ADAC deckt IT-Sicherheitslücke bei BMW-Pkw auf: Autos mit System "ConnectedDrive" können über Mobilfunk illegal geöffnet werden / BMW hat Schwachstelle nach eigenen Aussagen behoben
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ConnectedDrive eine Sicherheitslücke festgestellt. Diese führt unter
anderem dazu, dass die Autos über Mobilfunk von außen geöffnet werden
können. Der Club hat dies an mehreren Fahrzeugen nachgewiesen. Der
Eingriff hinterlässt keine Spuren und läuft in Minutenschnelle ab.
Laut BMW sind weltweit 2,2 Millionen, in Deutschland etwa 423 000
Autos der Marken BMW, Mini und Rolls Royce betroffen, die seit 2010
mit ConnectedDrive ausgeliefert wurden. BMW will das Problem nach
eigenen Angaben bis zum 31. Januar 2015 durch Einschalten einer
Verschlüsselung der Kommunikation mit dem Fahrzeug beseitigt haben.
"Als verantwortungsbewusster Verbraucherschützer haben wir mit der
Veröffentlichung dieser Sicherheitslücke gewartet, bis sie laut
Hersteller geschlossen wurde, um hier keine kriminellen Nachahmer auf
den Plan zu rufen", so der ADAC Vizepräsident für Technik, Thomas
Burkhardt. Bisher liegen dem ADAC auch keine Erkenntnisse darüber
vor, dass die Problematik für Straftaten wie Einbrüche oder
Diebstähle genutzt wurde.
Für das Schließen der Sicherheitslücke sind kein Werkstattbesuch
und kein Teiletausch erforderlich, da das Einschalten der
Verschlüsselung seit dem 8. Dezember 2014 im Hintergrund über
Mobilfunk erfolgt. Die BMW-Halter können nicht selbst erkennen, ob
ihre Fahrzeuge bereits bearbeitet wurden. Wer hierzu Gewissheit haben
will (etwa weil das Auto über einen längeren Zeitraum keinen
Mobilfunkempfang hatte, z. B. in einer Tiefgarage oder wegen
abgeklemmter Batterie), sollte sich an die BMW-Hotline (+49 89 1250
160 10) wenden.
Der ADAC fordert die Automobilhersteller auf, Computertechnik im
Auto zeitgemäß gegen Manipulation oder andere illegale Zugriffe zu
schützen. Dieser Schutz muss nach Standards erfolgen, wie sie in
anderen Wirtschaftszweigen (z. B. in der IT-Branche) üblich sind.
Außerdem muss dieser Schutz von neutraler Stelle bestätigt werden,
etwa per Common-Criteria-Zertifizierung des Bundesamts für Sicherheit
in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Der ADAC legt auf die
Feststellung Wert, dass der Club keine vollständige
Sicherheitsüberprüfung von BMW-Fahrzeugen oder unternehmensinternen
Prozessen durchgeführt hat. Diese Aufgabe obliegt alleine dem
Hersteller.
Wie der ADAC Experte der Sicherheitslücke auf die Spur kam, sowie
alle ausführlichen technischen Details zum Problem und zur Lösung
können in der heute erschienenen Februar-Ausgabe der Clubzeitschrift
"Motorwelt" sowie auf www.adac.de/sicherheitsluecken (mit Liste aller
betroffenen Modellreihen plus Video) nachgelesen werden.
Pressekontakt:
Dr. Christian Buric
Tel.: (089) 7676-3866
Christian.buric@adac.de
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Datum: 30.01.2015 - 10:00 Uhr
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