Bezahlkarten: EU-Verordnung kostet Banken jährlich 250 Millionen Euro
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künftig kaum noch Geld. Nach dem gestern gefundenen Kompromiss der EU
soll die Höchstgrenze für Gebühren, die bei Kreditkartenzahlungen
erhoben werden dürfen, von 1,3 auf nur noch 0,3 Prozent des Umsatzes
sinken. Bei Debitkarten sinkt sie von 0,3 auf 0,2 Prozent. Mehr als
250 Millionen Euro Umsatz geht den Banken dadurch pro Jahr allein in
Deutschland verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktanalyse der
Unternehmensberatung PPI.
Die Pläne aus Brüssel bedrohen darüber hinaus ein wichtiges
Zusatzgeschäft der Banken: gemeinsam mit Unternehmen herausgegebene
Kreditkarten. "Durch Kooperationen sind viele Banken zum Beispiel an
Loyalty-Programmen bei firmeneigenen Kreditkarten beteiligt", sagt
Dr. Hubertus von Poser, Experte für Zahlungsverkehr bei PPI. "Dieser
Zugang ist nun gefährdet, nachdem sich gestern EU-Parlament,
Kommission und Ministerrat geeinigt haben. Denn Rabatte und
Gratisdienste von firmeneigenen Kreditkarten rechnen sich nur, wenn
Unternehmen an den Gebühreneinnahmen der Banken beteiligt sind.
Gebührenausfälle von mehr als 75 Prozent sprechen jedoch dafür, diese
Kooperationen in Frage zu stellen."
Die neue EU-Verordnung unterdrückt zudem das Geschäft mit
alternativen Bezahlmodellen, noch bevor es richtig begonnen hat.
Apple Pay und Google Wallet nutzen in den USA etwa die
Kreditkartensysteme von American Express und Mastercard zur
Zahlungsabwicklung. In Europa dürften sich solche Kooperationen
jedoch nun kaum noch rechnen. Der Grund: Apple verlangt von
Kooperationspartnern in den USA 0,15 Prozent vom Umsatz. Im EU-Raum
bedeutet das, jeden zweiten Gebührencent nach Cupertino zu
überweisen. "Mobile Payment ist ein unattraktives Geschäft, wenn die
Institute nur als stiller Abwickler im Hintergrund bleiben", warnt
von Poser. "Entscheidend ist der Zugang zum Kunden."
Vor diesem Hintergrund müssen sich die Geldhäuser dringend
überlegen, wie sie sich als strategische Partner dauerhaft im
Zahlungsverkehr etablieren "Der Schlüssel zum Erfolg steckt in
Mehrwerten und zusätzlichen Services für den Kunden", so von Poser.
"Fluggesellschaften, die Bonusmeilen für jeden Euro gewähren, sind
das beste Beispiel für gute Kundenbindung. Die Attraktivität des
Angebots zu erhöhen ist erfolgsentscheidend, um die Marke eines
Unternehmens im Kartenmarkt zu etablieren und so attraktives
Folgegeschäft auch für die beteiligten Banken zu generieren.
Der Experte rät den Instituten, sich an die Spitze dieser
Entwicklung zu setzen und auch gemeinsam IT-Lösungen oder
Abwicklungseinheiten für das Kartengeschäft der Zukunft zu
entwickeln. Dazu von Poser: "Wer zu spät aktiv wird, motiviert
Unternehmen dazu, mit eigenen Lizenzen das Geschäft aufzumischen und
die Institute komplett zu verdrängen."
PPI Aktiengesellschaft
Die PPI Aktiengesellschaft ist seit 30 Jahren erfolgreich für
Banken und Versicherungen tätig. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen
mit seinen 388 Mitarbeitern 51,7 Millionen Euro Umsatz in den
Geschäftsfeldern Consulting, Software-Entwicklung, Business
Intelligence und Produkte. Im Markt der Banken ist PPI Spezialist für
Zahlungsverkehr, Risikomanagement und Compliance.
Versicherungsunternehmen bietet PPI fachlich wie methodisch
exzellente Lösungen für alle Kernprozesse der Assekuranz. Die
langjährigen Kunden schätzen an der Vorgehensweise die hohe Qualität
sowie die absolute Termin- und Budgettreue. Die praxiserfahrenen
Mitarbeiter vermitteln stets zwischen den Fachbereichen und der IT.
Pressekontakt:
Florian Bongartz
Faktenkontor GmbH
Tel: +49 40 253 185-128
E-Mail: florian.bongartz@faktenkontor.de
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Datum: 29.12.2014 - 07:00 Uhr
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