NOZ: Gespräch mit Alexander W. Friedrich, Mikrobiologe
ID: 1166069
Infektionen vernachlässigt
Mikrobiologe Alexander W. Friedrich fordert verstärkte Prävention
- "Vorbild Niederlande"
Osnabrück.- Der Hygieniker und Mikrobiologe Alexander W. Friedrich
hat Deutschland vorgeworfen, das Thema Infektionen außerhalb von
Forschungseinrichtungen in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt
zu haben. Der Professor an der Reichsuniversität Groningen sagte der
"Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe), "ausgerechnet das
Land, das die Bakteriologie und die Hygiene mit Robert Koch und
anderen entwickelt hat, hat seine Tradition vergessen." Es sei
dringend erforderlich, hier wieder anzuknüpfen. "Ziel in der
Landwirtschaft und der Humanmedizin muss es vor allem sein, das
Auftreten von Infektionen bei Tieren und Menschen zu vermeiden",
betonte Friedrich. "Prävention ist das Wichtigste". Dann wären auch
weniger Antibiotika erforderlich. Bei unveränderter Strategie würden
in 30 Jahren nach einer Studie mehr Menschen an Infektionen durch
resistente Erreger sterben als an Tumorerkrankungen. "Und das ist
kein Weltuntergangszenario, sondern kann Realität werden, wenn wir
die Ausbreitung der Resistenzen nicht ernst nehmen", so Friedrich.
Als positives Beispiel für Prävention führte Friedrich, der vor
seinem Wechsel an die Universität Groningen in Köln und Münster
gelehrt hatte, die Niederlande an: Anders als in Deutschland habe man
dort die Tradition Robert Kochs weiterentwickelt, die unsichtbare
Welt zu erkennen bevor sie Schaden am Menschen anrichten könne. "Das
hat dazu geführt, dass heute in jedem Krankenhaus, egal ob groß oder
klein, ein Facharzt für Medizinische Mikrobiologie und
Krankenhaushygiene arbeitet, der sich für Prävention, Diagnostik und
Behandlung von Infektionen verantwortlich fühlt." Einen solchen
Facharzt sollte man auch in Deutschland schaffen. An die
industrialisierte Landwirtschaft appellierte der Wissenschaftler,
alles dafür zu tun, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren. "Es
wird der Moment kommen, dass Länder, in die wir Fleisch exportieren
verlangen, dass das Fleisch frei von Antibiotikaresistenzen ist",
betonte Friedrich. Betriebe, die in der Lage seien, so zu
produzieren, würden dann einen wirtschaftlichen Vorteil haben.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 29.01.2015 - 05:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1166069
Anzahl Zeichen: 2668
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Osnabrück
Kategorie:
Wahlen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 439 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NOZ: Gespräch mit Alexander W. Friedrich, Mikrobiologe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Neue Osnabrücker Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Alexander Klaws vermisst in der heutigen Gesellschaft eine gesunde Diskussionskultur. "Das Geheimnis einer funktionierenden Gesellschaft liegt darin, zu akzeptieren, dass wir unterschiedlich sind", sagt der Schauspieler, Sänger und Musicaldarsteller im Gespräch mit der "Neuen Osnabr
Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor Bumerang-Effekt bei Pflege-Kürzungen / Hauptgeschäftsführer Rock befürchtet Umzüge in unerschwingliche Pflegeheime und mehr Sozialhilfeempfänger ...
Angesichts der aktuellen Spardebatte der Bundesregierung hat der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Joachim Rock, vor fatalen finanziellen und sozialen Rückschlägen durch Einschnitte im Pflegebereich gewarnt. "Was man ambulant kurzfristig spart, kommt mit höheren
Paritätischer Wohlfahrtsverband missbilligt geplante Wohngeld-Kürzung / Hauptgeschäftsführer Joachim Rock warnt vor steigender Armut und Existenznot bei mehr als einer Million Haushalten ...
Angesichts der laufenden Haushaltsverhandlungen warnt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Joachim Rock, eindringlich vor den geplanten Einschnitten bei der sozialen Sicherung. "Die Kürzungspläne der Bundesregierung machen uns wirklich große Sorgen. Vor allem, d
Weitere Mitteilungen von Neue Osnabrücker Zeitung
NOZ: Gespräch mit Hans-Peter Wollseifer, Handwerkspräsident ...
Handwerkspräsident fordert schnelles Ende des Mindestlohn-Streits Wollseifer: Nach drei Monaten nachjustieren - "Das Wort der Kanzlerin gilt" Osnabrück.- Handwerkspräsident Hans-Peter Wollseifer hat ein schnelles Ende des Koalitionsstreits um den Mindestlohn gefordert. In ein
NOZ: Nachricht zum Berliner Olympiagesetz ...
Gutachter: Berliner Olympiagesetz verfassungswidrig Rechtswissenschaftler befürchten Machtverschiebung Osnabrück.- Das geplante Gesetz der Berliner Regierung zur Beteiligung der Bürger an der Entscheidung über eine Olympiabewerbung verstößt nach Ansicht von Juristen gegen die Verfass
NOZ: Gespräch mit Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft ...
Polizeigewerkschaft kritisiert Dobrindt-Absage an niedrigere Promillegrenze für Radfahrer Vorsitzender Wendt: Alte Höchstgrenze von 1,6 Promille nicht mehr haltbar - ab mehr als 1,1 Promille "eindeutig fahruntüchtig" Osnabrück.- Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Poliz
Adam: Staatsschutz ermittelt, Politik schweigt ...
In Hamburg sind offenbar wohlorganisierte Trupps unterwegs, die systematisch ganze Straßenzüge von AfD-Plakaten "säubern" oder "reinigen". An die 70 Prozent aller Wahlplakate sind auf diese Weise zerstört, entfernt und vernichtet worden. Die Aktion richtet sich ausschlieÃ




