Gestohlene Identitäten
ID: 1157326
stohlene Identitäten
"Geheimdienste spionieren personenbezogene Daten von Nutzern im Internet aus." "Cyber-Kriminelle hacken Kundendatenbanken von Unternehmen." Solche oder ähnliche Meldungen zu Datendiebstahl im Internet machen immer häufiger Schlagzeilen. "Wenn gestohlene Daten nicht direkt für kriminelle Zwecke verwendet werden, landen sie oftmals auf illegalen Handelsplattformen und werden dort meistbietend verkauft", weiß Prof. Walsh von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Personen- und finanzbezogene Daten wie Namen, Anschriften, Bankverbindungen und Kreditkartendetails lassen sich nutzen, um damit z. B. unter fremdem Namen im Internet einzukaufen oder Kredite aufzunehmen, so der Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing.
Der Datenmissbrauch verursacht für die Betroffenen meist nicht nur schwere finanzielle Verluste, sondern kann auch deren Reputation schädigen. Kein Wunder also, dass die Angst vor Datendiebstahl im Internet bei den Verbrauchern wächst. Doch wie beeinflusst diese Angst das Kaufverhalten im Internet? Dieser Frage sind Wirtschaftswissenschaftler der Uni Jena gemeinsam mit einem Kollegen der University of Western Ontario in Kanada nachgegangen. Sie haben dafür ein Befragungsinstrument entwickelt und dieses in einer Studie mit mehr als 1.100 Konsumenten in Deutschland getestet. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachmagazin "Journal of Interactive Marketing" vor (DOI: 10.1016/j.intermar.2014.10.001).
Dass Konsumenten Angst vor Identitätsdiebstahl im Internet haben, belegen bereits frühere kommerzielle Konsumentenbefragungen, die zudem zeigen, dass diese Angst auch das Konsumverhalten beeinflusst. "Die Gefahr, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden, hat sich in den letzten Jahren massiv erhöht. Die zum Teil spektakulären Fälle, über die in den Medien berichtet wird, verstärken die Angst bei den Konsumenten zusätzlich", sagt Prof. Walsh. Um sich dieser Thematik wissenschaftlich zu nähern und Erkenntnisse sowohl für die betriebswirtschaftliche und E-Commerce-Forschung als auch die Praxis zu gewinnen, mussten die Jenaer Wissenschaftler Neuland betreten: Sie haben eigens ein Instrument entwickelt, mit dem sich die Angst vor Identitätsdiebstahl direkt "messen" lässt. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen Online-Fragebogen, der die Angst der Konsumenten sowohl vor finanziellen Verlusten als auch vor Schäden der eigenen Reputation erfasst. Damit lassen sich nicht nur das Ausmaß der Angst von Identitätsdiebstahl im Internet ermitteln, sondern auch Einflussfaktoren darauf.
Wie die vorgelegte Studie zeigt, besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Angst vor Identitätsdiebstahl und Kaufabsicht. "Selbst bei internetaffinen Konsumenten nimmt die Kaufabsicht signifikant ab, wenn die Angst vor Datendiebstahl wächst", sagt Patrick Hille, Doktorand am Lehrstuhl von Prof. Walsh. Das könne u. U. zu direkten Umsatzeinbußen bei Unternehmen führen. Unternehmen, die im Internet operieren, sollten daher nicht nur die neueste Sicherheitstechnik bei ihren Webseiten verwenden, so die Empfehlung der Jenaer Forscher. "Sie sollten die Kunden auch kommunikativ von der Sicherheit überzeugen und aktiv etwas gegen die Angst vor Datendiebstahl tun", so Hille weiter. Beispielsweise könnten spezielle Vertrauenssiegel und umfangreiche Privatsphäre-Regeln auf Webseiten implementiert werden. Das neue Messinstrument der Wirtschaftsforscher kann Unternehmen zudem dabei helfen, besonders ängstliche Kunden schon im Vorfeld zu identifizieren und speziell ausgerichtete Webseiten anzubieten, die auch bei stärkerer Angstausprägung der Kunden vertrauensvoll wirken.
