Klares Stoppsignal: Arbeitgeber sehen keinen Spielraum für hohe Prozente
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Tarifverhandlungen in der rheinland-pfälzischen Chemie vertagt
"Die IG BCE hat ihre überzogenen Forderungen nicht nach unten korrigiert", bedauert Hans Oberschulte das Ende der Verhandlungen. Der Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber ergänzt: "Wir warnen eindringlich vor falschen Erwartungen. Ein 'Weiter so' gibt es nicht. Wir müssen zu einer produktivitätsorientierten Tarifpolitik zurück".
Minus-Produktion in Rheinland-Pfalz
Die jüngsten Wirtschaftszahlen machen deutlich, was die Arbeitgeber damit meinen. Die Produktion ging deutlich zurück - in der rheinland-pfälzischen Chemie um 2,8 Prozentpunkte und in der pharmazeutischen Industrie um 6,7 Prozentpunkte. Andererseits profitierten die Beschäftigten von der niedrigen Inflation. "Minus-Produktion und praktisch keine Inflation. In diese Welt passen die Forderungen der Gewerkschaft nicht mal ansatzweise", so Oberschulte.
Die Arbeitgeber machten in den Verhandlungen deutlich, dass die Verteilungsspielräume sehr klein seien. "Stillstand ist kein Grund für satte Lohnerhöhungen. Damit gehen wir den Unternehmen an die Substanz", so Oberschulte. 2015 wird die Branche nur wenig wachsen. Bei vorsichtig optimistischer Prognose könnte die Chemie bundesweit 1,5 Prozent mehr Produktion erreichen. "Wir erleben immer wieder, dass zu Jahresbeginn die Prognosen sehr euphorisch sind. Den ständigen Korrekturen nach unten folgt zum Jahresende das nüchterne Erwachen", kontert Oberschulte die Argumente der IG BCE.
Demografie: Keine Rolle rückwärts
Beim Thema Demografie fordern die Arbeitgeber, an dem gemeinsam eingeleiteten Mentalitätswandel festzuhalten. "Eine Rolle rückwärts ist mit uns nicht zu machen. Wir brauchen die älteren Menschen in der Produktion, die ihre praktische Erfahrung direkt vor Ort einsetzen und so für Wertschöpfung sorgen", kommentiert Oberschulte die Forderung der IG BCE nach einer zusätzlichen Arbeitszeit-Entlastung für Ältere. Flächendeckende Frühverrentungsmodelle lehnen die Arbeitgeber ab. Vielmehr müsse die Beschäftigungsfähigkeit über das gesamte Erwerbsleben gefördert und erhalten werden, statt den Unternehmen die Mitarbeiter frühzeitig zu entziehen. So investierten die Unternehmen bereits kräftig in gesunde Ernährung, ergonomische Arbeitsplätze und umfangreiche Präventionsmaßnahmen zur Gesunderhaltung.
Hintergrundinformation
Im Arbeitgeberverband Chemie Rheinland-Pfalz e.V. sind 130 Unternehmen mit 68.500 Beschäftigten der chemischen und chemienahen Industrie mit Sitz in Rheinland-Pfalz organisiert. Er vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder.
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Datum: 28.01.2015 - 14:11 Uhr
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