Louis-Jeantet-Preis für Medizin geht an Emmanuelle Charpentier
ID: 1162717
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Prof. Emmanuelle Charpentier vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist eine der beiden Empfänger des Louis-Jeantet-Preis für Medizin im Jahr 2015. Charpentier erhält den mit 700.000 Schweizer Franken dotierten Preis für ihren Beitrag zur Nutzbarmachung eines alten Mechanismus der bakteriellen Immunität zu einer leistungsstarken Technologie zur Bearbeitung von Genomen.
Pathogene Bakterien verfügen über ein Immunsystem, mit dem sie sich gegen ihre Feinde, insbesondere Viren, verteidigen können. Bei der Studie dieses Systems entdeckte Emmanuelle Charpentier während ihrer Zeit als Gruppenleiter an der Umeå University in Schweden mit ihrem Team einen einzigartigen Mechanismus: das CRISPR-Cas9 System, eine Art molekulare Schere bestehend aus zwei RNAs und einem Protein. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley konnte sie zeigen, dass der Mechanismus als leistungsstarke Technologie zur Gen-Editierung genutzt werden kann. Dies wird als Revolution in der Biologie gefeiert und bereits heute in Laboren auf der ganzen Welt in unterschiedlichsten Anwendungen genutzt.
"Das CRISPR-Cas9-System hat schon jetzt viele Grenzen durchbrochen und die Gentechnik flexibler, effizienter und einfacher gemacht", sagt Charpentier, die die Abteilung "Regulation in der Infektionsbiologie" am HZI leitet, Alexander von Humboldt-Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover und Gastprofessorin an der Umeå University ist. Besonders reizvoll ist ihre Entdeckung, da das System vielfältig angewandt werden kann. Nicht nur eine effiziente Behandlung oder Vorbeugung von Erbkrankheiten ist damit denkbar, sondern auch neue Therapieansätze im Kampf gegen chronische Erkrankungen wie Aids und Krebs oder auch Einsätze im Agrarsektor.
Seit seiner Einführung 1986 wurde der Louis-Jeantet-Preis bis heute 82 Forschern verliehen. Von den 82 Preisträgern wurden zehn anschließend mit dem Nobelpreis für Physiologie oder der Medizin oder dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet. Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin gehört zu den bestdotierten Auszeichnungen Europas und fördert die wissenschaftliche Exzellenz. Er dient weniger der Auszeichnung einer bereits abgeschlossenen Arbeit, sondern der Finanzierung von innovativen Forschungsprojekten, die mehr oder weniger unmittelbar in der Behandlung von Krankheiten Anwendung finden.
"Ich fühle mich sehr geehrt, diesen angesehenen Preis zu erhalten", sagt Charpentier. "Ich sehe ihn als Motivation für mich und mein Team, unsere Arbeit fortzusetzen und werde das Preisgeld nutzen, um die Mechanismen der Pathogenität von Streptococcus pyogenes weiter zu erforschen".
Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. http://www.helmholtz-hzi.de
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH (HZI)
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Telefon: +49 (0)531 6181-0
Telefax: +49 (0)531 6181-2655
URL: http://www.helmholtz-hzi.de/
Prof. Emmanuelle Charpentier vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist eine der beiden Empfänger des Louis-Jeantet-Preis für Medizin im Jahr 2015. Charpentier erhält den mit 700.000 Schweizer Franken dotierten Preis für ihren Beitrag zur Nutzbarmachung eines alten Mechanismus der bakteriellen Immunität zu einer leistungsstarken Technologie zur Bearbeitung von Genomen.
Pathogene Bakterien verfügen über ein Immunsystem, mit dem sie sich gegen ihre Feinde, insbesondere Viren, verteidigen können. Bei der Studie dieses Systems entdeckte Emmanuelle Charpentier während ihrer Zeit als Gruppenleiter an der Umeå University in Schweden mit ihrem Team einen einzigartigen Mechanismus: das CRISPR-Cas9 System, eine Art molekulare Schere bestehend aus zwei RNAs und einem Protein. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley konnte sie zeigen, dass der Mechanismus als leistungsstarke Technologie zur Gen-Editierung genutzt werden kann. Dies wird als Revolution in der Biologie gefeiert und bereits heute in Laboren auf der ganzen Welt in unterschiedlichsten Anwendungen genutzt.
"Das CRISPR-Cas9-System hat schon jetzt viele Grenzen durchbrochen und die Gentechnik flexibler, effizienter und einfacher gemacht", sagt Charpentier, die die Abteilung "Regulation in der Infektionsbiologie" am HZI leitet, Alexander von Humboldt-Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover und Gastprofessorin an der Umeå University ist. Besonders reizvoll ist ihre Entdeckung, da das System vielfältig angewandt werden kann. Nicht nur eine effiziente Behandlung oder Vorbeugung von Erbkrankheiten ist damit denkbar, sondern auch neue Therapieansätze im Kampf gegen chronische Erkrankungen wie Aids und Krebs oder auch Einsätze im Agrarsektor.
Seit seiner Einführung 1986 wurde der Louis-Jeantet-Preis bis heute 82 Forschern verliehen. Von den 82 Preisträgern wurden zehn anschließend mit dem Nobelpreis für Physiologie oder der Medizin oder dem Nobelpreis der Chemie ausgezeichnet. Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin gehört zu den bestdotierten Auszeichnungen Europas und fördert die wissenschaftliche Exzellenz. Er dient weniger der Auszeichnung einer bereits abgeschlossenen Arbeit, sondern der Finanzierung von innovativen Forschungsprojekten, die mehr oder weniger unmittelbar in der Behandlung von Krankheiten Anwendung finden.
"Ich fühle mich sehr geehrt, diesen angesehenen Preis zu erhalten", sagt Charpentier. "Ich sehe ihn als Motivation für mich und mein Team, unsere Arbeit fortzusetzen und werde das Preisgeld nutzen, um die Mechanismen der Pathogenität von Streptococcus pyogenes weiter zu erforschen".
Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung:
Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht: Das zu verstehen soll den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe liefern. http://www.helmholtz-hzi.de
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Datum: 21.01.2015 - 10:15 Uhr
Sprache: Deutsch
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