Original-Publikation:
Hille P, Walsh G, Cleveland M. Consumer Fear of Online Identity Theft: Scale Development and Validation, Journal of Interactive Marketing, DOI: 10.1016/j.intermar.2014.10.001
Kontakt:
Prof. Dr. Gianfranco Walsh, Patrick Hille
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943110, 03641 / 943114
E-Mail: walsh[at]uni-jena.de, patrick.hille[at]uni-jena.de
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1
07743 Jena
Deutschland
Telefon: (03641) 9-31030
Telefax: (03641) 9-31032
Mail: presse@uni-jena.de
URL: http://www.uni-jena.de
"Geheimdienste spionieren personenbezogene Daten von Nutzern im Internet aus." "Cyber-Kriminelle hacken Kundendatenbanken von Unternehmen." Solche oder ähnliche Meldungen zu Datendiebstahl im Internet machen immer häufiger Schlagzeilen. "Wenn gestohlene Daten nicht direkt für kriminelle Zwecke verwendet werden, landen sie oftmals auf illegalen Handelsplattformen und werden dort meistbietend verkauft", weiß Prof. Walsh von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Personen- und finanzbezogene Daten wie Namen, Anschriften, Bankverbindungen und Kreditkartendetails lassen sich nutzen, um damit z. B. unter fremdem Namen im Internet einzukaufen oder Kredite aufzunehmen, so der Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing.
Der Datenmissbrauch verursacht für die Betroffenen meist nicht nur schwere finanzielle Verluste, sondern kann auch deren Reputation schädigen. Kein Wunder also, dass die Angst vor Datendiebstahl im Internet bei den Verbrauchern wächst. Doch wie beeinflusst diese Angst das Kaufverhalten im Internet? Dieser Frage sind Wirtschaftswissenschaftler der Uni Jena gemeinsam mit einem Kollegen der University of Western Ontario in Kanada nachgegangen. Sie haben dafür ein Befragungsinstrument entwickelt und dieses in einer Studie mit mehr als 1.100 Konsumenten in Deutschland getestet. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher im Fachmagazin "Journal of Interactive Marketing" vor (DOI: 10.1016/j.intermar.2014.10.001).
Dass Konsumenten Angst vor Identitätsdiebstahl im Internet haben, belegen bereits frühere kommerzielle Konsumentenbefragungen, die zudem zeigen, dass diese Angst auch das Konsumverhalten beeinflusst. "Die Gefahr, Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden, hat sich in den letzten Jahren massiv erhöht. Die zum Teil spektakulären Fälle, über die in den Medien berichtet wird, verstärken die Angst bei den Konsumenten zusätzlich", sagt Prof. Walsh. Um sich dieser Thematik wissenschaftlich zu nähern und Erkenntnisse sowohl für die betriebswirtschaftliche und E-Commerce-Forschung als auch die Praxis zu gewinnen, mussten die Jenaer Wissenschaftler Neuland betreten: Sie haben eigens ein Instrument entwickelt, mit dem sich die Angst vor Identitätsdiebstahl direkt "messen" lässt. Dabei handelt es sich um einen umfangreichen Online-Fragebogen, der die Angst der Konsumenten sowohl vor finanziellen Verlusten als auch vor Schäden der eigenen Reputation erfasst. Damit lassen sich nicht nur das Ausmaß der Angst von Identitätsdiebstahl im Internet ermitteln, sondern auch Einflussfaktoren darauf.
Wie die vorgelegte Studie zeigt, besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Angst vor Identitätsdiebstahl und Kaufabsicht. "Selbst bei internetaffinen Konsumenten nimmt die Kaufabsicht signifikant ab, wenn die Angst vor Datendiebstahl wächst", sagt Patrick Hille, Doktorand am Lehrstuhl von Prof. Walsh. Das könne u. U. zu direkten Umsatzeinbußen bei Unternehmen führen. Unternehmen, die im Internet operieren, sollten daher nicht nur die neueste Sicherheitstechnik bei ihren Webseiten verwenden, so die Empfehlung der Jenaer Forscher. "Sie sollten die Kunden auch kommunikativ von der Sicherheit überzeugen und aktiv etwas gegen die Angst vor Datendiebstahl tun", so Hille weiter. Beispielsweise könnten spezielle Vertrauenssiegel und umfangreiche Privatsphäre-Regeln auf Webseiten implementiert werden. Das neue Messinstrument der Wirtschaftsforscher kann Unternehmen zudem dabei helfen, besonders ängstliche Kunden schon im Vorfeld zu identifizieren und speziell ausgerichtete Webseiten anzubieten, die auch bei stärkerer Angstausprägung der Kunden vertrauensvoll wirken.
