Neue Software hilft staatliche Überwachung aufzudecken

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Neue Software hilft staatliche Überwachung aufzudecken



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"Detekt" soll Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Spionagesoftware warnen

Amnesty International stellt heute gemeinsam mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Software vor, mit der Journalisten und Menschenrechtsverteidiger ihre Computer nach Spionagesoftware durchsuchen können. Auch Produkte des in München ansässigen deutschen Unternehmens "FinFisher", dessen Erzeugnisse gegen Menschenrechtsaktivisten in Bahrain eingesetzt wurden, können damit entdeckt werden. "Detekt" ist die erste öffentlich verfügbare Software, die diese berüchtigten Spionage-Werkzeuge entdecken kann.

"Regierungen verwenden zunehmend gefährliche und hochentwickelte Technologien, mit denen sie private E-Mails von Aktivisten und Journalisten lesen oder ferngesteuert Webcams und Computermikrofone anschalten, um heimlich Aktivitäten aufzuzeichnen", sagt Mathias John, Experte für Rüstung, Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International.

Die deutsche Firma "FinFisher", die früher Teil der britischen Gamma Group war, hat unter anderem die Spionage-Software "FinSpy" entwickelt. Mit ihrer Hilfe können Skype-Gespräche abgehört, Dateien von der Festplatte kopiert, E-Mails abgefangen und sogar Fotos geschossen werden, indem eine in das infizierte Gerät integrierte Kamera ferngesteuert wird. Nach Recherchen des Citizen Lab und von Wiki Leaks veröffentlichten Informationen wurde Software von "FinFisher" genutzt, um Menschenrechtsanwälte und Aktivisten in Bahrain auszuspionieren.

"'Detekt' warnt Nutzer, wenn ihre Computer infiziert sind. Sie kann so Menschenrechtsverteidiger und Journalisten vor Spionageangriffen schützen und verhindern, dass Regierungen durch Spionagesoftware gesammelte Informationen nutzen, um Menschen willkürlich festzuhalten, unrechtmäßig zu verhaften und sogar zu foltern," sagt Mathias John.

"Detekt" wurde von dem in Berlin lebenden IT-Sicherheitsexperten Claudio Guarnieri entwickelt und wird in Zusammenarbeit mit Amnesty International, Digitale Gesellschaft, Electronic Frontier Foundation und Privacy International der Öffentlichkeit vorgestellt.



Der Handel mit Technologien zur Kommunikationsüberwachung ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Die Coalition Against Unlawful Surveillance Exports (CAUSE), deren Mitglied Amnesty International ist, schätzt den Wert der jährlich weltweit gehandelten Überwachungstechnologien auf fünf Milliarden US-Dollar.

"'Detekt' ist ein Werkzeug, um Aktivisten zu schützen. Letztlich ist aber eine strenge Kontrolle der einzige Weg, um Menschenrechtsverletzungen durch solche Technologien zu verhindern", sagt Mathias John.

Amnesty International ruft die Regierungen dazu auf, wirksame Handelskontrollen einzuführen und den Handel von einer menschenrechtlichen Risikobewertung abhängig zu machen.

Detekt ist eine Freie und Open-Source-Software ("F(L)OSS") und wird ohne Gewährleistung oder Garantie jeglicher Art zur Verfügung gestellt.
Mehr Informationen und Download: https://resistsurveillance.org. Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle.


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Datum: 19.12.2014 - 16:07 Uhr
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