die Ergebnisse einer Recherche evidenzbasierter Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) vorgelegt. Ziel d


Weitere Mitteilungen von Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)


Zu wenig Land in Sicht! ...
Sicht! Die Wissenschaftler analysierten hierfür die Maßnahmen, die große Landflächen erfordern, wie zum Beispiel den Anbau von Bioenergie-Pflanzen. Die Wissenschaftler stießen dabei auf einen zentralen Konflikt: Land ist nicht unbegrenzt verfügbar, und künftig werden nicht nur für den Kli

Zukunftsfähige Technologien als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende ...
chnologien als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende Entsprechend den EU-Vorgaben und den nationalen Gesetzen gilt es, bis 2020 österreichweit 95 % aller Endverbraucher mit intelligenten Stromzählern, sogenannten Smart Metern, auszustatten. In den nächsten fünf Jahren müssen allei

Jordanische Studierende forschen im Bremer Fallturm ...
erende forschen im Bremer Fallturm Für drei Studierende aus Jordanien werden die nächsten zwei Wochen sehr arbeitsintensiv und vor allem spannend. Gestern erst angereist, testen sie im Rahmen des UN-Förderprogramms DropTES (Drop Tower Experiment Series) ihr Technologie-Experiment im Fallturm B

Higgs-Teilchen, kalte Ensembles und weiche Materie ...
alte Ensembles und weiche Materie Neue Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg drei Graduiertenkollegs in der Physik. Insgesamt 12,5 Millionen Euro investiert die DFG damit in den nächsten


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z