Original-Publikation:
Hille P, Walsh G, Cleveland M. Consumer Fear of Online Identity Theft: Scale Development and Validation, Journal of Interactive Marketing, DOI: 10.1016/j.intermar.2014.10.001
Kontakt:
Prof. Dr. Gianfranco Walsh, Patrick Hille
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 943110, 03641 / 943114
E-Mail: walsh[at]uni-jena.de, patrick.hille[at]uni-jena.de
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1
07743 Jena
Deutschland
Telefon: (03641) 9-31030
Telefax: (03641) 9-31032
Mail: presse@uni-jena.de
URL: http://www.uni-jena.de
PresseKontakt / Agentur:
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1
07743 Jena
Deutschland
Telefon: (03641) 9-31030
Telefax: (03641) 9-31032
Mail: presse(at)uni-jena.de
URL: http://www.uni-jena.de
Datum: 07.01.2015 - 14:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1157326
Anzahl Zeichen: 9453
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 487 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Gestohlene Identitäten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Friedrich-Schiller-Universität Jena (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- weniger Schmerz Nach Amputation eines Armes oder Beines leiden viele Betroffene an oftmals schwer behandelbaren Phantomschmerzen in dem nicht mehr vorhandenen Körperteil. Neue Hoffnungen vermittelt hier ein von der Arbeitsgruppe "Phantomschmerz" um Prof. Dr. Thomas Weiss vom Lehrstuh
Erfolgreiche Kooperation mit St. Petersburg ...
eration mit St. Petersburg Das "Labor für Wissenschaftsforschung" an der Nationalen Forschungsuniversität für Informationstechnologie, Mechanik und Optik (ITMO) im russischen St. Petersburg ist jetzt mit einem 2. Platz ausgezeichnet worden. Im Zuge eines sogenannten Laborfestivals li
Falten sind etwas Wunderbares ...
Wunderbares Beim ersten Anblick ist es vielleicht noch ein Schock. Doch irgendwann lassen sie sich beim Blick in den Spiegel nicht mehr übersehen: Falten. Um die Augen, über der Nasenwurzel, auf der Stirn - im Laufe des Lebens legt sich die Haut eines jeden Menschen immer mehr in Falten und kei
Weitere Mitteilungen von Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wo sind all die Sterne hin? ...
terne hin? LDN 483 [1] befindet sich rund 700 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schlange. Die Wolke enthält so viel Material in Form von Staub, dass sie das Licht der dahinter stehenden Sterne vollständig verschluckt. Aufgrund dieser Eigenschaft werden Molekülwolken, die so dicht wie LD
Projekt zur Erforschung von elektrischen und mechanischen Wechselwirkungen im Stromnetz bewilligt ...
schung von elektrischen und mechanischen Wechselwirkungen im Stromnetz bewilligt Mit der Energiewende wird zunehmend Strom durch Windenergie- und Solarstromanlagen erzeugt. Als Folge liefern die klassischen großen, fossil befeuerten Kraftwerke immer weniger Strom. Die Komplexität der Stromnetze
Gipfeltreffen der Nanotechnologie in Japan - IVAM-Gemeinschaftsstand auf der nano tech in Tokio ...
Nanotechnologie in Japan - IVAM-Gemeinschaftsstand auf der nano tech in Tokio Der IVAM Fachverband für Mikrotechnik ist erstmals auf der nano tech mit einem Gemeinschaftsstand vertreten auf dem Firmen und Institute aus dem Bereich Nanotechnologie ihre Produkte vor Ort dem japanischen und inte
Deutschland macht Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt - bei Investitionen viel zu zögerlich ...
Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt - bei Investitionen viel zu zögerlich IMK-Jahresausblick 2015 Der neue gesetzliche Mindestlohn dürfte die Funktionsfähigkeit des deutschen Arbeitsmarktes verbessern und die Lohnentwicklung stabilisieren. Die Bundesregierung hat damit zu Beginn des Jahres 20




