Südwest Presse: KOMMENTAR · AFGHANISTAN
Bittere Bilanz
ID: 1155413
der Nato in Afghanistan. Aus deutscher Sicht bedeuten diese 13 Jahre
einen fatalen Mentalitätswandel: die jahrzehntelang undenkbare
Normalisierung des Krieges in den Köpfen und in der politischen
Praxis. Beharrlich gegen diese Entwicklung gestemmt hat sich alleine
die Linkspartei, der aufgrund ihrer Haltung nur zu gerne die
Regierungsfähigkeit abgesprochen wird. Die anderen politischen Kräfte
äußern dagegen immer lauter den Wunsch, militärische Expeditionen in
alle Teile der Welt als regulären Bestandteil deutscher Außen- und
Bündnispolitik zu begreifen. Dabei ist die Bilanz dieses Einsatzes so
bitter, dass sie allen künftig als Lehre dienen müsste: Aus deutscher
Sicht sind das 55 Tote, unzählige verwundete und noch mehr
traumatisierte Soldaten, der verheerende Luftangriff von Kundus und
eine bizarre Debatte, die den Begriff des Helden wieder salonfähig
gemacht hat. Es gibt ein Ehrenmal und die Einsicht, dass die
Bundeswehr für die Pläne so manchen Verteidigungspolitikers schlecht
gerüstet ist. Ob dieser Kampfeinsatz zumindest den Afghanen geholfen
hat, wird die Zukunft zeigen. Trotz einzelner Erfolge stehen die
Zeichen schlecht: Die Korruption blüht wie der Schlafmohn, von echter
Demokratie, die der Westen mit militärischen Mitteln exportiert, ist
das Land weit entfernt. Der Abzug kommt deshalb spät. Zu spät. Doch
das ist immer noch besser als nie.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.12.2014 - 17:54 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1155413
Anzahl Zeichen: 1691
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ulm
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 373 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Südwest Presse: KOMMENTAR · AFGHANISTAN
Bittere Bilanz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Südwest Presse (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Südwest Presse
Mitteldeutsche Zeitung: zu Mindestlohn ...
Der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius, ist kein Mann der Sprüche, sondern eher der nüchternen Analysen. Wenn das SPD-Mitglied sagt, dass die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt 2015 weiter zurückgeht, dann wird er das reiflich durchdacht haben. Dennoch überrascht es, wie gelassen Seni
Mitteldeutsche Zeitung: zu Euro/Litauen ...
Der Euro hat seine tiefste Krise oder größte Herausforderung bestanden. Dieses Fazit werden seine Gegner nicht unterschreiben. Sie betonen mit Recht die immer noch unvollendete Wirtschaftsunion, deren Defizite von der Gemeinschaftswährung nur übertüncht werden. Das ist richtig, gerade im F
Mitteldeutsche Zeitung: zu Großspenden für Parteien ...
Die klassischen Großspenden der Industrie verlieren als Finanzierungsinstrument der Parteien immer stärker an Bedeutung. Parteien bekommen ihr Geld auf anderen Wegen - durch Wahlkampf-Kostenerstattung vom Staat etwa. Oder durch Sponsoring und Spenden unter 50 000 Euro, die nicht sofort veröff
Frankfurter Rundschau: Kommentar zur Friedrich-Kritik an Kanzlerin Merkel / Titel: "Friedrichs Fehler" ...
Die große Koalition macht gravierende Fehler, insbesondere die Union. Welche das seien, hat der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) aufgelistet: die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die "sinnlose Bürokratie", Mietpreisvorgaben, Frauenquoten, die Z




