Handwerk profitiert von starkem Konsum
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Schlagbauer: "Mindestens 6.000 Fachkräfte fehlen"
Zum Jahresende 2014 standen bei den oberbayerischen Handwerksbetrieben durchschnittlich Aufträge für sechs Wochen in den Büchern. Damit verringerte sich die Reichweite binnen Jahresfrist leicht um 0,2 Wochen. Die Umsätze im oberbayerischen Handwerk legten zum Jahresende 2014 noch einmal zu. Nach ersten Schätzungen erwirtschafteten die Betriebe im Abschlussquartal 9,7 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Zuwachs von nominal 0,9 Prozent. Für das Gesamtjahr 2014 dürfte im Münchner und oberbayerischen Handwerk ein Umsatz von rund 33,9 Milliarden Euro stehen (+2,4 Prozent nominal). Nach Abzug der Preissteigerung verbleibt ein reales Plus von 0,7 Prozent. In den von der amtlichen Statistik erfassten Handwerksunternehmen im Kammerbezirk waren Ende Dezember 2014 ca. 288.800 Personen tätig. Im Vergleich zum Vorjahr veränderte sich die Beschäftigung kaum (+0,1 Prozent). Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern stellt für die Betriebe weiterhin ein großes Problem dar. Schlagbauer: "Wir haben in einer Umfrage im November 2014 ermittelt, dass nur bei 55 Prozent alle Stellen besetzt waren. 29 Prozent würden gerne weitere Fachkräfte einstellen, bei 16 Prozent hemmt der Fachkräftemangel die Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens massiv. Wenn man voraussetzt, dass in diesen Betrieben nur jeweils eine Fachkraft gesucht wird, würde das einen Bedarf von mindestens 6.000 offenen Stellen ergeben." Im Vergleich zu 2013 stieg die Beschäftigung im Gesamtjahr 2014 um 0,7 Prozent auf durchschnittlich 293.500. Die niedrigen Zinsen haben das Investitionsklima auch im Jahresschlussquartal entscheidend geprägt. Insgesamt führten 34 Prozent der oberbayerischen Betriebe Investitionsprojekte durch. Vor einem Jahr lag diese Quote nur unwesentlich niedriger (33 Prozent). Die Investitionssumme stieg dagegen kräftig. Insgesamt dürften die Betriebe im 4. Quartal 2014 ca. 270 Millionen Euro für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen ausgegeben haben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem deutlichen Zuwachs von acht Prozent. Auch für das Gesamtjahr 2014 steht bei den Investitionen ein üppiges Plus von 7,4 Prozent auf 985 Millionen Euro. Die Zahl der oberbayerischen Handwerksbetriebe lag zum 31.12.2014 bei 79.720. Das entspricht einem Jahreszuwachs von 0,3 Prozent. Nach vorläufigen Zahlen wurden im Kammerbezirk 2014 knapp 8.500 Lehrverträge abgeschlossen, das ist leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Nicht besetzt werden konnten etwa 1.700 Ausbildungsplätze, das sind 16,6 Prozent des Gesamtangebots. 2015 dürfte das Umfeld für die oberbayerischen Handwerker günstig bleiben. Die Handwerkskammer rechnet mit einem Umsatzplus von nominal 1,5 Prozent. Die Beschäftigung dürfte um ca. 0,2 Prozent wachsen.
Mit Blick auf den für das Handwerk wichtigen Binnenmarkt warnte Schlagbauer davor, den privaten Konsum in der Landeshauptstadt mutwillig abzuwürgen: "München floriert auch aufgrund des Wirtschaftsverkehrs. Wir müssen zwar an der Luftreinhaltung arbeiten; dies darf aber nicht ausschließlich zulasten der Branchen gehen, die in München liefern und leisten. Ein Anfang wäre beispielsweise die bestehenden Regelungen, wie das Lkw-Fahrverbot auf dem Mittleren Ring, von kommunaler Seite besser zu überwachen." Dagegen sei niemandem damit geholfen, den Autoverkehr aus der Münchner Altstadt - in der rund 350 Handwerksbetriebe ansässig sind, die für Kunden und Lieferanten erreichbar sein müssen - auszusperren. Schlagbauer: "Durch solche Maßnahmen werden Münchens Standortbedingungen mutwillig verschlechtert - und das im immer härteren Wettbewerb um die Ansiedelung von Unternehmen. Das ist so, als würde man einen Formel 1-Flitzer ohne Not mit Pflanzenöl betanken und sich anschließend wundern, dass die Konkurrenz noch vor der ersten Kurve vorbeizieht." Die Landeshauptstadt brauche vielmehr einen langfristigen Masterplan für den Verkehr, bestehend aus einer verstärkten Förderung der Elektromobilität, durch einen Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und durch schnelle Entscheidungen bei den Tunnelprojekten.
Zur Akquise junger Flüchtlinge für das Handwerk berichtete der Kammerpräsident, dass bei den Firmen die Bereitschaft zur Ausbildung grundsätzlich vorhanden sei: "Allerdings erwarten sie neben gutem Deutsch und sozialen Kompetenzen auch ein Bleiberecht während und für mindestens zwei Jahre nach der Ausbildung." Schlagbauer zeigte sich optimistisch, dass einige seiner im August 2014 in den Stadtrat eingebrachten Vorschläge zur MBQ-Umschichtung, die auch der Unterstützung der jungen Flüchtlinge dienen sollen, mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September umgesetzt werden können.
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Datum: 22.01.2015 - 14:03 Uhr
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